Die beiden ältesten Werke der abendländischen Literatur wurden immer wieder auf ihren möglichen Wahrheitsgehalt hin untersucht. Inwieweit geben "Ilias" und "Odyssee" Antwort auf die Fragen des Historikers zum Trojanischen Krieg? Hat der Dichter Homer überhaupt gelebt und war er Zeuge der in seinen Epen geschilderten Ereignisse? John V. Luce von der Universität Dublin fasst die Ergebnisse archäologischer und philologischer Forschung anschaulich zusammen. Er sieht die Texte sowohl als das, was sie sein wollen, nämlich geschichtliche Überlieferungen der Heldentaten vergangener Zeiten, als auch in ihrer philologischen Bedeutung. So setzt er neue Schwerpunkte in der Diskussion um dichterische Vision und historische Wahrheit.