Die Bildqualität hat im zweiten Band marginal nachgelassen - es scheint, als fehle der letzte Feinschliff, der den ersten Band zu einem wahren Augenschmaus gemacht hat.
Nichtsdestotrotz hat die Geschichte nichts von seiner Epik eingebüßt, die Atmosphäre ist düster, unheilvoll. Ebenso verhält es sich mit dem Erzähltext, die dem ersten Band treu geblieben ist und stark an den von F. Millers "300" erinnert: kurze Sätze, starke Worte.
Die Kampfszenen sind äußerst brutal: Eisendornen jagen in einen Schädel, ein Schwert spaltet den ganzen Brustkorb und Gedärme, die sich an Wänden und Boden verteilen, sind Elemente, die "Arawn" prägen. Die Splattereffekte, und davon gibt es viele, sind ziemlich gut in Szene gesetzt, was in vielen anderen Graphic Novels oder Comics eher weniger der Fall ist. Kurzum: Ein hoher Gewaltgrad wird hier präsentiert.
Und wieder hätte man sich an der einem oder anderen Stelle ein bisschen mehr Tiefgang beziehungsweise einfach ein "Mehr" gewünscht, beispielsweise bei der Eroberung des Bergriesenstamms und der Aufstieg zum Großkönig, was innerhalb von ein bis drei Seiten geschieht. Manchmal wirkt alles ein wenig gehetzt; eine langsamere Fortführung dieser äußerst epischen Geschichte und deren einzelnen Erzählstränge würde dem Ganzen keinen Abbruch tun, im Gegenteil.
Insgesamt eine im klassischen Stil gehaltene und mit wenigen Makeln bestückte Dark-Fantasy Reihe, die es auf jeden Fall wert ist, weiter bestaunt zu werden.