Nykänen ist kein Unbekannter. Hat der Autor doch mit dem Gentleman-Killer Raid einen veritablen Serienhelden in die Welt gesetzt. Nun also Ariel Kafka, dessen besondere Qualifikation als Ermittler und Kommissar sich allerdings auch aus der Tatsache speist, dass er Jude ist. Und damit hängt auch die Brisanz des Falls zusammen, den er vor Jom Kippur zu lösen hat.
Dieser hohe jüdische Feiertag bildet die Folie, vor der eine Menge Morde geschehen. Mitspieler in diesem grausigen Spiel sind natürlich Araber und damit wohl auch vermeintliche Terroristen, sind Juden, deren Lebenslauf auch nicht unbedingt als "koscher" zu bezeichnen ist, sind Geheimdienstleute sowohl finnischer Herkunft als auch Mossad-Bedienstete. Nicht zu vergessen: Mitglieder der helsinkier Synagogengemeinde.
Es wird geschossen und erstochen, Ohren werden abgeschnitten, Wohnungen in die Luft gesprengt, gedealt und geheimnisgekrämert - alles also, was zu einem anständigen Thriller vermeintlich gehört. Und immer um ein zentrales Ereignis herum: den Besuch des israelischen Außenministers in Helsinki und den in diesem Zusammenhang geplanten Terroranschlag auf die Synagoge.
Und Ariel Kafka, der Mann mit dem beziehungsreichen Namen? Er ist in erster Linie - natürlich - Kommissar, erst in zweiter Linie Jude. So fallen alle Vorwürfe, er sei befangen, in sich zusammen. Und so ermittelt er unnachsichtig, auch die eigene Mischpoke und die Vertreter der Synagogengemeinde nicht schonend und am Ende erfolgreich. Aber nicht überzeugend. Seine Reflexionen über sein Judentum sind zudem recht oberflächlich.
Was Nykänen an Motiven und Fakten, an Wahrem und Erfundenem zusammenmontiert hat, ist zwar teileweise ganz spannend, aber am Ende ziemlich mäßig konstruiert. Fazit: Nur bedingt empfehlenswert.