Klappentext
Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Menschen. Waren bis vor nicht langer Zeit fast nur noch Quarz-Armbanduhren, häufig mit digitaler Zeitanzeige, an den Handgelenken zu sehen, so ist heute wieder die alte klassische Armbanduhr mit jenem liebenswürdigen Ticken gefragt, das gerne als die "Seele" der Uhr bezeichnet wird. Seit ungefähr zehn Jahren hat sich die mechanische Armbanduhr kontinuierlich zu einem beliebten und begehrten Sammlerobjekt entwickelt. Gisbert L. Brunner legt die über hundertjährige Geschichte der Armbanduhr in Wort und Bild dar, sowohl im Hinblick auf das Design als auch auf die Nutzungsformen und die technischen Ausprägungen. Er zeigt die Preisentwicklung verschiedener Uhrenmarken und -modelle an Beispielen des internationalen Auktionsgeschehens auf und geht auf Tourbillons, eine spezielle Konstruktion für eine höhere Ganggenauigkeit der Uhr, ein. Kurzporträts der wichtigsten Uhrenhersteller (Audemars Piguet, Cartier, Omega, Rolex, Chopard, Corum u.a.) runden dieses Handbuch ab, das hier in komplett überarbeiteter, erweiterter und aktualisierter Ausgabe vorliegt.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Vorwort
Es begann in den frühen Achtziger Jahren. Die rasch um sich greifende Quarzwelle veranlaßte eingefleischte und engagierte Mechanik-Liebhaber, die tickende Armbanduhr vor dem Exitus zu bewahren. Nach einer rund hundertjährigen, ausgesprochen spannenden Entwicklungsgeschichte schien es nämlich so, als ob das Thema mechanische Armbanduhr sang- und klanglos zu den Akten gelegt werden sollte. Die kulturgeschichtlichen Aspekte des in milliardenfacher Auflage produzierten Volks-Zeitmessers interessierten selbst die einschlägig befaßte Industrie nur wenig. Wertvolle Firmenarchive wurden geplündert oder achtlos der Vernichtung preisgegeben. Allmählich etablierte sich ein neues Sammelgebiet, und daraus resultierte naturgemäß ein entsprechendes Informationsbedürfnis.
1983 erschienen die ersten Bücher über die historische Entwicklung, den kometenhaften Aufstieg und den scheinbaren Niedergang der mechanischen Armbanduhr.
Diese Literatur leistete einen nicht unerheblichen Beitrag zum Ausbruch des sogenannten "Armbanduhren-Fiebers". Es ließ die Preise für interessante alte Armbanduhren förmlich explodieren. Und es weckte das Interesse speziell der eidgenössischen Fabrikanten. Sie entdeckten ein totgesagtes Betätigungsfeld neu und widmeten sich fortan wieder sehr viel stärker der mechanischen Armbanduhr. So setzte etwa 1984 die Renaissance der Mechanik ein, welche rasch um sich griff und eine erstaunliche Entwicklung nahm. In der Folge entstanden mechanische Armbanduhren, die es bis dahin noch nie gab. Komplikationen lautete das Zauberwort. Ewige Kalendarien, Tourbillons, Repetitionen, Weltzeitmechanismen, um nur einige zu nennen, gelangten in einer ungeahnten Vielfalt auf den Markt.
Das Rad drehte sich immer schneller; der Armbanduhren-Boom erfaßte auch Zeitgenossen, welche ihrem persönlichen Zeitmesser bis dahin kaum Bedeutung beigemessen hatten.
1990 erschien dieses Werk als erstes deutschsprachiges Taschenbuch zum Trendthema Armbanduhr. Und es stieß auf eine so unerwartet positive Resonanz bei Uhrensammlern, Uhrenliebhabern, Fachhändlern sowie Uhrenfirmen, daß jedes Jahr eine neue, den aktuellen Entwicklungen so weit als möglich angepaßte Auflage erscheinen konnte.
Zum Wesen der kostbaren Zeit gehört die Veränderung. Seit der Premiere dieses Buchs hat sich in der Branche viel getan. Zum Beispiel brachte die Wiedervereinigung ein Comeback der Glashütter Uhrenindustrie, änderten sich die Besitzverhältnisse vieler Uhrenfirmen, erlangte das Armband-Tourbillon eine ungeahnte Bedeutung, führte das Stöbern in mannigfachen Archiven zu neuen Erkenntnissen.
Deshalb liegt der Titel Armbanduhren nun in einer völlig überarbeiteten und erheblich erweiterten Fassung vor, welche den aktuellen Trends in der Branche Rechnung trägt.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.