Aus der Amazon.de-Redaktion
Seit 1992 ihr letztes erstklassiges Album erschien, das packende Automatic For The People, haben R.E.M. mehr als ein Jahrzehnt mit allen möglichen Neuanfängen verbracht, von dem unmotiviert lärmenden Monster bis zu dem quälend langweiligen Up. Around the Sun zeigt nun, dass sich die Band wieder auf einem guten Kurs befindet. Die drei aus Georgia liefern nicht nur das homogenste Album seit 1997 ab, als der Schlagzeuger Bill Berry die Formation verließ, sondern kehren auch zu den symbolreichen Texten und ausgefeilten Instrumentalparts ihrer Glanzzeit zurück -- ein Hoch auf Züge, Mandolinen und Bilder von Man Ray. Vor allem aber wirkt alles glaubhaft. Anspieltipps: der starke, bedrückende Opener "Leaving New York", die euphorische Folknummer "I Wanted To Be Wrong" und das intensive "Boy In The Well". Around The Sun, das immerhin 13 Tracks enthält, ist zwar bei weitem nicht perfekt, aber ein eindrucksvolles Comeback, wie man es R.E.M. gar nicht mehr zugetraut hätte. --Aidin Vaziri
stern
Zwölf Jahre ist es her, dass R.E.M. "Automatic For The People" veröffentlichten. Die Musik war ein ruhiger, verlässlicher Partner. Ein Freund. Mit der neuen CD der amerikanischen Band um Michael Stipe ist es eher wie mit ehemaligen Freunden: Man hat sich eigentlich längst aus den Augen verloren und sieht sich nur noch zufällig. Diese Treffen sind stets sehr nett, aber nur für kurze Zeit. Weil man sich nichts mehr zu sagen hat, erinnert man sich an die guten alten Zeiten, in denen alles besser war. Und dann geht jeder seiner Wege -- und vermisst nichts. "Around The Sun" ist zweifelsohne ein gutes "alternative pop"-Album, stilistisch geschlossen, mit starken Melodien und um Lichtjahre besser als "Up" oder "Monster". Aber der große Zauber und das gute Gefühl, zur richtigen Zeit die richtige Musik zu hören und die richtigen Freunde zu haben, stellt sich nicht mehr ein. Was selbstverständlich nicht die Schuld des Freundes sein muss.
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Around The Sun