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Armor: Roman
 
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Armor: Roman [Gebundene Ausgabe]

Marcus Braun
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 187 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (9. Juli 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518419153
  • ISBN-13: 978-3518419151
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 754.468 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Eine Rezension zu Marcus Brauns "Armor" ist der perfekte Ort, um mit Konjunktiven um sich zu schmeißen. Also: Wäre Braun etwa 40 Jahre früher geboren worden. Und hätte er seinen übersichtlichen Roman irgendwann in den späten 60ern veröffentlicht. Dann wäre der damals etwa 30-jährige Alain Delon in einer Verfilmung des Buchs die perfekte Besetzung für Brauns Hauptfigur Fabien gewesen. Er hätte den jungen Mann, der gemeinsam mit seiner Freundin Kate durch Frankreich in Richtung Meer fährt, auf eine sehr kühle und sexy Art gespielt, die der reduzierten Sprache Marcus Brauns erstaunlich ähnlich gewesen wäre. Delons Filmrolle Fabien hätte Folgendes erlebt: Er und Kate, die vielleicht von Romy Schneider gespielt worden wäre, hätten einen Autounfall gehabt. Bis zur Reparatur des Wagens wären sie bei einem ungewöhnlichen Liebespaar untergekommen, der blutjungen Isabelle und dem steinreichen Jacques. Zwischen den vier Protagonisten hätte sich ein erotisches, verwirrendes und für einige der Beteiligten lebensbedrohliches Netz entsponnen. Dass Marcus Braun "Armor" nicht in den 60ern, sondern im Jahr 2007 veröffentlichte, ändert selbstverständlich nichts an der kühlen Schönheit der mit Frankreich-Klischees überhäuften Story. Doch irgendwie rauscht sie am Leser vorbei, wirkt so distanziert und fremd, dass sie seltsam unberührt lässt. Mit großer Wahrscheinlichkeit hätte die ersponnene Verfilmung eine andere Wirkung gehabt: "Armor - The Movie" wäre ein skandalträchtiger, hocherotischer Streifen geworden, über den noch Jahre später gesprochen worden wäre. Leider nur im Konjunktiv. (jul)

Pressestimmen

»Das genaue Hinsehen ist in vielerlei Hinsicht konstitutiv für die Machart wie für die Rezeption dieses elegant konstruierten Romans, denn Brauns Ästhetik ist offensichtlich vom Kino geprägt ... Nicht um Liebe geht es, sondern um das Begehren und um die Eifersucht. Jeder andere Mann, jede andere Frau ist eine Bedrohung für die Liebe, jedes Werkzeug ein potentielles Mordinstrument: Das ist die Logik des film noir.« (Martin Krumbholz Neue Zürcher Zeitung )

»Das (Dreh-)Buch ist fertig und, so paradox das klingen mag, auch schön, so schön wie der Wind und die Wellen am Meer.« (Frankfurter Rundschau )

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
C`est tout ce que j`aime 13. Juli 2007
Marcus Braun erzählt was so passieren kann im Leben. Gerade in Frankreich. Vielleicht.
Seine Prosa ist dabei faszinierend, reduziert, vertrackt, überraschend. Es schadet gewiss nicht das Buch mit dem Bleistift in der Hand zu lesen, um sich die wichtigsten und schönsten Stellen, die raffiniertesten Motive anzustreichen, es sei denn der stört einen beim Staunen, Lachen, Denken, denn damit muss man rechnen bei Marcus Braun. Armor ist spannend, nicht zuletzt, weil Erotik und Nicht-Erotik zwischen Menschen immer spannend ist und so gut wie niemand in der deutschsprachigen Gegenwart kann dies so voller Lust beschreiben. Vielleicht noch größer ist Brauns Lust auf und an Sprache, für sie wird er auch geduldig, ihr gilt seine Leidenschaften und wer denkt dies sei üblich für einen Dichter, der irrt. Gerade aber wer gerne irrt ist richtig hier. Denn nur weil jemand ertrinkt, heißt das noch nicht, dass er tot ist und nur, weil Einer einen Anderen tötet, hat er ihn noch lange nicht auf dem Gewissen, und umgekehrt.
Spannende Unterhaltung auf höchstem (Sprach-)Niveau, ein Einblick in die Untiefen der menschlichen Psyche, ohne sie erklären zu wollen und großartige Charaktere mit eingebautem doppelten Boden, das ist Armor.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Finistère ist überall 19. Juli 2007
Brauns erster Roman, DELHI, ein genialer Jugendstreich und ein geniales Verwirr- und Rätselspiel zugleich, quoll geradezu über von "Funkelfinten" (dieser schöne Ausdruck stammt von Jan Schulz-Ojala, DER TAGESSPIEGEL). Aber der durch ein Labyrinth sublimer bis exorbitanter Unwahrscheinlichkeiten gehetzte Leser konnte sich am Ende, nachdem er sich den Schweiß von der Stirn gewischt und in der Geborgenheit des Sessel wiedergefunden hatte, mit nüchtern-ernüchternden Überlegungen aus den filigranen Verstrickungen lösen, in die ihn die Lektüre gebracht hatte: Halte dich an Grundsätze, niemals zu viel Alkohol oder Drogen, meide den Kontakt zu dubiosen Gesellschaften und gib der Neugierde auf verführerischen Schmuddelecken niemals nach.

In "ARMOR" geht Braun neue Wege. Richtig, Braun schreibt, was einem so passieren kann im richtigen Leben, und das geht uns viel mehr an als alle Funkelfinten, die in einem Labyrinth aufblitzen, das vielleicht nur in narkotischem Dunst Bestand hat. Was aber könnte unser besonderes Interesse auf eine scheinbar so simple Geschichte wie die von Fabien und Kate lenken, die, jung und ein wenig verliebt, mit einem klapprigen Wagen für ein paar Tage aus Paris ans Meer flüchten wollen? Wenn dann als Folge eines Unfalls zwei ungleiche Paare aufeinandertreffen und sich daraus einige Verwicklungen ergeben, wären nur alle Voraussetzungen für die altbekannten Histörchen geschaffen, die Liebe und Leben so mit sich bringen und gegen die selbst ein Bundesminister für Verbraucherschutz nicht gefeit ist. Aber schon nach wenigen Seiten Lektüre müssen wir uns eingestehen, daß wir nichts oder fast nichts von den Ereignissen verstanden haben, mit denen wir uns schon so vertraut glaubten oder die zu verstehen wir uns vorgenommen hatten.

Braun weiß - wie sein viriler Romanheld, der reiche Schwerenöter Jacques - um die Wirkung dekorativer Accessoires des Entsetzens und Grauens, ohne die die ganz großen, die glühende Leidenschaften wohl nicht aufkommen wollen (die uns aber insgeheim weit mehr interessieren als die kleinen Lüstchen für den Tag und für die Nacht). Braun setzt Farbtupfer nach Farbtupfer auf das unscheinbares Bild, das man schon vollkommen zu kennen meinte, und die sympathisch-niedlichen, sattsam bekannten Lebenswirklichkeiten, die sich dort niedergelassen hatten, verfliegen bald wie Nebelschwaden, die den Blick auf eine dunkle Welt von Chaos und Gewalt verdeckt hatten. Das rettende Quartier, in das Isabelle die Gestrandeten führt, erweist sich als unheimliches, zerbröselndes Denkmal bauherrlicher Gigantomanie, das in Fabien Fluchtinstinkte weckt, weil er mit wachsendem, nur mühsam überspieltem Entsetzen spürt, daß an diesem Ort seine Zärtlichkeiten "seine" Kate nicht mehr erreichen und zu ängstlich-hilflosen Gesten verdorren. Ein friedlich schlummernder Igel entpuppt sich bei näherem Hinsehen als fliegenumschwirrter Kadaver, Hausherr Jacques zerlegt vor den Augen der kleinen Kate einen Octopus wie ein Opfertier, mit chirurgischer Akribie, unter Einsatz von Fleischerhandschuh und Schlachtmesser...Der Automechaniker, ein stummer Troglodyt aus Legionärszeiten, führt die Instandsetzung des Autowracks mit der albtraumhafter Langsamkeit aus, die nötig ist, um Kate und Fabien an diesem albtraumhaften Ort zu halten...

Plötzlich ertappt sich der Leser dabei, daß ihn die scheinbar wohlbekannten Spuren, die Braun mit der eiskalten Berechnung eines erfahrenen Fallenstellers gelegt hat, in Regionen gelockt haben, die faszinieren, obwohl dort mit unbarmherziger Folgerichtigkeit, Schlag auf Schlag, alle blauen Sonntagsträume von Selbstbestimmung, Vernunft, Vertrauen, Maß und Integrität zerstört werden. Aber auch dem Voyeur gönnt Braun kein ungeteiltes Vergnügen, denn ihn, wie jeden anderen Leser auch, überkommt das unheimliche Gefühl: finistère, finis terrae, ist überall, wohnt in den Köpfen der Menschen. Das macht gestandenen Männern Angst, und Alpha-Mädchen Neugierde. Haben wir auf so ein Buch nicht gewartet?
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
"Mehr als den Vater liebt man die Frau des Vaters, und mehr als die Mutter des Sohnes liebt man die Frau des Sohnes und mehr als alle Frauen, die man kennt, liebt man die fremde Frau"

... an anderer Stelle auf der gleichen Seite:

"Die Abwesenheit einer Frau hat meistens eine sehr einfache Erklärung und selten eine komplizierte."

vgl.: Marcus Braun: Armor , S. 167

Worum geht es in einem Buch, in welchem solche Sätze zu lesen sind?
Um die Liebe?
Um Amors Machenschaften ?
Vorsicht!!!!
Der Titel des Buches heisst nicht "Amor", sondern "Armor"!
Ein Druckfehler liegt nicht vor, denn gleich zu Beginn des Klappentextes wird der Leser aufgeklärt:" Armor(keltisch ar mor) : Land am Meer, Land des Meeres."

Demnach verspricht der Titel keine rosaroten Lesestunden, sondern es handelt sich hierbei bloß um einen freundlichen Hinweis auf den Handlungsort.

Die Klappentextbeschreibung allerdings lässt kaum erkennen, worum es im Roman wirklich geht.

Beim ersten Durchblättern liest man Sätze, wie die oben zitierten, vermutet aufgrund dessen dann doch wieder eine Liebesgeschichte, vielleicht eine abgründige und beginnt sich alsdann voller Neugierde in den Text zu vertiefen, um die Geheimnisse des Autors zu entschlüsseln.

Das ist sehr schlau gemacht von Marcus Braun!

Schon nach ein paar Seiten ist man erneut verwirrt, weil man feststellen muss, dass Braun nicht alles, was er mitteilen möchte, auch wirklich aufschreibt.

Zunächst ärgert man sich vielleicht und überlegt, ob dieser Jungautor von der Mosel möglicherweise artikulationsschwach ist, bis einem klar wird, dass das Gegenteil der Fall ist und dieser Sprachkünstler mit seinen Lesern seine Spielchen treibt.
Er kitzelt die Phantasie. Nur derjenige, der diese besitzt, darf weiterlesen.

Ganz schön elitär, ein solcher Anspruch!

Braun weiß offensichtlich genau, dass jeder die Leserschaft erhält, die er verdient und erarbeitet sich seine Fangemeinde, indem er nicht unbedingt gefällig daherkommt! Respekt!

Fabian und Kate verbringen ihre Flitterwochen an der Küste der Bretagne.

Sie lernen das dort ansässige, altersmäßig ungleiche Paar Isabelle und Jacques kennen.

Die schöne Isabelle ist mit dem alten, reichen Architekten Jacques verheiratet. Dies wirkt befremdlich auf den beinahe erfrischend naiv wirkenden Fabian, der die junge, ihm altersgleiche Französin, wie es scheint, sehr erotisch findet.
Der Autor verändert in seinem Text immer mal wieder die Zeitebenen.

So erfährt man, dass die attraktive Isabelle vormals die Freundin von Arnaud, Jaques schönem Sohn war. Nachdem dieser ums Leben kam, heiratete Isabelle den Vater.

Zwischen den vier Protagonisten ist knisternde Erotik spürbar, ob sie tatsächlich ausgelebt wird und welche Folgen dies hat, wird jedoch an dieser Stelle nicht verraten.........

Schon Andre Heller sang vor vielen Jahren: "Die wahren Abenteuer sind im Kopf und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo...."

Der Beginn dieses Liedes ist mir gewiss nicht grundlos erneut eingefallen als ich das vorliegenden Buch von Braun las......
Ist das, was sich während des Lesens im Kopf abspielt, ein Produkt der eigenen Phantasie oder Ergebnis faktisch niedergeschriebener Romanhandlung?

Lesen sie selbst!

Das wird sicher nicht das letzte Buch von Marcus Braun sein, aber ganz bestimmt eines, das in diesem Buch-Herbst von den Profi-Rezensenten wortreich durchgehechelt wird.

Braun, ein moderner Schriftsteller, mit stilistisch individueller, beinahe eigenwilliger Note, die ihn aus der Masse junger Autoren schon jetzt heraushebt.

Empfehlenswert!
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