Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Mäßig - nur bedingt empfehlenswert, 15. November 2009
Nykänen ist kein Unbekannter. Hat der Autor doch mit dem Gentleman-Killer Raid einen veritablen Serienhelden in die Welt gesetzt. Nun also Ariel Kafka, dessen besondere Qualifikation als Ermittler und Kommissar sich allerdings auch aus der Tatsache speist, dass er Jude ist. Und damit hängt auch die Brisanz des Falls zusammen, den er vor Jom Kippur zu lösen hat.
Dieser hohe jüdische Feiertag bildet die Folie, vor der eine Menge Morde geschehen. Mitspieler in diesem grausigen Spiel sind natürlich Araber und damit wohl auch vermeintliche Terroristen, sind Juden, deren Lebenslauf auch nicht unbedingt als "koscher" zu bezeichnen ist, sind Geheimdienstleute sowohl finnischer Herkunft als auch Mossad-Bedienstete. Nicht zu vergessen: Mitglieder der helsinkier Synagogengemeinde.
Es wird geschossen und erstochen, Ohren werden abgeschnitten, Wohnungen in die Luft gesprengt, gedealt und geheimnisgekrämert - alles also, was zu einem anständigen Thriller vermeintlich gehört. Und immer um ein zentrales Ereignis herum: den Besuch des israelischen Außenministers in Helsinki und den in diesem Zusammenhang geplanten Terroranschlag auf die Synagoge.
Und Ariel Kafka, der Mann mit dem beziehungsreichen Namen? Er ist in erster Linie - natürlich - Kommissar, erst in zweiter Linie Jude. So fallen alle Vorwürfe, er sei befangen, in sich zusammen. Und so ermittelt er unnachsichtig, auch die eigene Mischpoke und die Vertreter der Synagogengemeinde nicht schonend und am Ende erfolgreich. Aber nicht überzeugend. Seine Reflexionen über sein Judentum sind zudem recht oberflächlich.
Was Nykänen an Motiven und Fakten, an Wahrem und Erfundenem zusammenmontiert hat, ist zwar teileweise ganz spannend, aber am Ende ziemlich mäßig konstruiert. Fazit: Nur bedingt empfehlenswert.
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4.0 von 5 Sternen
Die ganze Welt ist wie eine große Uhr, die zu fest aufgezogen wurde., 21. Dezember 2009
Die weiße Möwe, die Friedensmöwe auf dem Cover im Rücken einer schwarzen Gestalt, die auf den Leser zufliegt, steht wie ein Symbol über diesem Kriminalroman aus Finnland. Tatort ist Helsinki. Es steht der Besuch des israelischen Außenministers bei der jüdischen Gemeinde von Helsinki bevor. Und im Vorfeld geschehen unerklärliche und heimtückische Morde an Muslimen. Auf den Fall wird Ariel Kafka, ein jüdischer Kommissar angesetzt, der sich dieses schwierigen Falles annimmt. Und es zeigt sich, dass es politische Hintergründe gibt, auch jüdische Dunkelmänner, Geheimdienste und einen weit verzweigten Terrorismus, der in die Geschichte verstrickt ist.
Was mir neben der spannenden und präzise erzählten Krimigeschichte gefiel, war die Nachdenklichkeit des Buches. Der Autor umkreist Fragestellungen um die Selbstwahrnehmung der Juden nach dem Holocaust, ihrer Stellung in Bezug auf Israel und seiner Politik. Er beschäftigt sich auch atmosphärisch mit dem Antisemitismus nach den jüdischen Erfahrungen im Holocaust, den tiefgreifenden Auswirkungen auf ihre Befindlichkeiten. Der Autor greift hierin ein schwieriges Thema auf, das er gekonnt bearbeitet.
Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend; 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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