Der Fotograf Leo Cernitori führt ein überschaubares Leben in Mailand und lässt nach seiner gescheiterten Ehe keine großen Gefühle mehr an sich heran. Er hat einfach keine Lust mehr auf Besitzansprüche, Erwartungen, Vorwürfe, wie sie in einer längeren Beziehung vorkommen können. Er fühlt sich frei, genießt den Sex mit Frauen, die ihm nichts bedeuten. Und dann lernt er die Harfenspielerin Manuela Duini kennen - und er kann nicht anders, er wirft alle seine Vorsätze über den Haufen.
Schon, als Leo sie erst zweimal gesehen hat, nistet sich ihr Bild so in seinem Kopf ein, dass er nicht mehr mit einer anderen Frau schlafen kann. Sein Leben ändert sich dramatisch. Er gibt sich der starken Anziehungskraft hin, lässt seine extremen Gefühle zu, die Manuela erwidert. Sie beginnen eine rauschhafte Beziehung, haben wunderbaren Sex miteinander, und von einem Augenblick zum anderen schlägt die Stimmung um, streiten sie sich lautstark und so extrem, dass man denkt, jetzt ist alles aus. Doch kaum hat er sich von ihr entfernt, wieder Distanz zum Geschehen gewonnen, schleicht sich wieder die Anziehung ein, die dann so stark anwächst, dass er sich sofort auf den Weg zu ihr machen muss.
Dabei lebt diese Liebe nicht nur von der körperlichen Anziehung, sondern auch von einer Seelenverwandtschaft. Die beiden sprechen sehr ehrlich und direkt miteinander und lassen sich ganz auf die Gegenwart ein, ohne Berechnung, ohne darauf zu achten, wie es weitergeht.
Spannend, dicht, mit lebendigen Bildern aus der phantasievollen Sicht von Leo erzählt der Autor dieses Buch, das man beim Lesen kaum aus der Hand legen kann. Es treibt einen immer weiter und weiter zu lesen, ähnlich atemlos wie Leo seine Geschichte erlebt.
Der Titel "Arcodamore" heißt etwa "Liebesbogen" - ein Thema, über das sich Leo und Manuela eingehend unterhalten. Ist es möglich, die Liebe ein Leben lang zu erhalten - kann der Bogen also zu einer Gerade werden, oder ist doch jede Liebe nach ein paar Jahren schal, zum Auseinandergehen, zum Ende verurteilt? Leo und Manuela haben letztlich Angst vor diesem Ende und so nutzen sie die Fülle der Gegenwart so intensiv aus, wie es ihnen möglich ist - im Guten wie im Bösen.