Schon seit über einem Jahr war es angekündigt, nun liegt es endlich vor - das Buch von André Gorz über das Arbeitsleben in der Zweiten Moderne. Der Autor geht dabei zunächst den eher konventionellen Weg. Eine Beschreibung der veränderten Welt des Kapitalismus in der Globalisierung dient im ersten Kapitel als Ausgangspunkt, das zweite Kapitel widmet sich dann den neuen Formen der Arbeit: Post-Fordismus, prekäre Arbeitsverhältnisse und die anderen eigentlich bekannten Themen. Doch die weitere Analyse weicht dann doch zahlreichen anderen Werken zum Thema ab. Gorz singt nicht einfach das Lied der Informationsökonomie, sondern betrachtet die Konsequenzen dieser Entwicklungen für eine Gesellschaft, die seit der Industrialisierung vor allem von der Lohnarbeit geprägt ist - nicht nur in der Produktion, sondern auch im sonstigen Leben. Gorz sieht den Ausweg aus den anstehenden Problemen der Arbeitsgesellschaft in der Ausweitung des „Dritten Sektors", also eine Stärkung der freiwilligen Arbeit in der Gemeinschaft. Ein Bürgereinkommen und neue Formen des Arbeitens, die es den Menschen erlauben, Raum und Zeit dem kapitalistischen System wieder zu entziehen sind die Lösungsvorschläge des Autors für die Krise der Arbeit. Höchst lesenswert, auch mit Blick auf die aktuelle (wirtschafts-) politische Debatte. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)