Aus dem im Gegensatz zu New York und Los Angeles eher beschaulichen Atlanta, Georgia, melden sich die Rapper Big Boi und Dre alias OutKast mit ihrem dritten Album "Aquemini" zurück und stoßen damit alle Gerüchte über eine Bandauflösung in die Unendlichkeit des Weltraums. Nach den mit Platin ausgezeichneten Alben "Southerplayalisticadillacmuzik" (1994) und "ATLiens" (1996) forcieren Andre "Dre" Benjamin und Antwan "Big Boi" Patton ihre Innovationskraft, denn: Stillstand bedeutet Rückschritt. Die beiden Rapper überraschen auf "Aquemini" mit Live-Instrumenten wie Mundharmonika, Gitarren, Schlagzeug und Trompeten. Dazu addieren OutKast, die selber acht Tracks produzierten, und das Organized Noize Production Team weiche, melodiöse Beats und mischen das Ganze mit Einflüssen von Soul, Jazz, Gospel, Funk und Blues. Die hypnotisch, schwebenden Grooves treiben die 14 Tracks nach vorne: Vom slowmotion-ähnlichen "SpottieOttieDopalicious" über das unheilvolle "Return Of The G" zur mitreißenden Single "Rosa Parks" ist alles vertreten, was das HipHop-Herz begehrt. Klangvolle Gäste wie George Clinton (auf dem souligen "Synthesizer"), Raekwon, Erykah Badu und natürlich OutKast's Kumpel von Goodie MOb droppen einige Verse. Fazit: "Aquemini" hebt sich leicht und locker aus dem Durchschnitt der Rap-Produktionen heraus und zählt zu den Top-Platten der HipHop-Szene der letzten Jahre. Der "Dirty South" der USA befindet sich definitiv weiter auf dem Vormarsch. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)