Die auf "Around the Well" enthaltenen Titel reichen von den frühesten Iron and Wine-Sessions, aus denen 2003 das Debut-Album "The Creek Drank the Cradle" hervorging, bis zu Material, das 2007 für "The Shepherd's Dog" aufgenommen wurde. Die Doppel-CD umfasst sowohl rohe, unveröffentlichte home-recordings als auch Studio-Aufnahmen mit anderen Musikern (z.B. Joey Burns und Paul Niehaus von Calexico).
Dennoch wirkt "Around the Well" nicht inhomogen, sondern fast wie aus einem Guss und würde ohne Weiteres auch als eigenes Original-Album durchgehen. Dies liegt wohl am durchgehend charakteristischen Flüstergesamg und der sonstigen Präsenz Sam Beams, der sich hinter dem scheinbaren Kollektiv Iron and Wine versteckt.
Der Album Titel ist eine Zeile aus "The Trapez Swinger", einer fast 10-minütigen Elegie über die Vergänglichkeit und einem der Höhepunkte von Sam Beam's Songwritig und Performing. Dieser Song, den Sam Beam bei Konzerten oft als letzte Zugabe spielt, war bisher nur auf einer Single B-Seite und einem Soundtrack erhältlich und erhält als letzte Nummer dieser Werkschau nun einen ihm gebührenden Platz.
Weitere Höhepunkte sind die Cover-Versionen von "Peng 33" (Stereolab) und von "Love Vigilantes" (New Order), die in Sam Beams Interpretationen wie Rohfassungen der Originale wirken.
Das beschwingliche "Morning" ist ein Beispiel für die Kunst Sam Beams, den Hörer unmittelbar zu berühren, wie das vor ihm wohl nur Nick Drake konnte.
Reich und eigenwillig instrumentiert sind "Serpent Charmer" und "Sinning Hands".
"Around the Well" verdient keine geringere Bewertung als "Woman King" oder "Shepherd's Dog" und damit fünf von fünf Punkten.