ein preiswertes architekten WHO is WHO ist hier auf 190 seiten versammelt; unter den 87 architekten findet man den kürzlich verstorbenen deutschen kleihues (mit seinem hamburger bahnhof aus glas und stahl) oder den italiener renzo piano mit seinen amphoren-artigen holztürmen auf neu-kaledonien; der franzose paul andreu wird zitiert mit der bemerkung, ein projekt sei im prinzip nichts anderes als "eine serie struktureller probleme" - das mag man ihm gern glauben, wenn man die riesige, scheinbar auf wasser treibende glasqualle betrachtet, die das opernhaus in peking darstellt. es gibt viele kleine verblüffungen in diesem buch - wie die an eine almhütte erinnernde langston hughes library der amerikanerin maya lin - aber auch allseits bekanntes, wie die reichstagskuppel des engländers norman foster; die bibliotheksräume, die das niederländische team MECANOO in DELFT schuf, begeisterten mich ebenso wie die stahlkonstruktion des spaniers CALATRAVA über dem bahnhof von lissabon; die riesige kuppel des südkoreaners TOYO ITO, die als jukai dome park, japan, bekannt ist, fasziniert ebenso wie das vergleichsweise zerbrechlich wirkende Y-HOUSE aus rotem holz auf der grünen wiese in catskills, USA. je mehr man sich in diese kleine inspirierende sammlung hineinfrisst, desto mehr landet man auch hinterrücks in einer ganz anderen einsicht: hier ist eine berufsgruppe am werk, studiert man allein einmal ihre lebensläufe, die längst alle national-staatlichen eingeklemmtheiten weit hinter sich gelassen hat, eine berufsgruppe, die im positivsten sinne verwirklicht hat, was oft mit phobischem touch GLOBALISIERUNG genannt wird ...