Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Aroha: Maori-Geschichten aus dem Jadeland
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Aroha: Maori-Geschichten aus dem Jadeland [Gebundene Ausgabe]

Witi Ihimaera , Maria von der Ahe
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 127 Seiten
  • Verlag: Edition Isele (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3861421127
  • ISBN-13: 978-3861421122
  • Größe und/oder Gewicht: 21,5 x 13,4 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.009.333 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Geschichten aus Aotearoa

Zwei Anthologien mit Erzählungen der Maori

Es waren die europäischen Missionare und Einwanderer, die den Ureinwohnern Neuseelands Schreiben und Lesen beibrachten. Bis weit ins 20. Jahrhundert gaben die Maori ihre Geschichten und Mythen vor allem mündlich weiter. Dass es seit 1815 eine geschriebene Form des Maori gibt, ist eine Folge der Christianisierung und ethnologischer Forschung. Anderseits untersagten die Kolonialherren 1867 die Verwendung des Maori in der Öffentlichkeit. Der schriftliche Gebrauch war davon nicht betroffen, auch Maori-Zeitungen konnten weiterhin erscheinen, sie hielten sich bis in die dreissiger Jahre. Aber die ausschliessliche Verwendung des Englischen an den Schulen führte dazu, dass vor dreissig Jahren bloss noch 2 Prozent der Kinder mit Maori als ihrer ersten Sprache aufwuchsen. Dann wendete sich das Blatt; der zweisprachige Schulunterricht wurde eingeführt, und 1986 machte ein Parlamentsbeschluss das Maori neben dem Englischen zur zweiten offiziellen Sprache Neuseelands.

Die orale Tradition wird weiterhin bei Stammeszusammenkünften gepflegt, die Gattungen umfassen genealogische Rezitale (whakapapa), gesungene Dichtung (waiata), Erzählungen (whaikorero), Fürbitten und Beschwörungen (karakia), Sprüche (whakatauki). Bereits im 19. Jahrhundert erkannten die Maori, dass ihre tradierten Geschichten eine bessere Chance hatten zu überdauern, wenn sie schriftlich festgehalten wurden. Es entstanden Schriftkonvolute, die in vielen Fällen mit Tabu belegt waren und die nicht selten beim Tod ihrer Verfasser mit beerdigt wurden. Solche «internen» Dokumente unterscheiden sich meist wesentlich von jenen Schriften, die Maori im Auftrag von Pakeha (Weissen) verfassten, Ethnologen meist, oder die sie sonstwie mit Blick auf weisse Leser anfertigten.

In jüngerer Vergangenheit ist eine Maori-Literatur in englischer Sprache entstanden. In den siebziger Jahren setzte unter den Maori eine politische Bewusstwerdung ein, man sprach von der «Maori-Renaissance». Ein Ausdruck davon ist der Roman «Unter dem Tagmond» (1983), in dem die Pakeha Keri Hulme den Konflikt zwischen Maori und Weissen und die Hoffnung auf eine Aussöhnung darstellt. Eine rabenschwarze Sicht der Maori und ihrer Position in einer weissen Gesellschaft vermittelt der Maori Alan Duff im Roman «Once Were Warriors» (1990), dessen Verfilmung auch hierzulande zwiespältig aufgenommen wurde.

Einer der bekanntesten Maori-Autoren ist Witi Ihimaera (*1944). Unter dem Titel «Aroha. Maori-Geschichten aus dem Jadeland» liegt jetzt ein Querschnitt durch sein erzählerisches Schaffen vor. Wie andere Autoren reichert Ihimaera das Englische mit Maori-Wörtern an, die zum Erfahrungshorizont eines Maori gehören und für die es keine englischen Entsprechungen gibt. So meint aroha neben Liebe auch Güte und Fürsorge, hongi bezeichnet die Berührung der Nasen bei einer Begrüssung, und marae wird der offene Platz vor dem Stammeshaus genannt, der für Versammlungen von grosser Bedeutung ist. Ob eine Frau ihren Kindern die Geschichte der Grossmutter erzählt, ob ein Bursche einem alten Mann bei dessen Ahnenforschung behilflich ist, ob eine Familie vom Land in die Stadt übersiedelt: Ihimaeras Geschichten kreisen um die Familie oder den Stamm, um Selbstvergewisserung durch das Bewusstsein des Herkommens, um die Wertschätzung der Natur. Armut, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, Gewalt werden dabei nicht ausgeblendet. Ihimaeras Erzählweise ist schlicht und geradlinig, seine Geschichten sind schnörkellos realistisch. Dieser schlichte Stil erklärt sich vielleicht auch daraus, dass das mündliche Erzählen bei den Maori lebendig geblieben ist und die Literatur erst am Beginn ihrer Ausformung zu einer künstlerischen Erzählform steht.

In ebenso hübscher Ausstattung präsentiert die Edition Isele die Kurzgeschichtensammlung «Tangata, Tangata» mit Texten verschiedener Maori-Autoren. So unterschiedlich diese Geschichten thematisch sind, es verbindet auch sie eine solid realistische Erzählweise. In Katie Andersons «Schattenmenschen» wird der Einbruch des Irrationalen in den Alltag einer Schule mit einfachsten erzählerischen Mitteln geschildert. «Mein erster Kunde» ist der Monolog einer arbeitslosen Mutter, die als Prostituierte Geld verdient. Eines kecken Stils bedient sich Lindsay Charman-Love in «Die Schwanzflosse von Old Denny», wo zwei Knaben aufschneiderisch und mit dem Schreck in den Knochen von ihrer Begegnung mit einem riesigen Hai berichten. In diesen Geschichten ist keine Befangenheit erkennbar, auch kein Bedürfnis, die Maori-Identität herauszustreichen. Frei von Exotismus oder Selbststilisierung schildern die Autorinnen und Autoren den Lebensalltag der Maori in einer Welt, die nicht mehr die ihre ist.

Georg Sütterlin

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 12.07.2000
In einer Doppelrezension bespricht Georg Sütterlin zwei Bände von Maori-Autoren. Dabei gibt er einleitend einen Überblick über die Geschichte mündlicher und schriftlicher Überlieferungen bei den Maori und informiert den Leser über die lange Jahre anhaltende Unterdrückung dieser Sprache, die erst in den letzten Jahren – auch von offizieller Seite gefördert – eine Renaissance erlebt. Darüber hinaus gibt Sütterlin einen Einblick in die verschiedenen Gattungen, die in der Maori-Tradition eine Rolle spielen. So wird beispielsweise unterschieden zwischen "internen" Texten und solchen, die für Weiße geschrieben sind. Bei beiden Bänden hebt Sütterlin die "hübsche Ausstattung" beider Erzählbände hervor.
1.) Witi Ihimaera: "Aroha. Maori-Geschichten aus dem Jadeland" (Edition Isele)
Sütterlin weist darauf hin, dass Ihimaera zu den bekanntesten Maori-Autoren zählt und der Verlag mit diesem Band "einen Querschnitt durch sein erzählerisches Schaffen" vorgelegt hat. Thematisch im Vordergrund stehen in diesen Geschichten – so Sütterlin – vor allem Betrachtungen über Familie, Stammesangelegenheiten, die Herkunft und das Bewusstsein darüber sowie die "Wertschätzung der Natur". Dabei gefällt dem Rezensenten besonders, dass der Autor nichts beschönigt und vor allem "schnörkellos realistisch" erzählt. Sütterlin vermutet, dass diese Erzählweise noch stark von der Tradition der mündlichen Überlieferung geprägt ist, da die Maori-Literatur "erst am Beginn ihrer Ausformung zu einer künstlerischen Erzählform steht".
2.) "Tangata, Tangata. Maori-Geschichten" (Edition Isele)
An diesem Sammelband von Texten verschiedener Maori-Autoren gefällt dem Rezensenten vor allem die Unbefangenheit und die Tatsache, dass bei den Schilderungen aus dem Alltag "in einer Welt, die nicht mehr die ihre ist" auf jegliche "Selbststilisierung" verzichtet wird. Auch hier betont Sütterlin das Realistische in der Erzählweise, auch wenn sich die Autoren in thematischer Hinsicht mit durchaus unterschiedlichen Aspekten befassen.


© Perlentaucher Medien GmbH

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Tags

 (Was ist das?)
Bei einem Tag handelt es sich um ein Schlagwort, das zum Produkt passt.
Tags erleichtern allen Kunden die Suche und die Sortierung ihrer Lieblingsprodukte.
 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

4 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Koru-Geschichten 21. Mai 2007
Ich bin sowieso Ihimaera-Fan und dementsprechend leicht zu beeindrucken ;-), aber "Aroha" gefällt mir besonders gut. Die Kurzgeschichten weichen den Härten der Realität des Lebens als Maori nicht aus, aber sie schwelgen auch nicht darin (wie das andernorts geschieht). Wer also glaubt, Härte müsse sich auch stilistisch ausdrücken oder überzeichnet werden, um noch zu wirken oder je grausamer, desto realer, sollte zuerst was anderes lesen. Ihimaera spürt unter der Härte immer auch das zarte oder die Zwischentöne auf und diese sind schließlich nicht weniger real. In meinen Augen sind Ihimaeras Kurzheschichten wie ein Koru-Anhänger aus Nephrit (Neuseeland-Jade), eine immer weiterführende Spirale, die den europäischen Leser in die Maori-Wahrnehmung der Welt mitnimmt - wenn dieser will.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
ein kleines buechlein, dessen kurzgeschichten sich schnell und einfach lesen lassen, appetithappen auf eine fremde welt, die neugierig machen, aber leider nicht unter der haut bleiben.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar