Viel Vorschusslorbeeren bringt Matt Hales alias Aqualung bei seinem Versuch mit, nach der britische Insel nun auch Kontinentaleuropa zu erobern. Nach einigen mehr oder minder missglückten Gehversuchen in verschiedenen Formationen suchte sich Herr Hales im Herbst 2001 seinen eigenen Weg, und tatsächlich lief es plötzlich überragend gut für ihn. Die erste Single auf Platz 5, das Album Position 15 der englischen Charts. Aber nein, es ist nicht so, dass Aqualung Massenware wäre oder ausgeklügeltes Chartfutter. Das bestimmt nicht, dafür ist die Sache zu vertrackt.
Matt Hales ist einer, der bereits mit allen Wassern gewaschen ist: Mit 17 hat er seine erste Symphonie fertig, bei der BBC lernt er Studiotechnik und schließt ein klassisches Musikstudium ab. Besonders Letzteres hört man den Songs auf „Aqualung" auch etwas zu überdeutlich an. Womit der einzige Kritikpunkt aber auch schon abgearbeitet wäre, denn außer dieser manchmal etwas überbordenden Künstlerei, ist „Aqualung" ein Meisterwerk in Sachen Leisetönerei geworden. Hales geht konsequent den Weg weiter, den Radiohead bei den ruhigen Stücken auf „Amnesiac" beschritten haben. Auch Eskobar- und Coldplay-Freunde werden Aqualung mögen - und natürlich diejenigen, deren Herz gebrochen ist.