Es ist schon eine ganze Weile her daß ich "Aqualand" von Kröhnke gelesen habe, doch die Geschichte ist mir immer noch gut im Gedächtnis. Ich möchte einmal anmerken, daß es hierbei um heikle Themen geht, u.a. wird ein Mann beschrieben, der sich seine "Liebe" in öffentlichen Schwimmbädern bei heranwachsenden Jungen sucht. Durchaus sind die Hauptakteure nicht sehr symphatisch, sie sind eher Anti-Helden, oder vielmehr Gescheiterte, Außenseiter. Diese Gemeinsamkeit schweißt sie dann letzlich auch zusammen. Dennoch emfpindet man kein (falsches) Mitleid mit den Akteuren, das wollten sie auch gar nicht, man wird viel eher in den Bann dieser ungewohnten Lebensentwürfe gezogen. Und das ist die Leistung des Autors.
Besonders auffällig ist außerdem die Leichtigkeit der Sprache (ich meine nicht Einfachheit), und der Wortwitz, ferner Ironie bis Sarkasmus, aber niemals abwertend oder entblösend. Kröhnke ist in meinen Augen einer der besten Schriftsteller unserer Zeit. Über den Inhalt seiner Geschichten kann man durchaus zweigeteiltet Meinung sein, aber die Sprache, der Stil und auch die Art Kröhnkes, den Leser an die Figuren heranzuführen, faszinieren. Hier ist nichts gewollt und nicht gekonnt, nichts ausschweifend und überflüssig, oder krampfhaft auf aktuell oder hip getrimmt (das Buch ist von 1996), und trotz der z.T. sehr ungewöhnlichen und vermeintlich "unnormalen" Leben der Protagonisten alles sehr glaubwürdig geschildert.