Neue Zürcher Zeitung
«Ars vivendi - ars moriendi»
zlg. Im Kölner Diözesanmuseum sind bis zum 22. Mai 2002 vierunddreissig der schönsten privaten Andachtsbücher aus der Handschriftensammlung von Renate König, der wohl prominentesten Kollektion mittelalterlicher Kodices in deutschem Privatbesitz, zu sehen. Anlässlich dieser Veranstaltung ist ein reich illustriertes Katalogbuch erschienen, ein Prachtband, in dem international renommierte Wissenschafter ihre Forschungsergebnisse zu den vorgestellten Werken präsentieren. Dem Menschen im Mittelalter waren die «ars vivendi» und die «ars moriendi» zentrale Anliegen, die mit Blick auf die fest im Glauben verankerte Erlösung im Jenseits verfolgt wurden: Das Sterben ist so notwendige Erfüllung des Daseins und zugleich die Voraussetzung für das danach sich öffnende ewige Leben. In der vorliegenden Publikation wird den Lesern mit hochrangigen Bildern und ausführlichen Erläuterungen Gelegenheit gegeben, sich in die Welt der um ihr Seelenheil besorgten Menschen auf der Suche nach der «Kunst des richtigen Lebens» und des «guten Sterbens» zu vertiefen. Die Stundenbücher, Breviere, Gebetbücher und Psalterhandschriften faszinieren gleichermassen durch den inhaltlichen Reichtum wie durch ihre künstlerische Vielfalt im Erfinden von Bild- und Schmuckmotiven, die malerische Qualität, die kalligraphische Kunstfertigkeit und die ausgewogene Gestaltung der Textseiten. Mit seinen exquisiten und umfangreichen Bildpanoramen und den Textbeiträgen versucht das Buch den Leser und Betrachter in den Kosmos der Gebetsliteratur und Bildmeditation hineinzuziehen, was aufs Schönste gelingt.
Pressestimmen
"Ein großformatiger Band mit hervorragendern Bildwiedergaben dokumentiert die Ergebnisse: Jedes einzelne Buch wird bilderreich vorgestellt mit allen Angaben, die erfasst werden konnten zur Herkunft, zur stilgeschichtlichen Einordnung, zu Text- und Bildprogramm und zur Geschichte ihres Besitzers." (Neues Rheinland)
Kurzbeschreibung
Kostbar ausgestattete Stundenbücher faszinieren uns noch heute. Den Ein reich illustriertes Katalogbuch stellt die wohl bedeutendste Sammlung in deutschem Privatbesitz anläßlich einer Ausstellung im Diözesanmuseum Köln vor.Psalterhandschriften, Stundenbücher, Breviere, Gebetbücher und Sammlungen religiöser Literatur gehören im hohen und späten Mittelalter zum Kostbarsten, was Miniaturmalerei und Buchkunst in den Kulturzentren Europas hervorgebracht haben. Mit ihren Texten, die für das täglich wiederholte Lesen oder auch für das Beten in bestimmten Lebenslagen vorgesehen waren, waren diese meist handlich kleinen Codices ein sicheres Unterpfand ihrer Besitzer für das Gelingen des täglichen Lebens. Ihre Benutzung gewährte vielfältige Hilfe für die »Kunst des rechten Lebens und die Kunst des guten Sterbens«. Ein überreich illustriertes Katalogbuch mit Beiträgen namhafter Autoren stellt die wohl bedeutendste Sammlung solcher prachtvoll ausgestatteter Handschriften in deutschem Privatbesitz anläßlich einer Ausstellung erstmalig vor. Darin enthalten sind sowohl Bücher, die für anonym gebliebene Käufer entstanden, als auch solche, die im Auftrag hochgestellter Persönlichkeiten in Text und Ausstattung individuell komponiert wurden.