Armored Cavalry ist ein Buch der Extreme. Wie die meisten anderen Leser haben auch mich die Töne zwischen den Zeilen gewaltig genervt. Die flapsige Art, mit der Clancy über den möglichen Tod von Menschen spricht (bei der Beschreibung von Hohlladungsgefechtsköpfen) gehört meiner Meinung nach nicht in ein Sachbuch. Die Beschreibung eines Gefechts, in dem die Amerikaner "Schuß um Schuß in den Gegner pumpen" (während der scheinbar nur untätig dasitzt) und das mit "tödlichem Schweigen" endet, hört sich fast nach einer Machtphantasie an. Außerdem ist die implizite Behauptung, die Ausrüstung der anderen Streitkräfte der Welt (ausgenommen vielleicht der Briten) sei eher zweitklassig, es sei denn diese wird auch von den US-Streitkräften benutzt (z.B. Spürpanzer "Fuchs"), ist ganz bestimmt unzutreffend. Bei Personenbeschreibungen klingt der Schreibstil manchmal eher nach einem Teenie, der sein Idol gefunden hat.
Daß ich dem Buch trotzdem vier Sterne gebe, liegt an dem schier unglaublichen Informationsgehalt, der leicht verständlich erklärt wird, sonst in dieser Zusammenstellung und vor allem in diesem Umfang sonst nirgends zu finden ist und der schließlich ein Sachbuch ausmacht. Wer also den nervigen patriotischen Anteil als "weißes Rauschen" ausblenden kann, ist mit diesem Buch (und auch mit den anderen dieser Serie) hervorragend bedient. Etwas besseres zu finden, dürfte schwer sein.