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Archanu: Roman
 
 
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Archanu: Roman [Gebundene Ausgabe]

Ulla Lenze
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Ammann Verlag & Co.; Auflage: 1 (12. August 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3250601055
  • ISBN-13: 978-3250601050
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 286.470 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Lenze beschreibt die latenten Spannungen und die Logik der Eskalation mit trockenem Humor und feiner Ironie, aber ohne Häme und Schuldzuweisungen. Archanu ist kein Paradies, nur eine Metapher für kulturelle Missverständnisse und soziale Konflikte im globalen Dorf - im Grunde nur die Kulisse für ein ganz anderes Drama: Niemand ist eine Insel, weder das "Zukunftsghetto" im Urwald noch die superkluge Gottsucherin. Marie sagt oft verletzend direkt, was sie denkt, weil sie vom Denken nämlich wenig hält: Es löst nur Probleme, die es selbst geschaffen hat. Was wichtig und richtig ist, so ihre Verliebte-Mädchen-Theorie, kann gar nicht erkannt, nur gefühlt, berührt, erlebt werden; aber ein Leben, "dem ich mich nicht entziehen kann, indem ich ein Buch wieder zuschlage", übersteigt jede Literatur. "Archanu", spannend erzählt in einer kühlen, geradlinigen und doch eigenwillig poetischen Sprache, kann man nicht leicht zuschlagen, und wenn man durch ist, dann ist man noch lange nicht fertig damit. --FAZ, 11. September 2008

Kölner Stadtanzeiger, 13. September 2008

"Archanu" ist ein in jeder Weise wunderbares Buch über die Wirren des Erwachsenwerdens. Ulla Lenze hat damit ein weiteres Mal ihr großes Talent unter Beweis gestellt.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Berührend 13. April 2010
Von Minnhera
Format:Gebundene Ausgabe
Eine abgeklärte junge Frau wandert aus, um in einer sektenartigen Kommune glückselig zu werden. Sie ist ein Akademikerkind aus reichem Elternhaus, altklug, gleichzeitig kindisch und frühreif. Mit ihren Klassenkameraden kann sie nichts anfangen, wie überhaupt mit Leuten in ihrem Alter. Deshalb will sie ans andere Ende der Welt reisen, ohne jedoch wirklich eine Vorstellung davon zu haben, wie es dort sein wird und was sie eigentlich sucht.
Der Sektenberater, der ihr zur Seite gestellt wird und sie vor den Gefahren der Reise warnen und möglichst davon abbringen soll, erzielt nicht den gewünschten Erfolg. Die Heldin verliebt sich lediglich in ihn - oder glaubt zumindest, daß das der Fall wäre. In Wirklichkeit ist der Berater wohl nur die einzige Person, die sich jemals näher mit ihr auseinandergesetzt hat und darum diese unbegreifliche Liebe auf sich zieht, die dennoch nicht verhindert, daß das Mädchen auswandert.
Doch auch in der Kolonie der Sektenmitglieder wird sie nicht fündig. Sie ist immer noch eine Außenseiterin, sogar an einem Ort wie diesem, sie ist immer noch sozial isoliert, fremd, wie immer man es auch nennen möchte, daß sie keine wirkliche Bezugsperson hat.
Als in dem tropischen Staat, in dem die Kommune angesiedelt ist, eine Rebellion ausbricht, erkennt sie, was sie auf ihrer Anreise durch den Dschungel und die Dörfer der Einheimischen bereits vermutet hatte: Dieser Ort ist auch nur ein Staat, kein Paradies, kein Ort, an dem man unbehelligt und glücklich leben kann. Sie kehrt zurück zu ihrer gefühlskalten, verständnislosen Umgebung in Europa und versucht, sich ihrem Sektenberater nicht nur brieflich oder gedanklich zu nähern, sondern sich mit ihm zu treffen.
Am Ende steht die Vermutung, daß es die Glückseligkeit, nach der sie sucht, nicht gibt und auch nie gegeben hat. Das Buch ist dennoch nicht deprimierend; es ist ehrlich, realistisch bis zur Schmerzgrenze und dabei ein Einblick in eine im Grunde optimistische junge Seele, in ein Herz mit einem Stückchen Hoffnung, daß irgendwo eine bessere Welt existiert oder zumindest eine, in der man Teil einer Gemeinschaft sein kann.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Roman des Beinahe 2. Januar 2009
Von dreamjastie TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
"Keine Gewissheiten bitte" steht am Beginn des neuen Romans von Ulla Lenze in einer E-Mail der 18jährigen Marie an Ganto. Der ist Sektenberater mit eigener esoterischer Erfahrung und soll sie davon abhalten, nach Morgenstadt zu fahren, dem Zentrum einer heilsverkündenden Kommune auf einer Tropeninsel, vielleicht bei Thailand. Natürlich fährt sie trotzdem: der Roman erzählt auf zwei Ebenen von ihren Erlebnissen und dem Verhältnis, das sich zwischen Marie und Ganto entwickelt. Hier wie dort drohen die Dinge zu entgleiten: auf Archanu, der Insel, eskalieren die Spannungen zwischen den Heilssuchern ("Menschen mit ungeschnittenen Fußnägeln und gelber Hornhaut vom langen Knien") und den Einheimischen, denn "auf der ganzen Insel ist der Kolonialismus Vergangenheit", so Ganto, "nur nicht in Morgenstadt, diesem etwas zu groß geratenen Bioladen, diesem Pseudo-Utopia, in dem das Morgen ungestört am Gestern hängen kann". Und Marie fühlt sich von Ganto angezogen, auch wenn sie erst auf Seite 202 (von 235) das Wort findet, "das so gut erklärte, warum Ganto die Macht hatte, mich zu verletzen: Liebe." Selten wird Marie so konkret. Keine Gewissheiten bitte - das ist jedoch nicht nur ihr Problem. Und so ist "Archanu" auch ein Roman des Beinahe.
Lenze schreibt aus der Sicht eines Teenagers und wendet einen Kniff an, um sich trotzdem komplex artikulieren zu dürfen. Maries Eltern sind Spezialisten für antike Philosophie: "Daher meine Neunmalklugheit." Und der Sektenberater ist ein Deal: "Sonst gebe es kein Geld für die Reise." Auf diese Art werden beiläufig Verbindungen geknüpft, die anderswo bemüht wirken. Das ist, was mir an dem klug komponierten Roman besonders gefällt: hier entsteht eine komplexe Geschichte aus sich selbst. Und Marie behält trotzdem das Jugendliche, das Suchen und Irren, die Unsicherheit, das möglichst Unverbindliche: "Ich würde mich nie trauen, Endgültigkeiten zu stiften, ich lasse mir lieber so viele Türen offen wie möglich."
Auffallend ist, dass die Personen um Marie meist Männer sind. Ihr Freund Simon ist dabei der am wenigsten plastische; warum sie mit ihm zusammen ist, erschließt sich nicht. Neben Ganto nehmen ihr Soziologielehrer Reich und später, in Morgenstadt, vor allem der Journalist Aidan und Toskim, einer der Lenker der Enklave, sowie der etwa gleichaltrige Post-Hippie Hendrik wesentlichen Raum ein. Nicht nur die (eigentlich rein "geschäftsmäßige") Beziehung zu Ganto, auch die zu Aidan und Hendrik, ist stark sexuell aufgeladen, aber - selten genug in der modernen Literatur! - die Autorin nutzt die Gelegenheit nie zu Schlüpfrigkeiten, es bleibt beim Ätherischen, beim Möglichen: keine Gewissheiten bitte.
Gern habe ich Lenzes Roman auch deshalb gelesen, weil die Sprache - abgesehen von den etwas einfältig wirkenden Namen für Insel und Sektenstadt - frisch und aufregend sind: sie erzählt von "Frauen wie verlassene Häuser" oder von Haaren, "auftoupiert wie geschlagene Sahne"; sie beschreibt "eine geschlossene Sänfte, die auf mich zuschwebt wie ein Walfisch über Land" und lässt ihren Lehrer in seiner Tasche wühlen "wie in einem Topf mit Losen, aber heraus holt er stets Brille und Buch, die Nieten seiner Zunft".
Ulla Lenze erzählt leichthändig, unterhaltsam, konsequent. Und natürlich, auch wenn Marie immer wieder betont, dass sie nur "aus Spaß den Ton einer bereits Gehirngewaschenen anschlage", ist sie doch mehr infiltriert, als ihr lieb ist, und so endet der Roman offen und ganz in Maries Sinne: "Fang du an" - eine Aufforderung zu allem Möglichen, nur keine Gewissheiten, bitte.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ulla Lenze Archanu Meridiane Ammann
ISBN 3250601055

Sehr verwirrend beginnt der Roman über die junge Marie, die sich auf eine Selbstfindungssuche begibt.
Eines Tages erreicht sie das Ziel ihrer Wünsche: sie gelangt in ein Sektendorf im Dschungel, subtropisch, heiß und fremdartig. Sie bekommt einen kleinen Bungalow mit einem farbigen Wächter zugeteilt.
Morgenstadt heißt das imaginäre Dorf, in dem eine seltsame Stille herrscht und fast autoritäre Anordnungen das Zusammenleben regeln. Marie steigt voller Enthusiasmus in die Gemeinschaft ein und ist einigermaßen überrascht über das sonderbare Verhalten der Einwohner. Stumm und vorwurfsvoll empfindet sie die Mitbewohner, und nur zögerlich und fast unhöflich geht man auf ihre Fragen ein. In Gedanken ist sie zu Hause bei ihrem Sektenberater Ganto, der sich vor ihrer Abreise um sie gekümmert hatte, und in den sie sich unmerklich verliebt hatte.

Was führt die junge Frau hierher?

Marie ist offensichtlich eine sensible, labile und hoch intelligente Person. Sie hat die Schule geschmissen und verletzte zu Hause und in der Schule alle Regeln der Vernunft. Die Leere ihres Daseins hat sie in das Dorf fernab aller Zivilisation getrieben. Hier im gelobten Dorf, eine Art Dschungel-Bioladen wie sie dachte, und in das nur Aufnahme findet, wer sich total im Reinen mit sich fühlt, erhofft sie Erleuchtung. Neben der Selbstfindung in dem einsamen Dorf steht die Wiedergutmachung an der Natur auf dem Programm. Ein Aufforstungsprogramm mit Namen Freedom Forest, in dem sich Aktionisten mit Aussteigermentalität zusammen finden, dient diesem Projekt.
Im Dschungel erfährt Marie merkwürdige Dinge und erkennt allmählich, wie sie in der Sekte abseits der Realität und der Armut, die um das Dorf herum herrscht, ein abgehobenes Eigenleben führt. Merkbare Zeichen lassen auf eine Verschwörung von außen schließen. Die Eingeborenen wollen den reichen Sektengründern an den Kragen.
Mit Assoziationen, freien Einfällen und sehr irrwitzigen realen Handlungen beschreibt Ulla Lenze die Lebensformen einer Gruppierung, deren Mitglieder sich auf die Suche nach Erfüllung und Sinnsuche begeben haben. Subtil und schwebend ist die Erzählweise über die Protagonisten, die auf der Suche nach dem wahren Selbst sind. Marie steht stellvertretend für viele junge Menschen, die an sich selber und ihrer Lebensrealität zweifeln. Ganto ist der Antipode, der nach Glaubenssuche und nach Glaubensverlust im Diesseits angekommen ist und erkannt hat, was möglich und was nicht möglich ist. Die Auseinandersetzung zwischen Ganto und Marie spiegelt das Drama zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Die heile Welt, die Marie erwartet hat, bekommt an vielen Stellen Risse und einmal mehr zeigt sich, dass Utopien keine lange Lebensdauer aufweisen.
Fragen nach dem Sinn des Daseins, die Menschen zu allen Zeiten bewegen, werden in einer skurrilen und abenteuerlichen Weise hier abgehandelt. Die Autorin verdient Beachtung für ihr Werk!
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