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Der Arbeiter: Herrschaft und Gestalt
 
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Der Arbeiter: Herrschaft und Gestalt (Gebundene Ausgabe)

von Ernst Jünger (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 322 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: Neuauflage. (November 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608936041
  • ISBN-13: 978-3608936049
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 169.031 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Aus dem Vorwort zur ersten Auflage 1932 von Ernst Jünger:
"Der Plan dieses Buches besteht darin, die Gestalt des Arbeiters sichtbar zu machen jenseits der Theorien, jenseits der Parteiungen, jenseits der Vorurteile als eine wirkende Größe, die bereits mächtig in die Geschichte eingegriffen hat und die Formen einer veränderten Welt gebieterisch bestimmt." -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


Über den Autor

Ernst Jünger, geboren in Heidelberg am 29. 3. 1895, gestorben am 17. 2. 1998. Bruder von Friedrich Georg Jünger; seine Schriften "In Stahlgewittern" (Tageb., 1920), "Der Kampf als inneres Erlebnis" (Essay, 1922) und "Feuer und Blut" (En., 1925) gelten als Verherrlichung von Soldatentum und Krieg. Später Schriften gegen Gewalt und Macht. Jüngers Teilzeitideologien sind bis heute ebenso umstritten wie seine literarischen Werke, u. a. "Der Friede" (Essay, 1945), "Eine gefährliche Begegnung" (R., 1985), "Zwei Mal Halley" (Tageb., 1987); "Die Schere" (Schriften, 1990). 1982 erhielt er den Frankfurter Goethe-Preis, 1985 das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Die totale Mobilmachung des Arbeitsdienstes, 23. Januar 2009
Von "Post Scriptum" (Genève) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Jünger ist eine Art Chamäleon, Farben und Genres wechseln und überschlagen sich. Hier (1932) stilisiert sich der doppelte Nachkriegs Jünger als Anarchen, der, unerkannt von jeder Macht, "sich selbst am nächsten steht" - und ist doch nur ein verwirrter Kleinbürger ist, aus seiner Armee entlassen in eine Gesellschaft die keine Ritterkreuze mehr verteilt. Die Autoritäten des Ersten Weltkrieges, ersetzt der Autor nach und nach durch Rituale einer Selbstbezogenheit oder arroganten Isolation, die ihm bereits in den 'Stahlgewittern' gute Dienste geleistet hat.

"Der Arbeiter" ist zweifellos Jüngers umstrittenstes Buch: ein schwerer metaphysischer Essay, der seinen Stil im Tiefsten findet, das der deutschen Sprache zu Gebote steht: "Tief mußten die Wurzeln durch dürren Boden hinabgetrieben werden, um die Quellen zu erreichen, in die die zauberische Einheit von Blut und Geist gebettet ist, die das Wort unwiderstehlich macht." Spätestens in dieser Passage bildet das Gehirn Blasen und versucht, aus Verwirrtheit Sinn zu extrahieren. Der Stil ist so beladen, raunend und düster, dass das kalte Auge tränt. "Wirkende Größe", "rassen-, willens- und vermögensmässige Bejahung eines bestimmten Seins", ganz für die "Urkräfte des Sumpfes" - und darin auch gut aufgehoben. Jüngers schon legendäres Selbstbewußtsein macht es möglich, dass uns hier Banalitäten der krudesten wie allgemeinsten Art als tiefsinnige Einsichten vorgegaukelt werden können. Der Text, so bemerkte der Autor rückblickend in seinem Tagebuch 'Strahlungen' (1949), sei für ihn das "Denkmal meiner Auseinandersetzungen mit der technischen Welt." Eine politische Beibedeutung lehnte Jünger stets ab, er sah darin die Ausformung dessen, was das Erlebnis des Kriegs ihm als Erfahrung des Lebens vermittelt hatte.

Der Typus des Arbeiters, wie Jünger ihn zu entwickeln versucht, steht jenseits ökonomischer Kategorien. Somit handelt es sich um einen Versuch, das Leiden an der verwalteten und technisierten Welt in der bereitwilligen Unterwerfung unter einen totalitären Staats und seine unumschränkte Macht über Menschen zu bewältigen (also völlig unpolitisch?).

Nietzsche ist denn auch die Brille, durch welche Jünger die Weltbühne betrachtet - im Sinne der griechischen Bedeutung von 'theoria' als Schau(en) - ein 'Seher' der manches aber auch nicht sieht. Heidegger schrieb, "Jünger ist ein Erkennender, aber nirgends ein Denker." Mit Nietzsches Übermenschen hat Jüngers Arbeiter zwar das Bewusstsein einer "inneren Metaphysik" des Lebens gemeinsam, die allerdings über dürftige, formale Beruhigungen eines Seins nicht hinauskommt. Jüngers Arbeiter weiss in seinem "heroischen Realismus" von jener "elementaren Schicht, von jener Mischung wilder und erhabener Leidenschaftlichkeit", die dem Leben immanent ist. Es ist aber nicht die Anarchie des Individuums, das Jünger im Blick hat, sondern der organisierte Kampf der Masse. Damit propagiert Jünger die umfassende Rationalisierung und Technisierung der menschlichen Tätigkeiten, die Arbeit um ihrer selbst willen.

In dieser einfach strukturierten Welt ("Je zynischer, spartanischer, preussischer oder bolschewistischer...das Leben geführt wird, desto besser wird es sein."), lebt der Arbeiter innerhalb einer streng hierarchischen Ordnung, die Jünger selbst als "Orden" bezeichnet. Hinter dieser Vorstellung verbirgt sich nicht nur der triviale Traum von einer unfehlbaren Führerkaste, sondern auch die "totale Mobilmachung" im Sinne der vollständigen Verschmelzung von Gesellschaft und Staat. Parlamente, für Jünger "Gesellschaftsorgane", sollen in "Staatsorgane" umgewandelt werden, bis schliesslich eine "Planlandschaft" entsteht: "Als Nachfolgerin der allgemeinen Wehrpflicht deutet sich somit eine umfassende Arbeitsdienstverpflichtung an." Diese Utopie des Nihilismus enthält zweifellos eine faschistische Tendenz, der Text fügt sich also nahtlos ein in die insgesamt diffusen Versuche der Zeit, eine militarisierte Gesellschaft zu skizzieren. Unpolitisch kann man solche Thesen wahrlich nicht nennen.

Im gleichen Jahr als 'Der Arbeiter' erschien, schrieb ein anderer bekannter Europäer: "Über alle soziale Gliederungen erhebt sich der Staat, der das universale Bewusstsein und den Willen des Menschen in seiner geschichtlichen Existenz darstellt. Der Staat, die einzig wahre Realität des Individuums verkörpert in sich alle Möglichkeiten individuellen Lebens." Der Verfasser dieser Zeilen hiess Benito Mussolini.

Nach 1945 wandelte sich Jünger wieder, um das Chamäleon geben und das Hohelied des Individualismus anzustimmen. Eine geradlinige philosophische Evolution sieht anders aus.
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20 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Leicht zu begreifen, vielleicht deshalb so missverstanden?, 10. Februar 2007
Noch in seinem letzten Interview, vor seinem allzu frühen Tod, sagte Ernst Jünger, dass selbst Geistesgrößen wie Oswald Spengler und Carl Schmitt den "Arbeiter" nicht vrstanden hätten. Wieso sollte es also dem Rezensenten Heck gelingen; er befindet sich da in bester Gesellschaft. Dieser eine Stern beleuchtet dabei nicht das Werk Jüngers....

Einige begreifen das Buch aber doch. Und je mehr Zeit vergeht - typisch für die Texte dieses großen Autors - desto klarer wird die Hellsichtigkeit, seine unnachahmliche Erfassungskunst, was die zukünftigen Entwicklungen unserer Welt angehen. Der Arbeiter steht für das "Titanische", dem Jünger für das 3. Jahrtausend (sehr richtig) einen unvergleichlichen Siegeszug voraussagt. Der Arbeiter als Typus des Kommenden und Herrschenden. Nicht der ausgediente Proletarier ist hier gemeint, sondern die Abermillionen Computernutzer und digitalen Welteneroberer unserer und kommender Tage. Das ist "der Arbeiter".

Und was Jünger hierzu in seinem genialen Essay sagte und prognostizierte (vor fast 80 Jahren!) sollte sich niemand entgehen lassen, der sich mit der Welt ohne ideologische Scheuklappen konfrontiert sehen will.

Der Arbeiter ist das Schicksal unseres Planeten.

Im Reich der Sinne - in der Arche des Verstands. Absolut empfehlenswert!
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6 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Widersacher des Lebens, 9. Februar 2007
Von Klaus Heck (Aachen, NRW Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Sucht man den Moloch, den Geist als Widersacher des Lebens, wie in Ludwig Klages formuliert und vor ihm gewarnt hat, der Arbeiter ist von ihm durchherrscht. Unverblümt will Jünger die Seele des Menschen duch Gestalt ersetzen, das Individuum durch den Typus. Es ist das schlimmster Buch, das ich je gelesen habe  und ich habe sie alle gelesen!

In keinster!! Weise stimmt, dass Jünger hier, wie Heidegger meint, Nietzsches Willen zur Macht ausformuliert.
»Pfui  selbst zur Schraube zu werden« war Nietzsches Kommentar zum Fabriksklaven und er empfahl Arbeitern, die sonst keinen Unterhalt finden, eher auszuwandern, als sich derart zu erniedrigen.

Von Unmenschlichem zu reden, bin ich sehr vorsichtig, Jünger aber einen Unmenschen zu nennen, würde nur seinen eigenen Anspruch auf den Punkt bringen.

Klaus Heck
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