Viele gute Songwriter-Alben, die ich kenne, sind schwer, erwärmend und passen oft dann am besten in den Player, wenn es draussen dunkel und kalt wird und der Herbst die Tage kürzer macht. Mit Andrew Birds Armchair Apocrypha kommt mal etwas völlig Neues, zumindest für mich. Die Songs dieser Platte erinnern an Sommerregen, singende Vögel, das unfassbar Schöne und nicht zuletzt an das Weltall.
Highlights:
Fiery crash: einprägend, stark und absolut fantastisch.
Armchairs: ein Song, der an die Tiefe des Weltalls erinnert. Ein tiefes, introvertiertes Klavier begleitet Birds Gesang, währenddessen hohe, spacige Pfeifgeräusche immer wieder versuchen, den Song vom Boden abzuheben und mit ihm davonzuschwirren, was ihnen gegen Ende hin auch gelingt.
Cataracts: ein herrliches Pfeif-Refrain lässt einen selbst abheben.
Spare-ohs: ein Ohrwurm sondergleichen. Leicht und beschwingt, erinnert an einen Spätfrühlingsabend.
Yawny at the apocalypse: dieser rein instrumentalische Song ist schlichtweg grandios. Etwas Fantastisches nimmt in diesem Stück seinen Lauf, das so herrlich klingt wie manche Tage schön sein können. Erinnert mich unweigerlich an einen verregneten Spätfrühlingsabend, den die Vögel mit voller Würde und Respekt verabschieden und der durch die Wolken brechenden Sonne zuzwitschern.
Genau so ehrenvoll beendet dieser Song ein Meisterwerk von einem Album, das man nicht nur hört, sondern das einen dazu bringt, sich direkt an den Ursprung, an die Quelle dieser fantastischen Songs zu begeben.