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Arcandors Absturz: Wie man einen Milliardenkonzern ruiniert: Madeleine Schickedanz, Thomas Middelhoff, Sal. Oppenheim und KarstadtQuelle
 
 
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Arcandors Absturz: Wie man einen Milliardenkonzern ruiniert: Madeleine Schickedanz, Thomas Middelhoff, Sal. Oppenheim und KarstadtQuelle [Gebundene Ausgabe]

Hagen Seidel
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 300 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (13. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3593392496
  • ISBN-13: 978-3593392493
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 15 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Hagen Seidel
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

01.10.2010 / Handelsblatt: Lauter nette Leute, lauter Unschuldige "Der Autor glänzt mit Detailwissen. Termine, Ereignisse, Pressemitteilungen und natürlich die meist anonymisierten Gespräche mit beteiligten Managern hat Seidel zu einer Art Wirtschaftsreportage zusammengetragen."

06.10.2010 / Die Tageszeitung: Bitte recht freundlich "Eine herausragende Analyse."

10.10.2010 / Welt am Sonntag: Währungskrieg, Schulden und Skandale "...einer der spektakulärsten Wirtschaftskrimis der deutschen Nachkriegsgeschichte."

01.11.2010 / Financial Times Deutschland/Enable: Arcandors Absturz "Seidels Chronik des Absturzes verteilt Ohrfeigen an die Verantwortlichen."

06.11.2010 / Süddeutsche Zeitung: Schuld haben nur die anderen "Auch für Insider lesenswert ... Der Autor reichert die Faktensammlung um analytische Kapitel an. Das lockert den Text auf und gibt dem Leser einen guten Überblick über die handelnden Personen."

01.12.2010 / Acquisa: Handeln oder nicht? "Ein spannendes Thema, das von Seidel sehr kompetent umgesetzt wurde."

Kurzbeschreibung

Der Untergang von Arcandor mit seinen Marken Karstadt und Quelle ist eine der größten Pleiten der deutschen Nachkriegsgeschichte. 100 000 Mitarbeiter blickten in den Abgrund, Tausende Gläubiger verloren ihr Geld. In leer geräumten Karstadt- Häusern heißt es heute "bonjour tristesse" statt "Schöner shoppen in der Stadt". Die Mehrheitsaktionärin Madeleine Schickedanz verlor ein Milliardenvermögen. Der einstige Starmanager und Sonnyboy Thomas Middelhoff ruinierte seinen Ruf. Die traditionsreiche Privatbank Sal. Oppenheim verstrickte sich in die Arcandor- Pleite und ging unter. Hagen Seidel erzählt diese Geschichte voller Spannung und Dramatik. Er gibt tiefe Einblicke in die Verflechtungen deutscher Unternehmen und Banken und zeigt, wie Manager im großen Stil versagten und ein bedeutender Konzern rücksichtslos und zum Schaden der Beschäftigten, ja einer ganzen Volkswirtschaft, geplündert wurde.

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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dr. R. Manthey #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn man geradezu klassische Beispiele für ein mit Geld überhäuftes, aber durchweg unfähiges Management in der deutschen Wirtschaft sucht, dann bieten die letzten vierzig Jahre der Firmengeschichte von Arcandor und seiner Vorgänger dafür viele Kandidaten. Hagen Seidel hat in seinem sehr gut geschriebenen Buch den langen Weg dieses Unternehmens in die Pleite nachgezeichnet. Dabei sieht man sich mit der erschreckenden Tatsache konfrontiert, dass niemand in der Unternehmensführung über diese lange Zeit wirklich begriff, dass das Kerngeschäft nicht mehr funktionierte und an veränderte Bedingungen angepasst werden musste.

Die Struktur der Geschäfte in den Zentren deutscher Großstädte sieht heute völlig anders aus als noch vor vierzig Jahren. Fast überall findet man eine oder mehrere "Galerien" mit großen Spezialmärkten und vielen kleinen Geschäften, Cafes und Restaurants, die die Idee des Kaufhauses weiterentwickelt haben. Dagegen wirken Karstadt-Häuser eng und bieder. Ihr Angebot steht zu allem Überfluss dem ersten Eindruck meist nicht nach. Mit der aufkommenden Konkurrenz sah sich Karstadt erstmals in den siebziger Jahren konfrontiert. Auch der Aufbau großer Kaufparks auf der grünen Wiese zog bereits damals Kaufkraft aus den Warenhäusern im Zentrum ab. Darauf fand Karstadt nie eine wirkliche Antwort.

Der Autor hat sein Buch sehr übersichtlich aufgebaut. Zunächst befasst er sich kurz mit Geschichte von Karstadt. Hier fällt insbesondere der langjährige Chef Deuss auf, der bereits die beginnende Dauerkrise des Kerngeschäfts ignorierte und sie schon damals mit Immobiliengeschäften kaschierte. So kam er zwar niemals in die roten Zahlen, legte dafür aber den Grundstein für die spätere Pleite und gab den weiteren Irrweg vor, dem alle späteren Bosse treu blieben. Statt Antworten auf veränderte Bedingungen im Kerngeschäft zu finden, wurden bereits unter Deuss ohne eine wirkliche Gesamtstrategie fast pausenlos andere Unternehmen aufgekauft, darunter der schon damals marode Neckermann-Versand.

Als dann gegen Ende der neunziger Jahre einige Großaktionäre von Karstadt "Papa" Deuss und seiner unseligen Unternehmenspolitik die Stirn boten, kam es in einer Wochenend-Aktion zum Zusammenschluss von Karstadt und Quelle. Deuss war mit diesem Schritt die Hertie-Stiftung sowie die Deutsche und die Commerzbank los und hatte sie durch die eher harmlosen Schickedanz-Erben und ihren farblosen Quelle-Versand ersetzt. Den Schickedanz-Erben schien der Deal geradezu genial zu sein, denn die Karstadt-Immobilien waren in ihren Augen mehr wert als das ganze Unternehmen. Wie kurz das gedacht war, sollte sich später zeigen.

Danach beschreibt der Autor chronologisch die jährlichen Abläufe beginnend mit 2003. Nur gelegentlich unterbricht er seinen Bericht durch Ausführungen zu den handelnden Personen oder für eine Analyse von Geschäftsfeldern des neuen Konzerns. Wie so oft bei Unternehmensfusionen treten die erträumten "Synergie-Effekte" nicht ein. Das ganze Gegenteil findet statt: Die unterschiedlichen Kulturen und Strukturen lassen sich nicht vereinen und bekämpfen sich sogar.

Da das Kernproblem von Karstadt auch weiter beharrlich ignoriert wird und nun auch noch die Quelle-Umsätze wegbrechen, wird die Lage des Konzerns immer bedrohlicher. Und wie so oft in solchen Situationen bleibt das anderen nicht verborgen, womit in der Regel die Endphase des Untergangs eingeleitet wird, die auch durch kreative Bilanzakrobatik nicht mehr aufgehalten werden kann. Den Vogel dabei schießt zweifellos der vorletzte Chef Thomas Middelhoff ab. Er verkauft darüber hinaus den größten Teil der Karstadt-Immobilien und mietet sie dann zu merkwürdigen Bedingungen zurück. Zunächst stellt er diese Aktion als große Entschuldung und Zeitgewinn für Arcandor dar. Doch die umsatzabhängigen Mietbedingungen führen den Konzern letztlich in den Untergang.

Eine besonders merkwürdige Rolle in diesem ganzen Prozess spielten die ehemalige Privatbank Sal. Oppenheim und die Großaktionärin Schickedanz. Frau Schickedanz kaufte ohne Unterlass Aktien von Arcandor gegen Kredit bei Sal. Oppenheim, während die Bank diese Kredite mit den Aktien der Kreditnehmerin absicherte. Dieses aberwitzige Geschäft geriet mit fallenden Arcandor-Kursen heftig ins Trudeln. Zu allem Überfluss fiel dann den Chefs von Sal. Oppenheim nichts Besseres ein, als dem schon in Agonie liegendem Konzern auch noch einen riesigen Kredit zu geben. Nun gehört Sal. Oppenheim der Deutschen Bank, und Frau Schickedanz hat über drei Milliarden Euro verloren. Dummheit wird gelegentlich dann doch bestraft.

Insbesondere Middelhoff und Schickedanz sind längere Ausführungen am Ende des Buches gewidmet. Leider ist die ganze Arcandor-Geschichte ein einziges Trauerspiel hochbezahlter, aber unfähiger Akteure, die in diesem Buch detailliert beschrieben wird. Niemand dieser Herren, wohl auch nicht die Großaktionärin Schickedanz, hat sich jemals in eines der Karstadt-Häuser begeben und mit den Mitarbeitern über die Unternehmensabläufe gesprochen. Stattdessen haben sie alle das auf der Hand liegende Kernproblem des Konzerns ignoriert und durch konzeptionslosen Aktionismus zu überdecken versucht. Dass ungelöste Probleme nicht verschwinden, sondern in der Regel zur Unzeit zurückkehren, lässt sich am Beispiel von Arcandor besonders gut verfolgen.

Fazit.
Ein sehr gut geschriebenes und sehr erhellendes Buch über ein trostloses Stück deutscher Unternehmensgeschichte, das die hier kurz vorgestellten Ereignisse ausführlich und im Detail schildert.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Aufgewärmte Zeitungsartikel 31. Oktober 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Der Autor dieses Buches ist im Hauptberuf Wirtschaftsjournalist bei der "Welt" und hat sich in dieser Funktion wohl jahrelang mit KarstadtQuelle/Arcandor beschäftigt. Die ganzen Artikel, die er so geschrieben hat, hat er in diesem Buch noch einmal "aufgewärmt". Ich sage bewusst "aufgewärmt", denn eine wirkliche Zusammenschau ist nicht entstanden. Das sieht man schon daran, dass der Autor sein Buch nicht wirklich nach Kapiteln unterteilt, sondern einfach nach Jahren und diese teilweise nach Monaten. Die Geschehnisse werden, ob wichtig, halbwichtig oder unwichtig, aufgelistet, manchmal kommentiert und des öfteren auch durch journalistische Exkurse, genannt Schlaglichter, aufgelockert. Liest sich ganz nett und wiederholt die Geschehnisse um Arcandor, aber das warum und wie wird nicht deutlicher als es durch die vielen Presseartikel zu Arcandor ohnehin schon geschehen ist. Eine tiefergehende Analyse sieht doch etwas anders aus.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Woody
Format:Gebundene Ausgabe
Das Thema Karstadt/Arcandor erhitzt die Gemüter in der Deutschland AG. Es ist ein schicksalhaftes Schmierentheater sonder gleichen. In diesem Buch ist die ganze Geschichte noch einmal kompetent und chronologisch von A bis Z aufbereitet wobei sich der Autor um Objektivität und Neutralität bemüht. Fakten werden erst zusammengetragen und dann gekonnt kommentiert.

Das Buch hat im Prinzip Fallstudiencharakter über Management-Versagen auf der ganzen Linie, es ist insofern für Manager wie Studenten und "Laien" gleichermaßen geeignet. Wirtschaft kann verdammt spannend sein...und hier sind alle Zutaten einer Wirtschafts-Soap enthalten.

Wer meint aus der Tagespresse schon recht gut informiert zu sein wird hier mit zahlreichen neuen Details verblüfft, die bisher nicht bekannt waren. Interessant z.B. die gegenseitigen Kommentierungen im Vorstandsbereich von Karstadt, oder die Story wie Middelhoff und Esch sich kennengelernt haben.

Punktabzug gibt es für fehlende Fotos, welche die Lektüre nochmals erhellt hätten. Teilweise werden Punkte wiederholt vorgetragen. Außerdem hätte man noch auf das schlimme Verhalten des Firmengründers Schickedanz im 3. Reich eingehen können. Davon abgesehen aber in jedem Fall lesenswert!
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