Auch mit diesem Buch beweist Tom Clancy mal wieder das er nicht nur Thriller, sondern auch nicht fiktionelle Werke verfassen kann. Armored Cav. ist ein sauber recherchiertes Kompendium, welches selbst Laien einen guten Eindruck von den komplexen Kommandostrukturen eines gepanzerten Kavallerieregimentes vermittelt. Die Beschreibungen der einzelnen Gerätschaften, vom M1A2 Abrahams Kampfpanzer, bis hin zur persönlichen Ausrüstung des U.S. Soldaten, wie Kampfanzug und Feldrationen, sind sehr detailliert und größtenteils mit Graphiken, oder Fotomaterial veranschaulicht. Zudem spickt Clancy seine Ausführungen mit kleinen Anekdoten, wie sie selbst nur Insidern bekannt sein würden. Hätten Sie zum Beispiel gewußt das die amerikanischen Feldrationen (MRE'S - Meals Ready to Eat), so schlecht schmecken das diverse Soldaten sie in Meals Rejected by the Enemy (Vom Feind verschmähtes Essen) umgetauft haben ? Leider, wie allzu oft in neueren Clancy Werken, verfällt der Autor auch in Armored Cav. in vielen Zügen seiner sehr patriotischen Ader, was sehr oft zu Lasten der für ein Sachbuch nötigen Ojektivität geht. Man bekommt den Eindruck der M1A2 sei eine schier unzerstörbare Festung der man allenfalls mit einem direkten Treffer einer Nuklearrakete beikommen kann. Die moderne Kommando- und Gefechtstechnik dieses Fahrzeuges, daß das Rückgrat der U.S. Army bildet wird in höchsten Tönen gelobt. Wichtige Fakten wie z.B. das der Großteil der amerikanischen Verluste während des Golfkrieges auf Versagen dieser Technik, bzw. falsche Benutzung derselbigen, zurückzuführen ist werden hier geflissentlich übersehen. Auch das Teile dieser Technik wie die 120mm Kanone des Abrahams, ursprünglich von der Firma Krupp in Deutschland entwickelt wurde, und nun auf dt. Lizens in den USA für die Army gebaut wird, werden nur am Rande behandelt. Konkurrenzprodukte, wie der technisch wesentlich versiertere Leopard 2 A5 , die Pionierarbeit in Sachen Panzertechnik geleistet haben, welche von der U.S. Army als Grundlage für den M1A2 genommen wurden, und die noch heute die Standards für moderne Gefechtspanzer prägen, werden ebenfalls nicht genannt. Diese Mängelliste könnte man durchaus noch weiterführen, denn es finden sich sicherlich noch mehrere Stellen an denen den Autor die Objektivität verlassen hat. Doch diese Mängel sollten den Gesamterfolg des Buches nicht schmälern, ein bisschen Pathos hat noch niemandem geschadet, und wer bei diesen Dingen ein Auge zudrückt wird mit Armored Cav. viel Spaß haben.