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Arbeit und Struktur Gebundene Ausgabe – 6. Dezember 2013

4.7 von 5 Sternen 76 Kundenrezensionen

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Produktinformation


Mehr über den Autor

Wolfgang Herrndorf, 1965 in Hamburg geboren und 2013 in Berlin gestorben, hat ursprünglich Malerei studiert. 2002 erschien sein Debütroman «In Plüschgewittern», 2007 der Erzählband «Diesseits des Van-Allen-Gürtels», 2010 und 2011 folgten die Romane «Tschick» und «Sand». Nachdem Wolfgang Herrndorf 2010 an Krebs erkrankt war, begann er unter dem Titel «Arbeit und Struktur» ein Tagebuchblog, «in dem manche sein eigentliches Hauptwerk erkennen», so Felicitas von Lovenberg in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Der allertollste Text aber, ein unfassbar genauer, anrührender, humorvoller, wahrhaftiger Text sind die Tagebucheinträge, die Wolfgang Herrndorf nach Ausbruch der Krankheit ins Internet gestellt hat. Dieses akribische Protokoll des Lebens mit der Krankheit war eben kein Text über das Sterben, sondern einer über das Leben. (die tageszeitung)

Bei aller Hochschätzung für Herrndorfs Romane – sein Blog Arbeit und Struktur steht ihnen an literarischem Rang nicht nach. Es gibt in der Geschichte der Tagebücher nichts, was ihm gleichkäme an Takt, Wärme, dunklem Witz, Sarkasmus und stillem Grauen. (Michael Maar) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Wolfgang Herrndorf, 1965 in Hamburg geboren, hat Malerei studiert und unter anderem für die «Titanic» gezeichnet. 2002 erschien sein Debütroman «In Plüschgewittern», 2007 der Erzählband «Diesseits des Van-Allen-Gürtels» und 2010 der Roman «Tschick», der zum Überraschungserfolg des Jahres avancierte. Wolfgang Herrndorf wurde u.a. mit dem Deutschen Erzählerpreis (2008), dem Brentano-Preis (2011), dem Deutschen Jugendliteraturpreis (2011), dem Hans-Fallada-Preis und dem Leipziger Buchpreis (2012) ausgezeichnet. Wolfgang Herrndorf starb am 26. August 2013.


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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Wolfgang Herrndorf habe ich vom ersten Satz an geliebt. Tschick hab ich gleich zweimal hintereinander gelesen, weil ich mich nicht trennen konnte und ich hab ihm einfach nicht übel nehmen können, dass seine Bücher nicht, wie sonst üblich und erwartet, irgendwie Varianten seiner Vorgänger waren. Und nein, ich wusste nicht, dass er krank war. Ich wusste auch nicht, dass wir ein Jahrgang sind und offenbar als Kinder ganz ähnlich waren und vermutlich auch als Erwachsene. Das weiß ich erst jetzt und das mag eine Erklärung dafür sein, dass mir Wolfgang Herrndorf so nahe gekommen ist, wie nur wenige Autoren.

In "Arbeit und Struktur" lebt uns Wolfgang Herrndorf Sterben vor. So nahe, dass es erschreckend ist. So nahe er sich selbst noch kommt, denn manchmal scheint er sich selbst zu bestaunen. Ich habe oft bedauert, für so Vieles keine Vorbilder gehabt zu haben.
Fürs Sterben hätte ich jetzt eins. Und dafür bin ich ihm dankbar. Er hat mich mitgenommen durch Phasen der Verzweiflung, der Abgeklärtheit und Distanz. Ich war sentimental durch ihn, hab mich festgeklammert und dann plötzlich losgelassen. Ich habe jetzt eine Ahnung davon, wie es ist, zu wissen, dass man das Alter, so wie man es sich vorgestellt hat, nie erreichen wird. Wie sich Zukunftssorgen plötzlich vom Diffusen lösen und auf Tage übertragen, für die man schon einen Kalender hat. Wie ein ganzes Leben plötzlich zusammenschnurrt und zur vollendeten Vergangenheit wird. Das war erschreckend und schön und das erfüllt mich mit Demut und mit - ich sagte es schon - großer Dankbarkeit.
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Von Falk Müller TOP 50 REZENSENT am 7. Dezember 2013
Format: Gebundene Ausgabe
Wenn man die letzten Aufzeichnungen eines inzwischen nicht mehr lebenden Menschen in den Händen hält, neigt man wahrscheinlich zwangsläufig dazu, in einer gewissen Form von Ehrfurcht zu erstarren, sie als Vermächtnis zu begreifen. Aber vielleicht hätte Wolfgang Herrndorf das selbst gar nicht gewollt, diese übertriebene Ehrerbietung, diesen Pathos.

Für diese Annahme scheint schon der Buchtitel zu sprechen, der nüchterner kaum sein könnte: "Arbeit und Struktur". Was damit gemeint ist, dafür gibt Herrndorf in seinem im Buch enthaltenen Tagebuchblog einige Hinweise. In seinem Eintrag vom 21.08.2010 schreibt er z.B.: "Mir ist nicht klar, wie man aus dieser Nachruhm-Sache irgendeinen Trost ziehen kann. Ich arbeite nur, um zu arbeiten." Arbeiten um zu arbeiten - welch bemerkenswerte Formulierung. Man muss sie wohl im Zusammenhang mit seiner unheilbaren Tumorerkrankung sehen. Für ihn ist das Schreiben eine Art von Selbstvergewisserung, ein Strohhalm, eine Verbindung zum Leben. Andere würden bei einer tödlichen Diagnose zusammenbrechen, Herrndorf bleibt aufrecht, er weiß, was er braucht: Arbeit und Struktur.

Hat er also sein Tagebuch mehr für sich geschrieben als für andere? Ist es eine Art Therapie, mit begrenztem Informationswert für andere? Aus meiner Sicht keinesfalls. Denn Wolfgang Herrndorfs Buch hat durchaus Botschaften an uns "Weiterlebende", wie ich finde. Eine könnte z.B. sein, wie unwichtig Erfolg werden kann im Angesicht einer tödlichen Krankheit. Als die Filmrechte von Tschick verhandelt werden, schreibt Herrndorf in seinem Blog: "Jetzt könnte ich sechsstellige Summen verdienen, und es gibt nichts, was mir egaler wäre.
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4 Kommentare 180 von 192 haben dies hilfreich gefunden. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
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Format: Gebundene Ausgabe
Ich hatte mich gefragt, wie lange es wohl dauern möge, bis hier die erste Rezension erscheint, die anprangert, dass der Blog als Buch erscheint. Es ist nicht einfach zu verstehen (oder auch nicht), was Wolfgang Herrndorf bewegt hat, was sein Ansinnen und Anliegen war. Seine Schonungslosigkeit, sein schmerzender Zynismus und seine besondere Sicht auf die materielle Welt waren besonders und machten ihn zu einem Unikum.
Wer sich hier echauffiert, vor seinem Selbstmord habe Herrn Herrndorf kaum jemand gekannt, bewegt sich schlichtweg auf dünnem Eis und wagt hier weder eine fundierte noch reflektierte Aussage. Hier wird eine Meinung damit untermauert, welchen Popularitätsstatus der Autor wann hatte. Ist das überhaupt wichtig?

Ich habe Herrn Herrndorfs Blog fast täglich verfolgt und gerade in der letzten Phase dachte ich ständig: "Ich lese jemand beim Sterben zu." Sein Zynismus, seine schonungslose Offenheit und seine besondere Auseinandersetzung haben mich wie noch nie vorher tief berührt. Er war ein perfektionistischer Wortkünstler, dessen Ansinnen nicht die Popularität war und der Sätze nicht zu Papier brachte, weil er eine gut konstruierte Geschichte verkaufen wollte, sondern weil er es einfach schreiben MUSSTE.
Sein Ende passt wie ein letztes Puzzlestück in seine Geschichte, so erschütternd es auch ist.
Zwischendurch beeindruckten mich immer wieder sein besonderer Humor und seine schonungslose Auseinandersetzung mit dem Unausweichlichen. Er sprach dort weiter, wo andere schweigen. Bringt seine ganze Wut auf das Leben, die Welt und die Medizin zum Ausdruck und schonte dabei auch sich selbst nicht.

Ich ziehe meinen Hut vor seinem Talent und seiner besonderen Art zu schreiben.
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5 Kommentare 120 von 130 haben dies hilfreich gefunden. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
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