Nein, A horse with no name ist kein Neil Young Song, sondern ein Titel der Band America, der kurz nach Neils erstem und einzigen Nummer 1 Hit Heart of gold erschien, und der so sehr nach Neil Young klang, dass ihm sein Vater Scott telefonisch zur zweiten Nummer 1 Hit gratulieren wollte.
Pedanten wissen, dass auf Archives Vol. 1 nicht alles veröffentlicht wurde, was es von Neil Young aus den Jahren 1963-72 gibt, das wesentliche ist allerdings dabei. Wer mehr dazu wissen will, für den lohnt sich ein Blick in die aktuelle Ausgabe von Broken Arrow, dem Magazin der NYAS.
Das Box Set ist in drei Varianten erschienen, Young selbst empfiehlt die Blu-Ray Ausgabe (die preiswerter als die DVD-Ausgabe ist, über den besten Sound verfügt und zu der per Blu-Ray live zukünftige Ergänzungen heruntergeladen werden können).
Die CD-Box verzichtet auf das beeindruckende Buch und den Film Journey through the past. Und auf weitere Songs, die es auf DVD und Blu-Ray als Hidden Tracks gibt. Die CD-Ausgabe ist also eher eine Ergänzung für Fans, die Musik hören wollen, ohne vorm Fernseher sitzen zu müssen. Bei der NYAPS wurde das kundenfreundlicher gelöst, dort gab es CD und DVD in einem.
Ärgerlich ist, dass es zwei Discs bereits vorab gab (Fillmore East und Massey Hall), wer die bereits besitzt muss sie nun doppelt kaufen.
Der Preis ist der grösste Kritikpunkt der Archives Vol. 1, ein zweiter ist die Präsentation. Diese Papphüllen sind einfach ein piece of crap.
Trotzdem ist diese Box ein Muss für Fans. Ein wahr gewordener Traum, ein Geschenk und ein Meilenstein für Box-Sets allgemein. Gelegenheitshörern werden die Alben Everybody knows this is nowhere, After the goldrush, Harvest und Decade genügen um Youngs Werk bis 1972 abzudecken.
Weitere Folgen der Archives werden dann voraussichtlich Alternativfassungen und unveröffentliche Schätze wie Shots, Sad Movies, Sixty to zero, Ordinary people usw. bieten. Gut möglich, dass Neil Young damit ganz neue Fans hinzugewinnt, denn diese Songs sind nicht deshalb solange zurückgehalten worden, weil sie nicht gut genug sind, im Gegenteil, sie sind essentiell! Einer dieser Songs in Vol. 1 ist A man needs a maid / Heart of Gold, der in der Version mit Akustikgitarre weit weniger kitschig klingt als auf Harvest, wo er vom Symphonieorchester beinahe verhunzt wird.
Anspieltipps: The sultan, Cowgirl in the sand (Fillmore), A man needs a maid / Heart of gold (Massey)