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Der Fall Armenien. Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung
 
 
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Der Fall Armenien. Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung [Broschiert]


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Produktinformation

  • Broschiert
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3930908263
  • ISBN-13: 978-3930908264
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14,8 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 3.937.138 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Taner Akçam
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Völkermord an den Armeniern 1915 war ein organisiertes und brutales Massaker, dem ein großer Teil des Volkes zum Opfer fiel. Die Dokumentation der Istanbuler Prozesse aus dem Jahr 1920, in denen einige Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen wurden, bietet einen Einblick in die Planung und Durchführung dieses Verbrechens.

Der Verlag über das Buch

Der Prozeß über den Völkermord an den Armeniern
In den Jahren 1919/20 wurden vor dem Kriegsgericht in Istanbul eine Reihe von Prozessen gegen führende türkische Politiker angestrengt, mit dem Ziel, den Völkermord an den Armeniern während des Ersten Weltkrieges zu untersuchen und die Verantwortlichen zu bestrafen. Diese Prozesse kamen durch Druck der alliierten Mächte zustande, die damit einen ersten Schritt unternahmen, Menschenrechtsprinzipien mit Hilfe einer internationalen Strafgerichtsbarkeit zur Geltung zu verhelfen. Der türkische Soziologe Taner Akcam stellt diesen kaum bekannten Vorläufer der Nürnberger Prozesse in den Zusammenhang des Niedergangs des Osmanischen Reiches und des Aufstiegs der jungtürkischen Bewegung mit ihrem Bestreben, einen homogenen türkischen Nationalstaat zu gründen. Er analysiert zugleich die spezifischen historischen und politisch-ideologischen Hintergründe, die zum Genozid an den Armeniern führten, und zeigt, wie die Westmächte, ungeachtet ihres juristischen Engagements, die Aufteilung des Osmanischen Reiches betrieben. Damit riefen sie den Widerstand der türkischen Nationalbewegung gegen die »Siegerjustiz«, die »Einmischung in die inneren Angelegenheiten« und die »Verletzung der staatlichen Souveränität« hervor. Der Band enthält darüber hinaus zum ersten Mal in deutscher Sprache eine kommentierte Auswahl aus den Verhandlungsprotokollen und Urteilsbegründungen der Istanbuler Prozesse. Sie vermitteln neue Erkenntnisse über die Planung und Durchführung des Völkermords und konfrontieren uns mit den Mechanismen und der Brutalität von Haß und Gewalttätigkeit. In den Blick genommen werden aber auch die Kontroversen über die Berechtigung der Anklage, die Zuständigkeit des Gerichts und die Frage individueller Verantwortlichkeit, die bis heute die Diskussion um die Etablierung eines internationalen Strafgerichtshofs kennzeichnen.

»Noch heute ist das Thema in der Türkei tabuisiert. Taner Akçam ist mit seiner Veröffentlichung der Prozeßprotokolle und einer entsprechenden Kommentierung der erste Historiker, der Licht in das verdrängte Kapitel türkischer Geschichte bringt.« (Bayerischer Rundfunk, Florian Hildebrand)


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine gute Dokumentation 25. März 2005
Format:Taschenbuch
Ich habe das Buch schon vor einigen Jahren gelesen und muss sagen, dass es zum Besten gehoert, was es auf Deutsch ueber den armenischen Genozid zu lesen gibt, gerade in wissenschaftlicher Hinsicht. Es handelt sich hier allerding um keine Geschichte des Genozids, sondern um eine Edition von ins Deutsche uebersetzten tuerkischen Gerichtsprotokollen. Akcam stellt diesen jedoch eine ausfuehrliche Analyse voran, aus der man vieles, auch manches Neues ueber den Genozid, seine Planung und Ausfuehrung erfaehrt.

Das Buch besteht zum groessten Teil aus einer Dokumentation der sogenannten Istanbuler Prozesse 1919-1920, inklusive Gerichtsprotokolle, als kurz nach dem Ersten Weltkrieg und bevor die Tuerkei began, den Voelkermord zu leugnen, die Hauptverantwortlichen der Massaker an die Armenier von tuerkischen (!) Gerichten zur Rechenschaft gezogen wurden. Hier ist eine Praezedenz zu den Nuernberger Prozessen gegeben, die sicherlich aufschlussreich ist.

Akcam ist einer der wenigen gewissenhaften tuerkischen Wissenschaftler, die sich der dunklen Vergangenheit ihres Landes stellen und es erhellen wollen.

Ebenfalls zu empfehlen: Rolf Hosfelds gerade erschienenes Buch "Operation Nemesis".

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20 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Seltsames Buch 10. Februar 2006
Format:Taschenbuch
Abgesehen von dem miserablen Deutsch und der Tatsache, dass offensichtlich Vahakn N. Dadrian als Ghostautor an diesem Buch mitarbeitete (dies ist kaum zu übersehen), bietet dieses Werk dem Leser einiges an Kuriositäten.

Akcam berichtet das ganze Buch hindurch, dass die Jungtürken damals wegen "Völkermord an den Armeniern" angeklagt wurden.

Es sei erwähnt, dass der Begriff Völkermord (Genocide) erst nach dem Zeiten Weltkrieg eingeführt wurde und dass die Vergehen gegen die Armenier damals nur einer von vielen Anklagepunkten gegen die Jungtürken waren. Akcam erwähnt das übrigens auch in einem Nebensatz, doch die richtigen Schlüsse daraus zieht er nicht. Diese völlig unwissenschaftliche Herangehensweise ist nicht zu entschuldigen.

Des Weiteren handelte es sich damals um Schauprozesse der politischen Gegner der Jungtürken (man beachte z. B., wie lobend Ackam über Damat Ferit schreibt...), die nach dem Ersten Weltkrieg an die Macht kamen und 1.) ihre ehemaligen politischen Gegner belasten und diskreditieren und 2.) insbesondere für die anstehenden Friedensverhandlungen in Paris günstigere Bedingungen für das besiegte Osmanische Reich schaffen wollten.

Deswegen klagten sie fast jeden an, der irgendwie mit den Jungtürken in Verbindung war in der (vergeblichen) Hoffnung, dadurch die Entente freundlicher zu stimmen und um mit ihren ehemaligen politischen Gegnern abzurechnen.

Die "Prozessakten" wurden in Auszügen (!) in diversen Zeitungen veröffentlicht (auf diese bzw. auf Dadrians Aufsätze - und nicht irgendwelche offiziellen Prozessakten - bezieht sich übrigens auch Akcam!), ohne dass die Originalprozessakten zugänglich oder auffindbar waren.

Man stelle sich das oben beschriebene Vorgehen bei den so gern referierten Nürnberger Prozessen vor.

Die Engländer bezeichneten die Prozesse dann auch als das, was sie waren: eine Farce

Interessanterweise scheint man jedoch geneigt, über solche Fakten und die außerst unseriöse Arbeitsweise Akcams hinwegzusehen. Anstatt sich mit Akcams Arbeit seine Zeit zu verschwenden, empfehle ich das Buch von Gunther Lewy (The Armenian Massacres in Ottoman Turkey: A Disputed Genocide).
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31 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Taner Akcams Untersuchung der Istanbuler Prozesse ist ein wissenschaftlich hervorragendes und zugleich ein mutiges Buch, für das er den Preis des Exils bezahlt. Die Behauptung, er habe die Quellen falsch übersetzt, ist Humbug. Akcam gehört mittlerweile - vor allem in seiner neuen Wahlheimat Amerika - zu den internationalen Top-Spezialisten des Völkermordes an den Armeniern. Nur im eigenen Lande zählt der Prophet nichts. Aber auch das wird sich ändern, denn immer mehr Türken sehnen sich nach einer Aufarbeitung der eigenen Geschichte und nach einem stabilen Frieden mit der ältesten christlichen Nation, die ihr Land weit vor ihnen besiedelte. Dieser wird indessen erst möglich sein, wenn die offizielle Türkei aufhört, alle Wissenschaftler als Fälscher zu bezeichnen, die die These vertreten, dass der Völkermord an den Armeniern der erste Genozid des 20. Jahrhunderts war. Das mangelhafte Deutsch der beiden bei Amazon veröffentlichten negativen Rezensionen spricht für sich....
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