Das im Februar 2011 erschienene Reisehandbuch kann in seiner bereits fünften Auflage auf seine Vorläufer "
Armenien entdecken. 3000 Jahre Kultur zwischen Ost und West" (Erstauflage 2001) und seinen, mit 18,8 x 12 x 3,8 cm auch gleichformatigen Vorgänger vom Mai 2008 zurückblicken.
In gewohnter "Trescher-Manier" bietet das 432seitige Softcover, das locker in jede Gesäßtasche passt, zunächst über 90 Seiten zur Geschichte des armenischen Volkes und Staates, seiner Form des Christentums als ältester, einstiger Staatskirche der Welt, seiner Sprache, Schrift und Kunst. Auch ein Glossar zur armenischen Kirchenkunst leistet bei einem Besuch der unzähligen, zum Teil über tausend Jahre alten Gotteshäuser wertvolle Dien", "Der Norden" und "Der Süden" in vier Kapitel eingeteilt, die wiederum in die armenische Provinzen, Landschaften und Orte untergliedert sind. Dazu gibt es Tipps für "Wanderungen in Armenien", den obligatorischen kleinen Sprachführer, die Rubrik "Reisetipps von A - Z" mit aktuellen Internetlinks sowie ein abschließendes Orts- und Personenregister. Elf Essays, wie z. B. "Rezepte", "Die Diaspora-Armenier", "Grigor der Erleuchtete" oder "Lavasch, das Brot der Erde" vermitteln Selbstverständnis, Identität und Spezialitäten des armenischen Volkes, das einer über zweitausendjährigen, wechselhaften und leidvollen Geschichte unterlegen war.
Mit seinen mehr als 200 Farbfotos, Übersichtskarten und Stadtplänen sowie Lageplänen von Klöstern war das derzeit aktuellste Reisehandbuch über die Republik Armenien timediver® bei seiner Reise in das transkaukasische Land im Mai 2011 ein wertvoller Begleiter. Sowohl als Impulsgeber für die Auswahl der Ziele, als auch zum Nachlesen vor Ort und bei der späteren Nachbereitung der Reise zu Hause. Besonders hervorzuheben sind der Überblick über "Die Museen Jerevans" (Seite 125) und der übersichtliche Plan der Innenstadt der Landeshauptstadt (hintere Umschlagklappe). Das "Staatliche historische Museum" kann mit sensationellen Funden aus dem Urartäischen Reich (um 858 - 486 v. Chr.) und einem gnadenlosen Fotografierverbot aufwarten. Der Besucher des "Genozidmuseums" wird an den systematischen - von der jungtürkischen Regierung des Osmanischen Reiches zu verantworteten - Völkermord von 1915/1916, der mit Massakern und Todesmärschen bis zu 1,5 Millionen Armeniern das Leben kostete, erinnert.
Während die vordere Umschlagklappe das Gebiet "Nagorno Karabakh" als besonders eingegrenztes Gebiet auf dem Territorium Aserbaidschans - ohne den verbindenden Lachin-Korridor - ausweist, ist die einstige armenische Exklave - entgegen der aserbaidschanischen Exklave Nachitschevan - auf der Rückseite des Einbandes überhaupt nicht eingezeichnet. Die in Armenien angebotenen Landkarten zeigen jedoch den international nicht anerkannten armenischen De-Facto Staat "Republik Karabach", der am 2. September 1991 seine Unabhängigkeit erklärte und mit dem von Armenien besetzt gehaltenen aserbaidschanischen Gebiet verbunden ist. Der Konflikt der seit 1996 von russischem Militär stabilisiert wird, kommt auf den Seiten 62/63 kurz zur Sprache. Ob aufgrund "Political Correctness" oder den tatsächlichen Verhältnissen bei Redaktionsschluss, ein Kapitel über Bergkarabach gibt es leider nicht. timediver® konnte jedoch vor Ort feststellen, dass vollkommen problemlose, zwei- bis dreitägige Ausflüge in die der "Gemeinschaft nicht-anerkannter Staaten" angehörenden, jedoch nicht einmal von Russland und Armenien anerkannten "Republik Karabach" angeboten werden....
Dem aktuellsten und umfangreichsten Reiseführer hat timediver® zudem Lust auf eine weitere Reise nach "Hajastan", wie die Armenier selbst ihr Land nennen, gemacht.
Fünf Amazonsterne für das mittlerweile zum Klassiker gewordenen Reisehandbuch.