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Nach dem sehr interessanten ersten Kapitel über die Geschichte der Arbeitszeitgestaltung in der Pflege findet der Leser im zweiten Kapitel rechtliche Grundlagen, welche alle mittel- und unmittelbar Einfluss auf die Gestaltung von Arbeitszeit und Dienstplan nehmen. So findet eine ausführliche Betrachtung des Haftungsrechts statt, bei der verdeutlicht wird, in welchen Bereichen dies überall greift oder greifen kann. Im Anschluss daran werden die einzelnen Komponenten der Arbeitsrechtspyramide angesprochen und deren Einfluss geschildert.
Mit dem sehr ausführlichen dritten Kapitel werden tarifliche und gesetzliche Vorschriften vorgestellt, deren Bezug zur Thematik für den weniger erfahrenen Leser gut ersichtlich ist. So finden bei der Behandlung des Themas Ruhepausen Verweise auf die beeinflussenden Rechtsquellen Jugendarbeitsschutz- und Mutterschutzgesetz statt. Darüber hinaus werden Feiertagsarbeit, Nachtarbeit, Ruhezeit, Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst ausgeführt, sowie eine weitere große Anzahl verwandter Themen. Wo es sinnvoll ist, weist der Autor auf den BAT hin und stellt auch einige Berechnungen respektive Beträge vor, die sich daraus ableiten.
Mit dem, scheinbar etwas knapp gewordenen, vierten Kapitel wird sich den Anforderungen an den Dienstplan gewidmet. Die weniger als zwanzig Seiten muten aber nur auf den ersten Blick ein wenig knapp an. Nach der Abhandlung von äußerlichen Anforderungen an den Dienstplan werden die Arbeitsschritte zum Erstellen des Gleichen vorgestellt. Im Anschluss daran wird sich statistischen und analytischen Auswertungsverfahren zugewandt. Trotz einiger bedingt anspruchsvoller Rechenwege wird der Leser durch die didaktische Aufbereitung gut in die Thematik geführt.
Der Erholungsurlaub ist Thema des fünften Kapitels. Neben gesetzlichen Grundlagen wird auch auf die verschiedenen Urlaubsansprüche bei Schichtdienst, Krankheit im Urlaubsfall oder auch der Bereich Sonderurlaub eingegangen.
Im weiteren Verlauf erfolgt mit dem sechsten Kapitel ein kurzer Ausflug in die Arbeitsorganisation und der Frage welchen Einfluss diese auf die Dienstplangestaltung hat und nimmt. So findet sowohl die Betrachtung verschiedener Pflegesysteme, wie etwa der Organisation in der Bereichspflege, Berücksichtigung als auch Faktoren wie Einarbeitung oder Dienstübergabe. Mit einem knappen aber sehr interessanten Exkurs in die „Phänomene des Wandels in der Pflege", in welchem aktuelle Diskussionen pflegerischer und gesundheits-politischer Natur aufgegriffen werden, schließt auch dieser Abschnitt.
Es folgen die Kapitel sieben und acht, die nichts wesentlich neues präsentieren, aber die Bereiche „Arbeitszeitflexibilisierung und Arbeitszeitmodelle" und die „Mitbestimmung der Betriebs- und Personalräte" ausführlich und didaktisch gut aufbereitet vorstellen. So werden bei Ersterem zunächst die rechtlichen Grundlagen geklärt, bevor der Autor auf unterschiedliche Modelle eingeht. Hier geht er bekannte Wege, stellt aber auch bedingt neue „Pfade" vor. Mit dem Abschnitt zur Mitbestimmung gibt es einen abschließenden Überblick über die Rechte der Mitarbeiter und die Optionen des Arbeitgebers, bevor das Buch mit dem Anhang abschließt. In diesem werden einige Rechtsquellen ausgeführt, die zum Gegenstandsbereich der Themen Arbeitszeit- und Dienstplangestaltung gehören. Genannt seien hier lediglich die EG-Richtline zur Arbeitszeitgestaltung und das Arbeitszeitgesetz.
Fazit: Wer Literatur sucht, welche für die eigene Station, Pflegeeinrichtung oder Pflegedienst optimalen Lösungen präsentiert, sei es bei der Arbeitszeit oder bei der Dienstplangestaltung, dem ist mit diesem Buch nicht geholfen. Der Autor widmet sich ganz objektiv den „harten" Fakten und schafft es gerade mit dieser Vorgehensweise ein hervorragendes Buch vorzulegen. Sachlich werden die einzelnen Themen angegangen, stetig mit Beispielen verdeutlicht und häufig die Vor- und Nachteile abgewogen, auch wenn dies manchmal indirekt nur aus dem Text zu schließen ist.
Dem mittleren Pflegemanagement ist dieses Buch ein guter bis sehr Ratgeber und eine praxisnahe Arbeitshilfe, deren Entwürfe und Modelle sich als anregend für die praktische Arbeit in der Pflege erweisen können.
Andreas Neves da Costa
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