Ganz im Gegensatz zu den vernagelten Zensoren, hat der Komponist Joseph LoDuca begriffen, daß es Sam Raimi in seinen Splatterspielereien zu einem guten Teil um nichts weiter als Spaß geht. Bereits in seiner Musik zu "Evil Dead II" bereitete er dem Hörer doch erhöhtes Vergnügen in der Verquirlung aller gängigen Horrorklischees. Im Nachfolgewerk nun beackert er diesen Boden fruchtbar weiter und der Filmmusikfreund darf mit einem fröhlichen Lächeln die Früchte ernten. Im Zugriff auf Bestehendes schreckt LoDuca vor nichts zurück. Die zusammengestibitzte Palette ist so groß, daß der Rezensent irgendwann aufgehört hat, die Zitate zu zählen (stattdessen hat er sich eine entspannte Stunde der Musik gegönnt). Zu den bereits erprobten Horrorschablonen (die Zeit der 50er Jahre mitsamt den B-Filmen erscheint maßgeblich) addieren sich alle Spielarten des Sword & Sorcerer-Genres (der Film ist im Mittelalter angesiedelt). Da tönt natürlich Holst (nicht nur "Mars", auch "Neptun") schmettert Wagner, blitzt ein wenig Mussorgsky hervor, gleitet alles schneller zu Strawinsky über als man denkt, "düstert" der Chor und gibt es reichlich Poledouris. Im letzteren Fall bezieht sich der Komponist wohlweislich auf das noch gerade erträgliche Werk "Flesh & Blood" und läßt die mißglückten Eskapaden des Grobschlächters am Rande stehen. Da LoDuca offensichtlich um die Avantgarde weiß, die immer Teil des Genres war, spart er auch nicht an Streicherclustern und zerissenen Chorausrufen. Auch hier werden andere Filmwerke aufgegriffen. Der aufmerksame Hörer darf raten, in welchem Track er sich Goldenthals "Alien 3" angenommen hat. Der Komponist vermengt all dies mit einer nahezu bewundernswerten Unbedarftheit, daß sich der Vorwurf des ärgerlichen Plagiats von selbst aushebelt. Nötiges handwerkliches Geschick und eine stete Überzeichnung der Klischees lassen das Geschehen zum reinen Vergnügen werden.
Ein Thema, den "March of the Dead", steuerte Danny Elfman bei und erweist sich dabei nicht im geringsten so geschickt wie sein Kollege LoDuca. Dieser ist in der Verarbeitung der Idiome Elfmans weitaus versierter (höre auch den Titel "Little Ashes"). Im Vergleich zu artverwandten Stücken wie "Batman Returns" kann dieses Stück auch keinen sonderlich hohen Status im eigenen Schaffen des Co-Komponisten erlangen. Wenn sich zum Schluß noch die müßige Frage stellt, was ein anderer Tonsetzer dem Spektakel um die lebenden Toten abgerungen hätte, ist sie zumindest im Falle Elfmans schon beantwortet.