Abgesehen von dem miserablen Deutsch und der Tatsache, dass offensichtlich Vahakn N. Dadrian als Ghostautor an diesem Buch mitarbeitete (dies ist kaum zu übersehen), bietet dieses Werk dem Leser einiges an Kuriositäten.
Akcam berichtet das ganze Buch hindurch, dass die Jungtürken damals wegen "Völkermord an den Armeniern" angeklagt wurden.
Es sei erwähnt, dass der Begriff Völkermord (Genocide) erst nach dem Zeiten Weltkrieg eingeführt wurde und dass die Vergehen gegen die Armenier damals nur einer von vielen Anklagepunkten gegen die Jungtürken waren. Akcam erwähnt das übrigens auch in einem Nebensatz, doch die richtigen Schlüsse daraus zieht er nicht. Diese völlig unwissenschaftliche Herangehensweise ist nicht zu entschuldigen.
Des Weiteren handelte es sich damals um Schauprozesse der politischen Gegner der Jungtürken (man beachte z. B., wie lobend Ackam über Damat Ferit schreibt...), die nach dem Ersten Weltkrieg an die Macht kamen und 1.) ihre ehemaligen politischen Gegner belasten und diskreditieren und 2.) insbesondere für die anstehenden Friedensverhandlungen in Paris günstigere Bedingungen für das besiegte Osmanische Reich schaffen wollten.
Deswegen klagten sie fast jeden an, der irgendwie mit den Jungtürken in Verbindung war in der (vergeblichen) Hoffnung, dadurch die Entente freundlicher zu stimmen und um mit ihren ehemaligen politischen Gegnern abzurechnen.
Die "Prozessakten" wurden in Auszügen (!) in diversen Zeitungen veröffentlicht (auf diese bzw. auf Dadrians Aufsätze - und nicht irgendwelche offiziellen Prozessakten - bezieht sich übrigens auch Akcam!), ohne dass die Originalprozessakten zugänglich oder auffindbar waren.
Man stelle sich das oben beschriebene Vorgehen bei den so gern referierten Nürnberger Prozessen vor.
Die Engländer bezeichneten die Prozesse dann auch als das, was sie waren: eine Farce
Interessanterweise scheint man jedoch geneigt, über solche Fakten und die außerst unseriöse Arbeitsweise Akcams hinwegzusehen. Anstatt sich mit Akcams Arbeit seine Zeit zu verschwenden, empfehle ich das Buch von Gunther Lewy (The Armenian Massacres in Ottoman Turkey: A Disputed Genocide).