"Wenn alles zu Arbeit wird, ist gleichzeitig nichts mehr Arbeit". In diesem nicht aufzulösenden Paradoxon bewegen wir uns heute" - begrüßt uns der Rücken des grünen Sammelbands.
Geneviève Hesse steuerte den Essay "Die Arbeit nach der Arbeit. Für eine emotionale Erweiterung des Arbeitsbegriffs" bei. Hier wird deutlich, wie groß die sozialen Erosionen der Vergangenheit sind und wie notwendig eine Neudefinition des Begriffs "Arbeit" geworden ist. Unser Menschenbild rückt in das Zentrum der Betrachtung.
So wird dieser Sammelband zu einem äußerst spannenden Zeitdokument. Wenn die Autoren Recht behalten sollten, steht eine zeitliche Zäsur an. Weit mehr als hundert Jahre nach dem kommunistischen Manifest wird ein wissenschaftlich begründeter Ruf nach Veränderung immer lauter.
Jan Distelmeyer berichtet über verschwindende Körper im Zeitalter der "New economy" und stellt gleichzeitig dar, wie unbewußt (?) Metaphern des Krieges ('Kampf um Marktanteile') beschworen werden.
Alle Autoren des Sammelbandes verfolgen gute Absichten. Wenn sie recht behalten, dürfen wir uns in der Tat auf 'Arbeit als Lebensstil' freuen!