Senor Coconut ist wohl das bekannteste Pseudonym vom Mann der tausend Aliase Uwe Schmidt. Und Senor Coconut, das mal auch vorweg, hat definitiv im positiven Sinne mächtig einen an der Waffel. Was er in seine Finger nimmt, durch seinen Elektro-Latino-Fleischwolf haut und zusammen mit seinem Orchester dann neu einspielt, hört sich immer an, als käme das Original des jeweiligen Songs irgendwo aus Südamerika. Sein Motto: "Wenn man schon Perlen des Pop covert, dann sollte, nein, dann muss man sich mit einer starken Idee selbst einbringen." So hat er sich erst Kraftwerk vorgenommen, um dann skrupellos weitere Welthits egal aus welchen Genres, wie z.B. "Smoke On The Water" oder "Smooth Operator", in die Mambo-Chaka-Mangel zu nehmen. Alles immer mit einem gewissen Augenzwinkern. Seine nun vorliegende Weltreise präsentiert uns diesmal u.a. "Around The World" von Daft Punk, "Sweet Dreams" der Eurythmics, Prince "Kiss", den La-Boum-Schmuseklassiker "Dreams Are My Reality" (Bonustrack) und Trios "Da Da Da" neu eingesungen von Stephan Remmler himself. Als ich diese Platte einem Kollegen vorspielte, fragte er mich zu Recht, ob ich ihn als nächstes nun auch noch zu einem Cha-Cha-Chá-Kurs anmelden wolle. Eine ganze Platte von Senor Coconut zu hören, kann einen schon nahe an die Klapsmühle bringen. Jeder Song für sich allerdings, wohl dosiert eingenommen, ist großes Kino.