„Arcana" ist das zweite Album der österreichischen Rockband, die mit der Engelsstimme der hübschen Sabine Edelsbacher brilliert(welche übrigens zusammen mit der Nightwish-Sängerin (!) auch bei Beto Vazquez' "Infinity" mitmachte). Diese CD hier aus dem Jahre 2001 kommt durchgängig sehr melodisch, aber auch knallig rockig daher.
Nach dem sehr schönen, orchestralen (ein wenig an Star Trek erinnernden) Intro folgt eine schnelle Nummer mit griffigen Riffs und klarer Gitarrenmelodie. Die Keyboards halten sich, wie überhaupt überall auf dieser Platte, ziemlich dezent im Hintergrund. Dafür gibt es auch mal ein paar Gitarrensoli. Gottlob ist „Starlight Reverie" nicht durchgehend auf Speed getrimmt, sondern hat ein paar Breaks, bevor der Schlagzeuger wieder Tempo macht.
„The Palace" steigt mit Flötentönen ein, entwickelt sich dann zum Midtempo-Rocker mit abwechslungsreicher Melodie, der sich auch Zeit für eine eher ruhige Passage gegen Ende nimmt.
„A Moment Of Time" ist, wie es der Titel dann schon andeutet, eine Ballade. Diesmal mit akustischer Gitarre, Synthie-Streichern, aber eher folkloristisch als kitschig.
Mit gelungenem Vocal-Intro führt uns „Fly A Rainbow Dream" dann wieder in Rock-Gefilde. Die Drums sind machmal etwas zu sehr auf Speed getrimmt und der Refrain wird einmal mehr „durchgeknattert". Doch auch hier gibt es wieder einen ruhigen Schluss.
Auch bei „Color My Sky" kann Drummer Andreas Eibler die Füße nicht stillhalten und grummelt die Bassdrum quer über die nette Melodie.
Abwechslung bietet dann „Into The Light" mit zurückgenommenem Tempo und melodischem Gitarreneinsatz.
Und Action! „Suspiria" ist aber nicht gerade ein unverwechselbares Werk. „Edenbridge-Standardkost", würde ich sagen (und mache es auch).
Klar: Titel, die „Winter Winds" heißen, sind gemeinhin Balladen. Da bläst der Nordwind über eisige Gletscher, während Sabine vom Sommer träumt. Und ab und zu erscheint aus dem kalten Boden auch auch eine Kitsch-Knospe, blüht gottlob aber nicht auf. Nicht „Winds of Change", aber auch nicht allzuweit davon weg geweht.
Knapp 10 Minuten Zeit nimmt sich die Band dann für das Titelstück „Arcana". Und das ist wirklich gelungen. Wer in die Scheibe einmal reinhören will, sollte dieses Stück wählen, denn es zeigt sehr schön, was die Band kann. Tempiwechsel, Pathos, Soli, hübsche Melodien - alles steckt drin. Es wird lediglich etwas unmotiviert (und zu früh!) ausgeblendet.
Die Produktion der CD ist ordentlich und läßt nur ein klein wenig die Dynamik vermissen. Manchmal, nicht immer, ist alles etwas breiig ineinandergemischt, insbesondere, wenn sich niemand zurücknehmen will und alle Instrumente auf gleichem Level weitertösen, während Soli angesagt sind.
Fazit: eine gelungene Scheibe mit „Angelic Bombast Metal"