Das von Steven Spielberg aufwendig produzierte Spinnen-Epos mit Horror- und Humor-Momenten ließ vor allem eines vermissen: Originalität. Dies scheint sich Trevor Jones zu Herzen genommen zu haben und so gestaltete er eine Musik, die vieles sein mag, nur eines nicht: neu. Als hätte es die letzten 30 Jahre nicht gegeben, strickt Jones sein Horrorgarn nach den längst in verdienter Vergessenheit vermuteten Mustern der Monster-Movies der Fünfziger: Streicher- und Holztriller sind altvertraut präsent und sollen für Spannung sorgen, doch ist die Masche so abgedroschen, daß sie jeder Hörer nach Sekunden durchschaut.
Etwas frischer wirken da die elektronischen Percussions, die vor allem in der Titelmusik Atmosphäre vermitteln sollen. Flöte und Harmonika besorgen das Lokalkolorit (Kleinstadt in den USA), Streicherpizzicati mit Saxophon unterstreichen die eher humoristischen Szenen. Häufig verwendet Jones den Klang der Sakauhachi, die er unnötigerweise nur als gesampelte Klangfarbe einsetzt. Die Musik wabert etwas träge dahin, wobei die allzu häufige Bemühung des Synthesizers eher handwerkliche Sorglosigkeit offenbart.
Insgesamt ist der Score zwar farbig, aber im Vergleich zur Horrormusik neueren Datums (Goldenthal, Young, Horner etc.) einfach nicht mehr zeitgemäß. Das Arrangement ist relativ transparent, doch Substanzarmut beeinträchtigt das Hörvergnügen, und die geradezu drückende Aura des "Déja vu" läßt Jones' Werk in der anonymen Masse der Spannungsmusik versinken.