Wer heute kocht, der tut das auf andere Weise als seine Eltern und Großeltern. Bei vielen ist die Küche international und abwechslungsreich geworden. Viele, die heute am Herd stehen, sind selbst schon mit Wok und Pasta groß geworden. Verloren geht dabei so manches, was früher als Delikatesse galt. Das Buch "Arme Leute-Essen" will dieses Wissen jetzt in die Küchen zurückbringen.
Es geht um vergessenes Wissen, um Gerichte, die viele kennen und mögen, die aber nur noch die wenigsten zubereiten können.
Arme Ritter, Zwiebelsuppe und Rübeneintopf, zum Beispiel. Das Aroma von gestern, von Großmutters Küche durchweht dieses Buch. Viele Gerichte standen in den 50ern und 60ern täglich auf den deutschen Speiseplänen und sind heute fast vergessen. Herbert Kalcher und seine Frau Annette wollten dagegen etwas tun.
Rote Bete, Schwarzwurzeln, Linsen. Es geht auch hier nicht um die neue Kombination, das raffinierte Gewürz oder ein Sechsgänge-Menü. Das Buch erklärt einfach die Gerichte und die Zutaten.
Vergessenes neu angerichtet
Einige der beschriebenen Gemüsesorten und Gerichte haben es in den vergangenen Jahren auch bereits wieder auf die Speisepläne von Spitzenrestaurants geschafft: Bärlauch, Mangold oder Zwiebelkuchen zum Beispiel.
Bevor man nun aber im Restaurant Falschen Hasen, Kekskuchen oder Arme Ritter findet, dürften noch einige Jahre vergehen. Wer schon vorher mal wieder Appetit darauf hat, der kann hier dem Duft in die Küchen von früher folgen.