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Arno Breker: Der Künstler und die Macht. Die Biographie
 
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Arno Breker: Der Künstler und die Macht. Die Biographie [Gebundene Ausgabe]

Jürgen Trimborn
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 712 Seiten
  • Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (10. Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3351027281
  • ISBN-13: 978-3351027285
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 13,8 x 5,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 282.480 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Arno Breker gehörte neben Leni Riefenstahl und Albert Speer zu den drei Vorzeigekünstlern der Nazis. Er meißelte Hitlers Traum von der arischen Herrenrasse in Stein, distanzierte sich von jüdischen Freunden und Förderern, wie seinem Galeristen Alfred Flechtheim, und war einer der privilegiertesten und einflussreichsten Künstler des Dritten Reiches. Trimborn erzählt facettenreich die spannende Geschichte eines Mannes, der um jeden Preis berühmt werden wollte, und zeigt auf, dass Brekers Verstrickungen in das NS-Regime wesentlich tiefer reichten, als bislang bekannt war. Zudem nimmt er die erstaunliche Nachkriegskarriere des Bildhauers in den Blick, der seiner braunen Gesinnung bis ins hohe Alter treu blieb und dennoch namhafte Repräsentanten des Wirtschaftswunderdeutschlands wie Henkel, Quandt, Oetker portraitieren konnte.

Über den Autor

Jürgen Trimborn, geboren 1971, Studium der Theater- und Filmwissenschaften, Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie. 1997 Promotion. 1995-2000 Lehrbeauftragter insbesondere zum Film des Dritten Reichs an der Universität zu Köln. Lebt als freier Autor in Berlin und den belgischen Ardennen. Seine ebenfalls im Aufbau-Verlag erschienene Biographie "Riefenstahl. Eine deutsche Karriere" wurde 2003 für den Deutschen Bücherpreis nominiert.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Vor Trimborns "Biografie" über den Bildhauer Arno Breker kann nur gewarnt werden. Sie ist nicht nur miserabel geschrieben (Ezra Pound, der vielleicht bedeutendste Dichter des 20. Jahrhunderts, wird als "brauner Gesinnungsgenosse" Brekers bezeichnet), sondern auch im höchsten Maße wissenschaftlich unseriös. So werden entscheidende Dokumente wie z.B. Brekers Schuldeingeständnis im Brief an den Kunsthistoriker Albert Büsche vom 8. August 1946, Brekers öffentliche Distanzierung vom Dritten Reich aus dem Jahr 1981 sowie Stellungnahmen von Verfolgten des NS-Regimes, die allesamt im Katalog der von Trimborn als unwissenschaftlich gescholtenen Schweriner Breker-Ausstellung dokumentiert sind, von Trimborn unterschlagen oder verkürzt wiedergegeben. Stattdessen bezeichnet er Hitler als Galeristen Brekers und behauptet allen Ernstes, der Bildhauer habe nach dem Krieg ein neues Nazi-Deutschland errichten wollen.

Den Versuch, Brekers Werk kunstgeschichtlich einzuordnen, unternimmt Trimborn erst gar nicht. Die Gehirnwäsche der Nazis, die Breker ab seinem 40. Geburtstag 1940 ideologisch vereinnahmt haben, wirkte sich - freilich unter umgekehrten Vorzeichen - bruchlos auf bundesdeutsche Kunsthistoriker aus, die Breker als "Nazi-Kitsch" abtaten und sich mit diesem Vorurteil den Nazi-Ideologen anschlossen, die Breker als Nazi-Künstler gefeiert hatten. Eine rühmliche Ausnahme im Dritten Reich bildete die weitgehend politisch unabhängige "Frankfurter Zeitung", die Brekers künstlerische Eigenständigkeit trotz aller Nazi-Propaganda erkannte. Das nun kann man von Trimborn nicht behaupten, der geradezu ängstlich stramm auf Linie liegt und sich damit - unwissentlich - der Ideologisierung von Brekers Werk durch die Nazis unterwirft.

Im Unterschied zu Trimborn fanden erstaunlich viele Bildhauer, Maler und Dichter zu einem eigenen - differenzierten und positiven - Urteil über Breker, unter ihnen Max Liebermann, Alfred Flechtheim, Gerhart Hauptmann, Salvador Dali, Ernst Fuchs, Alfred Hrdlicka, Maillol, Despiau, Calder, Cocteau, Ezra Pound, Günter Grass und Peter Ludwig. Und, mit Verlaub, deren Urteil erscheint mir denn doch gewichtiger als dasjenige Trimborns, für den Breker als Künstler überhaupt nicht in Betracht kommt. Ein Ergebnis der Schweriner Breker-Ausstellung 2006 war, dass 95 % der 35000 Besucher von Brekers Werken beeindruckt waren - das kann man im Gästebuch nachlesen. Darüber hinaus setzt sich immer mehr die Einsicht durch, dass es problematisch ist, von Nazi-Kunst zu sprechen. Das belegen unter anderem neueste Forschungsergebnisse des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München (siehe "Süddeutsche Zeitung" vom 24. 10. 2011), das zu dem Ergebnis kam: "Die Vorstellung von einem einheitlichen Kanon an NS-Kunst ist nur eine Behauptung, die nicht eingelöst wird."

Mit seiner Strategie, Brekers kunsthistorische Bedeutung durch die Auflistung seines opportunistischen Verhaltens und seiner moralischen Fehler zu negieren - ein uns aus Trimborns Riefenstahl-Biografie vertrautes Verfahren - will Trimborn die Auseinandersetzung mit Brekers Werk unterbinden: Vermeintliche Aufklärung wird mit dem Ziel der Entmündigung betrieben. Deshalb findet sich in Trimborns "Biografie" auch kein einziges Abbild eines plastischen Porträts von Breker, reichte eines doch aus (z. B. das Maillols, Cocteaus oder Ezra Pounds), um Trimborns Strategie zu erschüttern und bei Lesern Zweifel an seiner Bewertung Brekers aufkommen zu lassen. Trimborns Urteil über Breker spiegelt nicht nur die Ideologisierung Brekers durch die Nazis wider, es ist auch auf dem Hintergrund neuester Forschungsergebnisse überholt.

Trimborn, der über so bedeutende kulturelle Persönlichkeiten wie Rudi Carell "Biografien" verfasste, erweist sich einmal mehr als Trittbrettfahrer. Denn es ist nur zu offensichtlich, dass die international Aufsehen erregende Breker-Ausstellung im Jahr 2006 Trimborn auf den Gedanken einer Biografie brachte, konnte er doch auf einen satten finanziellen Gewinn spekulieren.

Dr. Rainer Hackel
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kontrovers diskutiert 17. November 2011
Durchaus amüsant zu beobachten, wie die Herren Dr. Barz und Dr. Hackel sich hier in ihren Kommentaren gegenseitig mit Lehm bewerfen und es dabei mitunter recht wenig um das eigentlich zu besprechende Buch geht (siehe die Ein-Stern-Bewertung).

Dem einen ist zu antworten: Natürlich ist Breker ein Fall für die Kunstgeschichte. Wenn man diese nämlich richtig versteht als Kulturgeschichte und sich nicht etwa mit dem Abarbeiten von Formalismen begnügt. Gerade die künstlerischen Äußerungen des Nationalsozialismus, mag man sie nun als Kunst oder als "Kunst" ansehen, lassen sich nur mit einer möglichst umfassenden Herangehensweise wirklich analysieren und verstehen. - An diesem Anspruch wäre die Breker-Biographie zu messen.

Dem anderen ist zu antworten: Natürlich hat ein Autor, Herr Trimborn in diesem Fall, das Recht, auch seine subjektive Sicht und Einschätzung der Dinge in ein Buch einfließen zu lassen, sofern er diese hinreichend gegenüber den reinen Fakten kenntlich macht, aus denen heraus eine solche Einschätzung einzig und allein zu entwickeln ist. - An diesem Anspruch wäre die Breker-Biographie zu messen.

Sicher mag das Buch nicht DIE ultimative Breker-Monographie sein, auch wenn der (vom Verlag?) gewählte Untertitel "Die Biographie" diese Hoffnung beim potentiellen Buchkäufer offenbar aufkeimen lassen soll. Aber das muss es auch nicht. Schließlich darf man zukünftigen Forscher-Generationen ja auch noch etwas zu tun übriglassen. :)

Eine - wie gesagt nicht etwa DIE - lange schon überfällige Gesamtsicht auf Arno Breker zu liefern: darin liegt jedenfalls der Wert des Bandes.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Biographiensammler TOP 500 REZENSENT
... von Arno Breker hat Jürgen Trimborn jetzt mit seinem Werk Arno Breker. Der Künstler und die Macht." vorgelegt.
Ausdauer und Geduld wird vom Leser bei diesem fast sechshundert Seiten starken Werk schon gefordert, Lohn der Mühen des Lesens ist allerdings eine kritische, gut geschriebene und sehr lesenswerte Darstellung des Lebens eines der führenden Künstler des Dritten Reiches" des monumentale Plastiken und Figuren heute noch immer Sinnbild für die Ästhetik jener Zeit sind und die heute doch eher befremdlich wirken.

Trimborn, dem der offizielle Nachlas des Bildhauers unzugänglich war, hat fleißig recherchiert, in Archiven gegraben und Befragungen durchgeführt, um ausreichende Quellen für seine wirklich ausgezeichnete Biographie zu finden. Gerade die Recherche im Sonderarchiv Moskau hat viele Zeugnisse zu Tage gefördert, die sowohl die enge Bindung des Bildhauers an Hitler und die Eliten des Dritten Reiches" belegen, als auch belegen, dass der Bildhauer durch Überschreibung von vormals in jüdischem Besitz befindlichen Häusern erheblich von Arisierungsmaßnahmen" dieser Zeit profitierte und als Lieblingsbildhauer Hitlers riesige Summen bezog und ein nahezu sorgenfreies Leben führen konnte. Die später von Breker und seinen Apologeten verbreiteten Legenden zerfetzt der Autor auf Basis der vorliegenden Fakten ebenso, wie er Brekers fehlendes Selbsterkenntnis der eigenen Verfehlungen und seine Nähe zu Neonazikreisen in der späteren Bundesrepublik belegen kann. Alles, was ich von 1933 bis 1945 getan habe, was absolut richtig" äußerte Breker 1980 gegenüber dem Journalisten Ben Witter (S.528), damit desavouierte sich der Bildhauer wohl endgültig, auch wenn es immer noch zu viele Menschen gibt die dies nicht zur Kenntnis nehmen wollen.

Trimborns Biographie ist in zehn thematisch bezogene Kapitel übersichtlich gegliedert und gut unterteilt. Im ersten Kapitel beschreibt Trimborn zunächst den Aufstieg des sichtlich begabten Steinmetzes aus Elberfeld zum Bilderhauer, sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und seine Förderung durch Galeristen Alfred Flechtheim und den Kunsthändler Berthold Nothmann, beides deutsche jüdischen Glaubens, deren Familien Breker diese Förderung seiner Karriere wenig dankte, als er die Gelegenheit dazu hatte.
Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Paris und der Bekanntschaft mit den führend französischen Bildhauern der Zeit, wo Breker neue Impulse aufnahm (2. Kapitel) , kehrte Breker nach Deutschland zurück und begann langsam aber sicher sein Aufstieg zu Hitlers Favorit" und die enge Bindung an den Nationalsozialismus.
Die von Breker später stets geleugnete NSDAP Mitgliedschaft wird ebenso aus den vorliegenden Akten bewiesen, wie die Legende vom nur für die Kunst lebenden fast mittellosen Bildhauer, mit dem Nachweis eines Verdienstes von etwa 9 Millionen Reichsmark und einem geschenkten Schlösschen", als solche entlarvt wird. Trimborn zeichnet in den fünf folgenden Kapiteln, die den Kern des Buches bilden, den künstlerischen Wandel Brekers zu den Monumentalplastiken und Fresken für die er heute so bekannt ist, seine enge Zusammenarbeit mit Albert Speer, die immer tiefere Verstrickung und beste Beziehung zu anderen Nazigrößen sowie den Einsatz von Zwangsarbeitern in Brekers Bildhauerbetrieb in Wrietzen an der Oder minutiös nach.
In den abschließenden drei Kapiteln widmet sich der Autor Brekers Zeit nach Kriegsende bis zu dessen Tod im Jahre 1991. Trimborn belegt, wie es Breker gelang, mit Hilfe der Aussagen alter Weggefährten in seinem Entnazifizierungsverfahren nur als Mitläufer eingestuft hervorzugehen. Auc die Rückkehr zu wirtschaftlichen Wohlstand gelang diesem schnell, Porträtbüsten von Wirtschaftsgrößen, ehemaligen Weggefährten und sogar dem Kanzler Ludwig Erhard füllten gemeinsam mit Aufträgen wie für den Entwurf der Gerling Konzernzentrale in Köln schnell die Kassen. Breker blieb zeit seines Lebens im Dunstkreis der braunen Kreise in der neuen Republik und konnte es nicht verwinden, dass ihm die Anerkennung als Künstler in der Bundesrepublik trotz zahlreicher Versuche seiner Unterstützer dies zu ändern stets verwehrt bliebt.
Trimborn ist eine ausgezeichnete, sehr kritische aber dennoch objektive Lebensdarstellung des Bildhauers Arno Breker gelungen, die wirklich sehr empfehlenswert ist und zeigt, wie die Kunst durch die Macht verführt werden kann.
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