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Arme Leute: Roman (insel taschenbuch)
 
 
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Arme Leute: Roman (insel taschenbuch) [Taschenbuch]

Fjodor Dostojewski , Hermann Röhl
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 175 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: 4 (27. Oktober 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458338462
  • ISBN-13: 978-3458338468
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,1 x 1,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 71.454 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Fjodor Michailowitsch Dostojewski
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Das Werk, das die Wirkung finanzieller Ohnmacht auf die Seele der Menschen zum Thema hat, wurde von der zeitgenössischen Kritik hymnisch gefeiert.Die Liebe eines armseligen Kanzleibeamten zu der weitaus jüngeren Warwara schildert dieser Roman, der den vierundzwanzigjährigen Autor mit einem Schlag berühmt machte. Die beiden Hauptpersonen leben in einem Petersburger Armenviertel. Der Beamte Makar verzichtet auf persönliche Zusammenkünfte, um Warwara nicht ins Gerede zu bringen. So schreibt man sich ein Jahr lang Briefe. Doch die herbstliche Enttäuschung läßt nicht auf sich warten: Warwara heiratet einen reichen Gutsbesitzer, der sich ein Jahr zuvor an ihr verging, und verläßt Petersburg auf immer. Das Werk, das die Wirkung finanzieller Not auf die Seele der Menschen zum Thema hat, wurde von der zeitgenössischen Kritik hymnisch gefeiert.

Über den Autor

Fjodor Michailowitsch Dostojewski wurde am 11. November 1821 in Moskau geboren und starb am 9. Februar 1881 in St. Petersburg. Er entstammte einer verarmten Adelsfamilie, sein Vater war Arzt. Nach dem Tod seiner Mutter 1837 ließ sich Dostojewski mit seinem Bruder Michail in St. Petersburg nieder, wo er von 1838 bis 1843 an der Militärakademie Bauingenieurwesen studierte. 1844 begann er mit den Arbeiten zu seinem 1846 veröffentlichten Erstlingswerk Arme Leute. Dieser Roman machte ihn zusammen mit Der Doppelgänger, der ebenfalls 1846 erschien, schlagartig berühmt. Zu seinem Hauptwerk zählen unter anderem die Romane Schuld und Sühne aus dem Jahr 1866, Der Idiot (1868) und Die Brüder Karamasow (1880). Dostojewski ist ein zentraler Vertreter des Realismus innerhalb der russischen Literatur und gilt neben Lew Nikolajewitsch Tolstoj als bedeutendster russischer Schriftsteller.


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Es ist lange her, daß ich mir vorgenommen hatte mal etwas von dem großen Meister, dessen Namen wohl niemand zu schreiben weiß, zu lesen. Dann kam die Gelegenheit Arme Leute zu lesen und von nun an werde ich alles von ihm lesen. Es ist gar nicht einmal der Stoff des Romans dereinen in seinen Bann zieht, es ist die detailgetreue und überaus ehrliche Beschreibung der Charaktere die einen nicht mehr loslassen. In diesem Briefroman, zumal seinem ersten Roman überhaupt, wird der Leser Zeuge eines Briefwechsels zwischen einem Mann und einer Frau. Diese beiden Personen stehen in einer Abhängigkeit zueinander, wobei es bei dem Mann eine emotionale, bei der Frau eine eher materielle Abhängigkeit ist, denn der Mann ist ihr Wohltäter, der jedoch selber auch immer mehr in Schulden gerät, da er es nicht sein lassen kann, der Frau Geschenke zu machen. Am Ende geht es jedoch, zumindest aus finanzieller Sicht, sowohl dem Mann als auch der Frau dann wieder besser, dafür fehlt dann etwas anderes.

Es ist ein sehr gefühlvoller und romantischer Briefwechsel. Das Ende kommt sehr überraschend und hat mich traurig gestimmt, aber mehr kann ich jetzt nicht dazu verraten.
Ich halte diesen Roman für einen guten Einstieg in das Werk von Dostoveskji, da es vom Umfang her zu bewältigen ist und garantiert Lust auf mehr macht.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
..
Ein Briefroman aus dem Jahre 1846 machte Dostojewski (1821 -1881) mit einem Mal berühmt. Dieser Roman wurde hymnisch gefeiert, ihm, dem Sohn eines Armenarztes ist vielleicht etwas gelungen, was ihn aus seiner engen Situation vermeintlich befreite. Und doch gilt auf die Frage: Wie soll ich den leben? ,dass Dostojewski schon vor der Frage mit der Antwort geboren wurde. Sein Wort der Worte war die Liebe, die Liebe zu allen Menschen. Und hier in diesem Briefroman zeigt er erstmalig seine hohe, psychologisch geschulte Beobachtung von Menschen und deren intimste Regungen. Sein Ringen, unabhängig jedweder Herkunft, um die ureigensten menschlichen Bedürfnisse, durchzieht sein Werk von Arme Leute bis zu den Brüdern Karamasoff.

Zwei Menschen, Makar und seine Warwarna, schreiben sich, obwohl sie nahezu vis a vis wohnen. Sie schreiben sich und lernen sich in diesen Begegnungen trotz anfänglich distanzierter Anrede kennen, sie schreiben, wie sie leben, welche Menschen neben ihnen wohnen und sie schreiben, was sie am Fenster des jeweils anderen beobachten. Sie schreiben von den ersten Vorstellungen, von dem Bedürfnis nach Nähe, die aber nicht real wird, weil er der Einladung der Frau nicht Folge leisten kann, da er das Gerede der Nachbarn fürchtet, nicht für sich, sondern für sie. Er schreibt immer in einer im hohen Masse rücksichtsvollen Art, falsch verstandene Aussagen, die ironisch ihrerseits hinterfragt werden, kann er nur mit allerliebsten Worten erklären, weil ihm an dieser Beziehung, genau in dieser Art etwas liegt weil es für ihn Alles ist. " ... ging ich zum Dienst so stolz, es war so ein Leuchten in meinem Herzen, es war so wie ein Feiertag der Seele." Und dieses Etwas ist das Einzige und doch auch Alles, was er spürt an Nähe zu anderen Menschen. Sie schreibt von ihrer Familie, sie gibt ihm ihre Kindheitserinnerungen als Tagebuch, er berichtet von Büchern und seiner Meinung, was sie gern lies. "Sie wollen wohl nur Poesie haben, die von Liebe und Sehnsucht handelt, - deshalb werde ich Ihnen auch Gedichte verschaffen, alles, alles, was Sie nur haben wollen." Die Briefanreden werden persönlicher, von sehr geehrte Herr / Frau zu mein Täubchen, mein Lieber. An dem Sie halten beide fest. Der Briefwechsel begann am 8.April.

Als er bemerkt, dass seine Briefliebschaft durch Dritte gestört wird, einem reichen Landbesitzer, versucht er sie von der Abreise nach vereinbarter Hochzeit der beiden, mit einem Schwall von Gefühlen zu hindern. Sie schreibt am 30. September: "Nun ist es geschehen! Mein Los hat sich entschieden. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringen wird, aber ich füge mich dem Willen des Herrn. Morgen reisen wir. [... Meine Seele ist so voll, so voller Tränen. Vergessen Sie nicht Ihre arme Warinka." Er: "Sagen Sie ihm einfach, dass Sie hierbleiben, dass Sie nicht mit ihm fahren können! [...] Wodurch ist er Ihnen plötzlich so lieb und so viel wert geworden? Er hat Ihnen bestimmt nur Fabeln gekauft. Hier aber sitzt ein Menschenleben. [...] Soll dies denn wirklich der letzte Brief sein? Nein, Sie müssen mir schreiben, ich werde Ihnen schreiben. Fängt doch gerade mein Stil an, besser zu werden, nein, was ich schreibe, ich weiß nichts, gar nichts weiß ich, ich schreibe und schreibe und werde auch nichts mehr durchlesen nur schreiben ... nur schreiben, es gibt immer noch mehr zu schreiben .... Mein Täubchen, Mein Liebling, mein Kind." Sein letzter Brief ist ein einziges Zeugnis eines in eine schriftliche Freundschaft und Liebschaft übertragenes Leben. Ihm scheint nichts zu bleiben. Nichts.

Dostojewski ist in seinem Erstling alles gelungen, die Empathie zwischen Menschen, ihre Nähe, ihren Wunsch, sich aneinander zu halten, sich beizustehen, diese Liebe als Freiheit zu begreifen. Er beschreibt selbst aus der Sicht eines Armen, er lebt auch selbst in einer Illusion und dieses Zusammenspiel von eigener Realität und geschriebene Fiktion macht diesen Briefwechsel zu einem Erlebnis für den Leser. Nichts wird ihm entgehen, entstehen wird der Eindruck einer Langsamkeit in der Entstehung von Beziehungen, die es heute nicht mehr gibt. Und dieses wohlwollende Reifen von Wollen zum anderen ist das Terrain von Dostojewski, daher sei "Weiße Nächte" und "Die Sanfte" als jeweils kurze Erzählung ebenso empfohlen.

Diese Welt des Außen, in Briefen verfasst, die zum Nachlesen, immer wieder neu lesen permanenten Unterschlupf gewährt, soll abhalten von dem Leiden des aktuellen Daseins beider Personen. Dostojewski sieht die Menschen nicht als soziale arme Wesen, sondern ob sie seelisch reich sind, nicht, ob sie sozial erniedrigt sind, sondern seelisch Höherstehende. Im Sinne von Sitte und Ethik fragt er niemals nach Schuld, sondern nur danach, ob sie unglücklich sind. Schuld bedarf einer äußeren Verzeihung, für Dostojewski tragen die Menschen die Verzeihung bereits in sich. Damit gibt es gegenüber dem Menschen nur einen Standpunkt, es ist nicht Schuld oder Unschuld, nicht Moral oder Unmoral, für ihn gilt nur das Leiden. Nach dem Gehalt des Leidens können sie für ihn beurteilt werden, nach dem Leiden, dass sie durchmachen mussten, um zu werden, der sie sind.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
... ist sowohl ein Zitat aus dem Roman, als auch eine Frage, die sich beim Lesen des Buches immer wieder stellt.

Um es vorwegzunehmen, von mir gibt es 5 Sterne, weil der Autor Themen aufgreift und ganz eindringlich beschreibt, die anrühren. Eine allgemeine Kaufempfehlung abzugeben fällt mir jedoch schwer, da es einerseits sehr spezieller Lesestoff ist. Die Sprache ist anfangs eigentümlich - was nicht verwundert nach fast 170 Jahren (Erscheinungsjahr: 1846) - aber nicht unverständlich. Nachdem man sich eingelesen hat, geht der Erzählstil in einen über. Andererseits sollte man zu den Themen Armut und Reichtum im Kontrast, Ehre, Moral, Hoffnung, Hilfsbereitschaft usw. eine gewisse Affinität haben. Wem diese Attribute zusagen wird das Buch sicher mögen.

Die Liebe zwischen einem Kanzleibeamten und einer weitaus jüngeren Näherin wird hier über einen Briefwechsel geschildert, den man im Buch rund 6 Monate verfolgt. Dabei ist der 1. Brief im Buch nicht der 1. Brief zwischen den beiden. So erklärt sich auch der Klappentext, in dem von einem Jahr Briefwechsel gesprochen wird. Auch werden nicht alle Briefe "veröffentlicht". Öfters wird Bezug genommen auf Geschehnisse oder Briefe von Tagen, die eben nicht abgedruckt sind.

Auch wenn aufopferungsvolle Liebe geschildert wird, handelt sich bei dem Buch nicht um einen Liebesroman nach Hausfrauenart. Vielmehr geht es - wie der Titel vermuten lässt - um die Kluft zwischen Arm und Reich im Russland des 19. Jahrhunderts, die erschreckenderweise heute genauso in Russland - und auch in anderen Teilen der Welt - vorherrscht; wo bei steigendem Wohlstand auch die Ungleichheit wächst. Und damals wie heute gilt: "Das Stöhnen der Hungrigen stört die Satten im Schlafe!" (Zitat S. 141). Die Personen beschreibt der Autor in diesem Roman nicht detailgetreu, so dass man sich vom Äußeren kaum ein Bild machen kann. Wohl aber umso mehr beschreibt er ausführlich und mit absoluter Vielschichtigkeit schreckliche Armut und finanzielle Ohnmacht gepaart mit unbedingtem Lebenswillen und Ehrgefühl sich selbst und anderen gegenüber sowie Zuwendung und Hilfsbereitschaft in guten wie in schlechten Zeiten.

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Die Geschichte beschreibt trotz ihres Alters aktuelle Themen die mitreißen; in etwas holpriger Sprache, die jedoch in jedem Falle verständlich ist.
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