In diesem heterogenen - aber unterhaltsamen - Recital zeigt Elina Garanca, dass sie in unterschiedlichsten Stücken brillieren kann: Die Sammlung enthält Lieder von Chpí, Villa-Lobos und Montesalvatge die die Künstlerin mit Mezzo-Hits von Rossini (Cenerentola und L´italiana in Algeri, Offenbach und Massenet (Werther) kombiniert. Als Höhepunkt hören wir Garanca schließlich im Finale des Rosenkavalier zusammen mit zwei weiteren herausragenden Sängerinnen - Adrianne Pieczonka und Diana Damrau.
Ich finde Garancas Stimme überwältigend - sie erinnert mich etwas an die Teresa Berganzas: Es ist eine dunkle, volle, reiche Mezzo-Sopranstimme die sehr weich auf dem Atem liegt. Die Tiefe ist profund, die Höhe mühelos und klar fokussiert.
Wie außergewöhnlich reich und beweglich ihre Stimme ist zeigt Elina Garanca bereits in Chapís schwungvollem, auch energisch und brillant gesungenem "Las hijas del Zebedeo" das Ohrwurm-Qualität hat.
Als Charlotte ist sie durch ihre Nuancierung der Stimmfarbe überzeugend und die dramatischen Ausbrüche klingen nie angestrengt weil die Stimme frei auf dem Atem liegt und somit eine wirkliche Gestaltungs- und Interpretationsfreiheit (durch Färbungen, Dynamische Abstufungen, Timing) vorhanden ist.
Hervorragende Beweglichkeit demonstriert die Sängerin in den Rossini Stücken - zudem eine wirklich herausragende hohe Lage. Die Cavtine der Isabella klingt jedoch eher klangüppig als listig; hier tritt eine grande dame" auf die Bühne was auch für Offenbachs Duchesse de Gérolstein gilt. Die Fähigkeit Garancas zu flutendem Gesang und ihre große Bandbreite was die Dynamik (Piano/Forte) betrifft zeigt sich in der Cantilena von Villa-Lobos, v.a. im Schlußteil, der wohl mit geschlossenem Mund gesungen wird.
Im Zusammenklingen mit Pieczonka und Damrau ergeben sich im Finale des Rosenkavaliers wunderbare Klangmischungen. Wunderbar nicht nur, dass der Octavian Garancas als Ausschnitt hörbar ist, sondern auch die besonders textverständliche Sophie von Diana Damrau und die beherrschte Marschallin von Adrianne Pieczonka. Die Stimmen sind sehr klar und gerade beim Rosenkavalier kommt die orchestrale Seite - vertrten durch Fabio Luisi und die Dresdner Staatskapelle - vorteilhaft (eben durch Transparenz und Klarheit) zur Geltung.
Ein unbedingt zu empfehlendes Recital mit einem sehr bunt" gemischtem Programm eingängiger Musik - kurz, ein gelungenes Debut-Album Elina Garancas bei DG.