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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Seltsames Buch,
Von Andreas Gryphius (Markl am Inn, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Armenien und der Völkermord: Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung (Taschenbuch)
Abgesehen von dem miserablen Deutsch und der Tatsache, dass offensichtlich Vahakn N. Dadrian als Ghostautor an diesem Buch mitarbeitete (dies ist kaum zu übersehen), bietet dieses Werk dem Leser einiges an Kuriositäten.Akcam berichtet das ganze Buch hindurch, dass die Jungtürken damals wegen "Völkermord an den Armeniern" angeklagt wurden. Es sei erwähnt, dass der Begriff Völkermord (Genocide) erst nach dem Zeiten Weltkrieg eingeführt wurde und dass die Vergehen gegen die Armenier damals nur einer von vielen Anklagepunkten gegen die Jungtürken waren. Akcam erwähnt das übrigens auch in einem Nebensatz, doch die richtigen Schlüsse daraus zieht er nicht. Diese völlig unwissenschaftliche Herangehensweise ist nicht zu entschuldigen. Des Weiteren handelte es sich damals um Schauprozesse der politischen Gegner der Jungtürken (man beachte z. B., wie lobend Ackam über Damat Ferit schreibt...), die nach dem Ersten Weltkrieg an die Macht kamen und 1.) ihre ehemaligen politischen Gegner belasten und diskreditieren und 2.) insbesondere für die anstehenden Friedensverhandlungen in Paris günstigere Bedingungen für das besiegte Osmanische Reich schaffen wollten. Deswegen klagten sie fast jeden an, der irgendwie mit den Jungtürken in Verbindung war in der (vergeblichen) Hoffnung, dadurch die Entente freundlicher zu stimmen und um mit ihren ehemaligen politischen Gegnern abzurechnen. Die "Prozessakten" wurden in Auszügen (!) in diversen Zeitungen veröffentlicht (auf diese bzw. auf Dadrians Aufsätze - und nicht irgendwelche offiziellen Prozessakten - bezieht sich übrigens auch Akcam!), ohne dass die Originalprozessakten zugänglich oder auffindbar waren. Man stelle sich das oben beschriebene Vorgehen bei den so gern referierten Nürnberger Prozessen vor. Die Engländer bezeichneten die Prozesse dann auch als das, was sie waren: eine Farce Interessanterweise scheint man jedoch geneigt, über solche Fakten und die außerst unseriöse Arbeitsweise Akcams hinwegzusehen. Anstatt sich mit Akcams Arbeit seine Zeit zu verschwenden, empfehle ich das Buch von Gunther Lewy (The Armenian Massacres in Ottoman Turkey: A Disputed Genocide). Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
24 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine gute Dokumentation,
Von Harry Kanther (London) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Armenien und der Völkermord: Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung (Taschenbuch)
Ich habe das Buch schon vor einigen Jahren gelesen und muss sagen, dass es zum Besten gehoert, was es auf Deutsch ueber den armenischen Genozid zu lesen gibt, gerade in wissenschaftlicher Hinsicht. Es handelt sich hier allerding um keine Geschichte des Genozids, sondern um eine Edition von ins Deutsche uebersetzten tuerkischen Gerichtsprotokollen. Akcam stellt diesen jedoch eine ausfuehrliche Analyse voran, aus der man vieles, auch manches Neues ueber den Genozid, seine Planung und Ausfuehrung erfaehrt.Das Buch besteht zum groessten Teil aus einer Dokumentation der sogenannten Istanbuler Prozesse 1919-1920, inklusive Gerichtsprotokolle, als kurz nach dem Ersten Weltkrieg und bevor die Tuerkei began, den Voelkermord zu leugnen, die Hauptverantwortlichen der Massaker an die Armenier von tuerkischen (!) Gerichten zur Rechenschaft gezogen wurden. Hier ist eine Praezedenz zu den Nuernberger Prozessen gegeben, die sicherlich aufschlussreich ist. Akcam ist einer der wenigen gewissenhaften tuerkischen Wissenschaftler, die sich der dunklen Vergangenheit ihres Landes stellen und es erhellen wollen. Ebenfalls zu empfehlen: Rolf Hosfelds gerade erschienenes Buch "Operation Nemesis". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
30 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ein hervorragendes und mutiges Buch,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Armenien und der Völkermord: Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung (Taschenbuch)
Taner Akcams Untersuchung der Istanbuler Prozesse ist ein wissenschaftlich hervorragendes und zugleich ein mutiges Buch, für das er den Preis des Exils bezahlt. Die Behauptung, er habe die Quellen falsch übersetzt, ist Humbug. Akcam gehört mittlerweile - vor allem in seiner neuen Wahlheimat Amerika - zu den internationalen Top-Spezialisten des Völkermordes an den Armeniern. Nur im eigenen Lande zählt der Prophet nichts. Aber auch das wird sich ändern, denn immer mehr Türken sehnen sich nach einer Aufarbeitung der eigenen Geschichte und nach einem stabilen Frieden mit der ältesten christlichen Nation, die ihr Land weit vor ihnen besiedelte. Dieser wird indessen erst möglich sein, wenn die offizielle Türkei aufhört, alle Wissenschaftler als Fälscher zu bezeichnen, die die These vertreten, dass der Völkermord an den Armeniern der erste Genozid des 20. Jahrhunderts war. Das mangelhafte Deutsch der beiden bei Amazon veröffentlichten negativen Rezensionen spricht für sich....
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