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Arm und Reich: Die Schicksale menschlicher Gesellschaften
 
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Arm und Reich: Die Schicksale menschlicher Gesellschaften (Broschiert)

von Jared Diamond (Autor), Volker Englich (Übersetzer)
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Seit dem 16. Jahrhundert haben die Europäer maßgeblich bestimmt, wo es langgeht in der Welt -- in guten wie in schlechten Tagen. In Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften erläutert Jared Diamond, warum sich die Dinge so entwickelt haben. Es ist eine elementare Frage, und Diamond ist gewiß nicht der erste, der sie stellt. Seine besondere Leistung besteht jedoch darin, daß er sich auf wissenschaftliche Fakten stützt statt auf fadenscheinige Theorien über die genetische Überlegenheit der Europäer. Diamond, ein Professor der Physiologie an der University of California at Los Angeles (UCLA), weist darauf hin, daß die Geographie Eurasiens bestens geeignet war für die Entwicklung der Landwirtschaft und der Viehhaltung sowie für den freien Informationsfluß. Die bevölkerungsreicheren Kulturen, die sich daraus entwickelten, hatten komplexere Regierungs- und Kommunikationsformen -- und eine erhöhte Resistenz gegenüber Krankheiten. Darüberhinaus nutzte das zersplitterte Europa die Kraft der wettbewerbsorientierten Innovation in einer Weise wie es China nicht tat. (Zum Beispiel benutzten die Europäer die chinesische Erfindung des Schießpulvers, um die Schußwaffen zu entwickeln, mit denen sie dann die Neue Welt unterwarfen.) Diamonds Buch ist komplex und ein wenig verwirrend. Aber die These, die er methodisch vorbringt -- die Untersuchung der "positiven Feedback-Schleife" der Landwirtschaft, der Viehhaltung, der Bevölkerungsdichte, der Innovation, und so weiter -- ergibt Sinn. Geschrieben ohne Partei für irgendeine Seite zu ergreifen, ist Arm und Reich ein gutes Buch über die Weltgeschichte. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


Pressestimmen

»Diamonds Sicht der Geschichte ist ein großartiger Wurf!« Frankfurter Allgemeine Zeitung

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90 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine ökologische Weltgeschichte der Spitzenklasse, 27. Oktober 2006
Von ludwigwitzani (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
Jarred Diamond unterhielt sich eines Tages mit einem Melanesier auf Papua Neuguinea über dies und das wurde plötzlich gefragt, warum die westliche Welt so viel höher entwickelt sei als die Heimat der Melanesier. Das ist "Yalis Frage", die der Autor am Beginn des Buches formuliert und deren Beantwortung ihn zu einem Galoppritt durch die menschliche Evolution veranlasst. Dieser Galoppritt beginnt immerhin vor etwa sieben Millionen Jahren, als sich in Afrika der Urahn des Menschen aus dem Primatenbaum separierte, ehe er vor zwei Millionen Jahren mit Hilfe des Feuers auch in Gebiete außerhalb Afrikas vordrang. Doch erst mit dem Auftreten des homo sapiens bzw. des sprachbegabten Cro Magnon Menschen ging es vor etwa 50.000 Jahren so richtig los: Der homo sapiens kennt Behausungen und Kleidung und weitet er seine Lebensräume bis nach Sibirien, Amerika und Australien aus. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass er, wohin er auch kommt, die Großtierarten ausrottet. Dodo, Vogel Rock, das amerikanische Mammut  ab in den Orkus der Schöpfung. So weit so schlimm, doch was ist mit Afrika passiert? fragt der Autor. Hatte denn Afrika als die Wiege des Menschen nicht einen ungeheureren Vorsprung und wieso konnten die Menschen in Afrika diesen Vorsprung nicht halten?
Die Antwort ist, dass nur die Ehtnien denen es gelang, die Landwirtschaft zu entwickeln soziokulturell abgehen wie die Raketen - die anderen müssen in den Gesäßfalten der Naturgeschichte verharren. Wie sich nun dieser Übergang vom Nomadentum zur Landwirtschaft in den verschiedenen Weltteilen ökologisch gestaltet, gehört zu den interessantesten Passagen des Buches. Der erste Schritt war die Verwertung von Wildpflanzen, wobei sich zunächst 90 % aller Wildpflanzen als ungenießbar erwiesen. Doch alles das, was dem Menschen nicht schmeckt verschwindet, die Biomasse wird domestiziert, und schnell bedecken die 0,1 % der sehr gut verwendbaren Pflanzen den allergrößten Teil der Anbauflächen. So geht das mit zuerst mit Weizen, Geste und Erbsen, später mit Obst, Oliven, Feigen Datteln, danach mit Äpfel, Birnen und Pflaumen und so weiter. Parallel dazu treten auch Rind, Schaf, Schwein Pferd, Huhn und Ziege (wo ist der Hund?) als domestizierte Wesen in das Haus des Menschen ein. Ihre Haltung als Fleisch- und Milchlieferant und als Zugtiere erhöhte die Möglichkeiten der Feldbestellung und damit die sesshaften Perioden. Sesshaftigkeit steigert wieder die Fruchtbarkeit, denn nun müssen die Frauen den Balg auf der Wanderung nicht immer mit sich rumschleppen sondern könne ihn auch mal hinter die Feuerstelle zum Trocknen legen. Von den vier Gebieten, in denen die Landwirtschaft unabhängig voneinander erfunden wurde (der fruchtbare Halbmond, China, die Ostküste der USA und Mittelamerika) könnten nun die "Bipopakete" in alle Welt exportiert werden. Doch leider gelang das nur in Eurasien, weil sich die Nehmerkulturen der Ägypter, Inder, Iraner und Griechen auf einem ähnlichen Breitengrad der Ost-West Achse befanden. Eine analoge Verbreitung auf dem amerikanischen und afrikanischen Kontinent war (abgesehen davon, dass die Erfindungen erst viel später gelangen) wegen der Nordsüdausdehnung und dem Wechsel der Klimazonen nicht in vergleichbare Weise möglich.
Doch kaum hat der Mensch in großer Zahl Tiere domestiziert, wird er von Seuchen befallen, denn was sind Seuchen anderes als mutierte Übertragungen von Schädlingen vom Tier auf den Menschen ( siehe Aids). Was sich als eine Plage der sesshaften Viehbesitzer anhört, ist jedoch in Wahrheit eine Stärkung: denn nun werden innerhalb der Agrargesellschaften die Schwachen die Seuchen ausselektiert, es überleben die Starken, die gegen die Schädlinge eine Art Resistenz entwickeln. Der Erfindung der Landwirtschaft und der Resistenzenbildung gegen Seuchen folgte die Entstehung differenzierter und arbeitsteiliger Gesellschaften, politischer Organisationen (Staat) und die Entwicklung einer Produktivität, die die Unterhaltung stehender Heere gestattete. Bei Zusammenprall der Kulturen im 16. Jahrhundert und später gaben dann die Seuchen der eurasischen Völker den bis dahin weltabgegelenen verspäteten Kulturen den Rest. Was für ein Glück, denkt man als Europäer unwillkürlich, dass wir in den alten Zeiten so tolle Biopakete von den Orientalen erhalten haben und dadurch so reich geworden sind, dass wir uns solche Bücher leisten können. Aber im Ernst: das vorliegenden Buch, dessen Facettenreichtum hier noch nicht einmal angedeutet werden konnte, ist ein intellektuelles Abenteuer, eine ökologische Weltgeschichte der Extraklasse, für die fünf Sternchen fast noch zu wenig sind. Unbedingt vor dem Bestseller "Kollaps" vom gleichen Autor zu lesen.
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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Über den Wettlauf der Völker, 10. Juni 2006
Von Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Diamond beschäftigt sich in diesem Buch mit der Entwicklung der Völker über die Jahrtausende. Um 11.000 v.Chr. war seinen Ausführungen zufolge die ganze Erde mit Jäger- und Sammler-Stämmen auf etwa dem gleichen technischen Niveau besiedelt. Diamond fragt nun durchgehend bis zur Kolonialisierung der letzten Urvölker im 18. Jahrhundert, warum einige Völker bedeutend schneller waren als andere. Wieso ging z.B. der historische Zusammenstoß zwischen Alter und Neuer Welt einseitig zugunsten der Europäer aus?

In seinen Analysen sieht der Evolutionsbiologe die Umweltbedingungen als entscheidend für die Entwicklung der Völker an, etwa im Fruchtbaren Halbmond. Diamonds Kernaussage ist, dass prinzipiell alle Völker gleich erfindungsreich sind, es also keine Rassenunterschiede gibt, sondern die Entwicklung auf den Einflüssen und Möglichkeiten der jeweiligen Umwelt beruht hat.

Die Ausführungen fand ich einleuchtend und zum Teil erstaunlich, z.B. Faktoren wie die Ausrichtung der Kontinente oder die Ausrottung domestizierbarer Großtiere bereits in der Steinzeit, die Tausende Jahre später zum Untergang von Kulturen führen sollten. Das Buch aus dem Jahr 1998 wurde nach Diamonds Erfolg "Kollaps" neu aufgelegt. Es ist mit 560 Seiten recht dick und es könnte viel kürzer sein - Diamond erklärt gern ausführlich und er wiederholt sich. Das Buch ist nicht perfekt, aber ich fand die ganzheitlichen Gedanken zur Entstehung der Menschheit sehr interessant.
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108 von 121 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Ein überschätztes Buch, 9. November 2003
Von Valer Ambrus (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Jared Diamond ist ein konsequenter geographischer Determinist. Darin liegt die größte Stärke seines Buches, und zugleich seine größte Schwäche.

Zur Stärke wird dieser Umstand dort, wo eine deterministische Erklärung der Geschichte weitgehend plausibel ist: im Frühstadium des Überganges zur Seßhaftigkeit und zur Landwirtschaft. Diamond arbeitet überzeugend heraus, daß die ökologischen Voraussetzungen für diesen Schritt (große Anzahl domestizierbarer Pflanzen und Tiere, günstige Ausbreitungsbedingungen von landwirtschaftlichen und sonstigen Techniken, günstige klimatische und geographische Bedingungen usw.) nirgendwo besser waren als in Eurasien, und hier vor allem im Nahen Osten. Zu recht verweist er auf den kaum einholbaren Vorsprung, den eurasische Gesellschaften aufgrund dieser Vorteile bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Geschichte (vor etwa 8000 Jahen) gegenüber ihren Konkurrenten auf anderen Kontinenten gewannen.

Insgesamt hinterläßt der erste Teil des Buches, in dem Diamond auf über 400 Seiten das zu diesen Fragen gehörende Material ausbreitet, einen positiven Eindruck, wenngleich einige kleinere Bedenken das Gesamtbild trüben. Es befremdet doch ein wenig, wie achtlos Diamond mit seinen intellektuellen Vorläufern umgeht. Der durchschnittliche Leser dürfte seiner Bibliographie jedenfalls kaum entnommen haben, daß Marvin Harris bereits 1978 (in dem Buch 'Könige und Kannibalen') und damit zwanzig Jahre vor Diamond auf die Bedeutung der Ausrottung der großen Säuger Nordamerikas für das langsamere wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungstempo dieses Kontinents gegenüber Eurasien hingewiesen hat. Ferner ist Diamonds Erklärung für die Entstehung von Staaten nur eine Zusammenfassung der Theorie Robert Carneiros; usw. Hinzu kommt eine unglückliche Gliederung, die bewirkt, daß Diamond viele Informationen und Gedankengänge gleich dutzendfach wiederholt und dadurch seine Leser unnötig ermüdet. Das Buch hätte ohne Schaden für den Inhalt um mindestens 150 Seiten gekürzt werden können.

Überrschend nimmt Diamond auf den letzten 20 Seiten (!) seines Buches einen radikalen Themenwechsel vor. Nun geht es auf einmal um die Frage, warum von den großen eurasischen Kulturen (Europa, der islamische Raum, Indien, China) es gerade die europäische war, die sich an die Spitze setzen und als erste modernisieren konnte. Diamonds geographischer Determinismus, der sich im ersten Teil des Buches als hilfreich erwies, erleidet an diesem Problem völligen Schiffbruch. Schnell spitzt sich das Thema auf die Frage zu: Warum Europa und nicht China? Diamond antwortet mit einem Gedankengang von Eric Jones (der in seinem Buch 'Das europäische Wunder' allerdings sehr viel differenzierter argumentiert hatte und jeden Determinismus vermied): Europa war geographisch vielfältiger als China, daher blieb es politisch zersplittert, so daß ein Staatensystem entstand, in dem Wettbewerb für Offenheit sorgte und sichergestellt war, daß Innovationen, die an einer Stelle unterdrückt wurden, sich anderenorts entfalten konnten.

Diese Erklärung enttäuscht schon im Ansatz.

Zunächst einmal lassen sich die politischen Unterschiede Europas und Chinas nicht monokausal auf geographische Faktoren zurückführen. Viele geographische Eigenheiten Europas, wie z. B. seine langen und verschlungenen Küsten, die einen Transpost auf dem Wasserweg außerordentlich erleichterten, sprachen FÜR eine politische Vereinigung und erleichteten das Werk jedes Eroberers. Das Beispiel der Römer zeigt, wie diese natürlichen Vorteile genutzt werden konnten.

Zweitens erklärt Diamond mit seiner Überlegung nur Europas Vorteile im Bereich der INNOVATION, also in der wirtschaftlichen VERWERTUNG einer Erfindung, nicht aber seinen Vorsprung bei den Erfindungen selbst. Wichtige grundlegende Neuerungen, wie z. B. die Begründung der modernen Wissenschaft, sind in China nie erfolgt. Die Frage, warum gewisse ERFINDUNGEN und geistige Entwicklungen außerhalb Europas überhaupt ausblieben, ist historisch gesehen wichtiger, weil grundlegender, als die nach der mangelnden Innovationsfreudigkeit außereuropäischer Gesellschaften.

Drittens wird Diamonds Erkärung durch seine eigenen Beispiele widerlegt. China war, wie er ausführt, Europa für mehr als 1000 Jahre technologisch überlegen, und dies trotz der von Diamond festgestellten angeblichen geographischen Nachteile. In wenigen Jahrzehnten wird es Europa und Amerika wissenschaftlich und technologisch eingeholt haben, so daß sich die Zeit seines Rückstandes auf kaum mehr als 500 Jahre belaufen haben wird. Wenn geographische Unterschiede in diesen Dingen wirklich etwas zu sagen haben, dann spricht diese Bilanz wohl eher für einen geographischen VORTEIL Chinas.

Ganz offenkundig hat sich Diamond bei seinem Versuch, die historische Entwicklung der Hochkulturen über die neolithische Revolution hinaus zu erklären, übernommen. Der wesentliche Grund für dieses Scheitern scheint mir methodologischer Natur zu sein: mit dem Auftreten größerer Gesellschaften entsteht ein vielfältiges System von WECHSELWIRKUNGEN zwischen einer Kultur und ihrer natürlichen Umwelt, deren Komplexität ein monokausaler Ansatz wie der Diamonds in keiner Weise gerecht werden kann.

Diamonds Buch wäre ohne die letzten zwanzig Seiten besser. Sein Ehrgeiz, alles erklären zu wollen, hat ihn leider zum Musterbeispiel eines Autors werden lassen, der nicht spürt, wann es Zeit ist, die Feder aus der Hand bzw. die Schutzhülle auf die Tastatur zu legen.

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