Witzig, spritzig, intelligent, ein rasend schneller, absurder Mix aus Cinema Verité- und Slapstick-Schnipseln, gemischt mit Szenen aus der disfunktionalsten Fernsehfamilie aller Zeiten, bei denen manchmal auch das Lachen im Hals steckenbleibt, ist diese Komödienserie etwas ganz besonderes.
Die Bluths, die eben noch in Geld schwammen, sitzen plötzlich auf dem Trockenen, nachdem das Familienoberhaupt wegen dubioser Geschäftspraktiken hinter Gitter musste. Das überfordert die Familienmitglieder vollkommen ... sind sie doch damit beschäftigt, sich immer neue Methoden der Realitätsflucht auszudenken.
Die wohltuend gemeine Serie macht sich lustig über die Get-rich-quick-Illusionen und den Größenwahn der Dotcom-Zeit, beweist aber ihre Klasse erst dadurch, dass sie auch den "normalen" Zweig der Familie (Sohn und Enkel), der mit amerikanisch aufgekrämpelten Ärmeln die Firma zu retten versucht, nicht vom Spott ausnimmt.
Das alles ohne übermäßigen Tiefgang, aber doch so geistreich, dass auch Leute, die etwa "Six Feet Under" oder "Seinfeld" mögen, viel Spaß (und bisweilen einen Moment der Selbsterkenntnis) haben werden.
Das Sahnehäubchen, sehr ungewöhnlich für eine amerikanische Sitcom: Man darf losprusten, wann man will (oft!) - es werden garantiert keine Lacher vom Band eingespielt.