Im Sommer hatte ich das Glück, Dolores mit ihrer neuen Band live im Gloria Theater in Köln erleben zu dürfen. Eines vorweg: Dolores o Riordan ist die uneingeschränkte Queen neuzeitlicher Rock-Musik. Schon bei den Cranberries war sie die zentrale Person, die der Band mit Ihrer unfassbar einzigartigen Stimme den Stempel aufgedrückt und deren Erfolg begründet hat. Jetzt als Solo-Künstlerin toppt sie das Ganze mit einer ultra-geilen Band und derart eindringlichen Songs, dass es beinahe schmerzt. Sie rammt einem ihr Liedgut vollkommen ungebremst ins Hirn. Ihr Live-Auftritt in Köln jedenfalls war nicht von dieser Welt. Ein unglaublicher Drummer, den sie was weiß ich wo ausfindig gemacht hat. Glasklare, knallharte, gestochen scharfe Drums. Unbeschreiblich! Ein Lead-Gitarrist, der in seinem früheren Leben ein Sioux-Schamane gewesen sein muss, mit einen Sound direkt aus dem Hades. Und Dolores ? Obwohl dürr wie ein Suppenkaspar scheint sie die Kraft von einem Bullen zu haben. So klingt dann auch die Musik. Extrem Kraftvoll und mit fremdartig klingenden Tönen und nie zuvor gehörten Klanggebilden und all das mit überlegten, nachdenklichen Texten, die mitten aus dem Leben gegriffen sind. Ich kenne keine andere Band, von der man Musik in einer solch extremen Intensität zu hören bekommt. Peter Gabriel, Led Zeppelin, Queen, Beatles, Pink Floyd, Madonna und und und. Sie alle waren und sind extrem innovativ und sie alle haben bahnbrechende Musik produziert. Aber Dolores - eine unglaubliche Dame !