Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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56 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Sonnenstrahlen mit leisen Schauern..., 9. März 2009
Zwei Musiker, unzertrennlich, miteinander Höhenflüge erlebend, lernen - nach dem drogenbedingten Absturz des einen Gitarristen - Christine kennen, eine Krankenschwester. Sowohl für Benno, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, als auch für Daniel wird sie die große Liebe, verbindend und trennend zugleich.
Als Benno merkt, dass er sich der Situation nicht mehr gewachsen fühlt, flieht er nach Amerika. Dort treibt er dahin: Countrymusiker, zeitweiliger Lebensgefährte einer Amerikanerin und Alkoholiker.
Daniel, der ihn nie vergessen konnte, findet ihn eines Tages, als Benno schon ziemlich am Ende ist. Er bietet ihm eine Chance als Cafetier in der alten Heimat und Benno nimmt an. Doch eines Tages ist er auch wieder mit Christine konfrontiert, die bei Daniel geblieben war...
Zart ist die Sprache, tief das Eintauchen in die Musik. Man muss nicht einmal "Country"-begeistert sein, um die musikalische Stimmung genießen zu können, man braucht lediglich Freude an Musik zu haben.
Trotzdem: etwas fehlt mir... Es geht alles rasend schnell, Thommie Bayer "peitscht" seine Leser durch die Erzählung, lässt kaum Zeit, Luft zu holen. Ich hätte mir und den Protagonisten gerne etwas mehr Zeit gegeben; Zeit,miteinander vertraut zu werden, Zeit, Dinge im richtigen Rahmen erleben zu dürfen. So fühle ich mich durch das Buch gejagt und bin etwas traurig deswegen...
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Da ist Musik drin, 2. März 2009
Daniel und Benno sind ein unschlagbares Musikerduo, sie führen ein fast symbiotisches Leben, das eines Tages empfindlich gestört wird, als Daniel ernsthafte psychische Problem bekommt. Aber es ist weniger Daniels Psyche als die Krankenschwester Christine, die das Leben der beiden Freunde durcheinander bringt. Jeder will jeden und keiner kann ohne den anderen. Eine verhängnisvolle Menage a trois, die schließlich jeden in seine eigene Art der Einsamkeit treibt. Und doch leuchtet über allem ein Hoffnungsschimmer ...
Der Roman bewegt sich auf drei Zeitebenen, die sich parallel entwickeln. Geschickt zusammengeflochten, ohne viel Geschnörkel. Ein Text der direkt ins Gefühl geht, ohne Umwege.
Ein zentrales Thema ist die Musik, mehr als in seinen früheren Romanen geht Bayer hier ins Detail und zeigt, dass er was von der Materie versteht. Das präsentiert er jedoch wohldosiert und auch für einen Gitarrenlaien wie mich immer nachvollziehbar. Ich werde mich wohl mal auf die Suche nach dem ein oder anderen Lied machen...
Als langjähriger Bayer-Fan liest man das Aprilwetter natürlich schon im März. Und man freut sich, dass Ton und Sprache vertraut bleiben, wenn auch manchmal ein bisschen männlicher, kantiger als früher. Ein bisschen ist es, als wären Bo und Giovanni und Laura aus der miesen Herzgegend erwachsen geworden.
Klasse!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Schönwetter, 6. Mai 2009
Es gibt sie also doch, diese Begegnungen mit etwas verloren geglaubtem. Nach zwei kurzweiligen Tagen und 218 gelesenen Buchseiten lege ich sehr entspannt und zufrieden Aprilwetter" zur Seite, den aktuellen Roman des deutschen Schriftstellers Thommie Bayer. Jawohl, da ist ihm wieder einer gelungen, dem guten Thommie.
Der ein Multitalent ist. Im Jahre 1953 geboren studierte er freie Malerei, feierte Erfolge als Musiker (Der letzte Cowboy", Ich hole dir keine Sterne vom Himmel"), schrieb Songs und Texte für das Kabarett und Freunde und schließlich seit 1984 auch Romane, Prosa und Gedichte.
Mit dem Erstling Eine Überdosis Liebe" hatte mich Bayer sogleich für sich bzw. seine Art des Schreibens eingenommen. Das sollte über viele Jahre so bleiben, bis ich erste Probleme mit einem gewissen Stilwandel bekam. Das Aquarium" (2002) wurde mir schon zu schwerfällig, nach dem Lesen von Der Singvogel" hatte ich eine dermaßen schlechte Laune, dass ich das Buch am liebsten sofort zum Altpapier gegeben hätte (habe ich nicht).
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Und nun also Aprilwetter".
Daniel und Benno sind zwei erfolgreiche Musiker, die als Duo mit ihren akustischen Gitarren auf Tour gehen, CD's produzieren und ihr Publikum zu begeistern verstehen. Tanner und Krantz" sind ein nahezu symbiotisch miteinander verbundenes Paar, die zusammen wohnen und leben, musizieren und im Grunde nichts anderes wollen als eben dies zu tun.
Bis Daniel von einem Tag zum anderen durchdreht. Vollgepumpt mit Drogen und besessen vom Verfolgungswahn zerlegt er die gemeinsame Wohnung. Benno bleibt nichts anderes übrig, als ihn ins Krankenhaus zu bringen. In die Obhut von Ärzten, Pflegern und Christine. Auch sie ist Pflegekraft und kümmert sich um die beiden.
Von diesem Zeitpunkt an entwickelt sich eine Geschichte, die ein wenig an den Spielfilm Jules et Jim" von Francois Truffaut erinnert. Aus dem Duo wird ein unzertrennliches Trio, Christine zieht bei den beiden ein, man mag sich, freut sich an der Dreisamkeit und natürlich sind beide Männer in Christine verliebt. Aber keiner will den anderen verletzen und sich offen zu seiner Liebe bekennen.
Während eines gemeinsamen Urlaubs in Frankreich bricht für Benno und Daniel die Welt zusammen. Sie finden Christine abends am Strand in den Armen einer flüchtigen Bekanntschaft und wissen, was das bedeutet. Oder glauben es zumindest.
Daniel heult sich die Seele aus dem Leib, Benno packt seine Sachen und fährt heim.
So weit die Vorgeschichte.
Denn Benno hält nun nichts mehr. Von heute auf morgen verlässt er Deutschland und verbringt die kommenden zwölf Jahre in den USA, lebt mehr schlecht als recht von Tantiemen und als dem Alkohol gut zusprechender Musiker in Countrybands. Bis eines Tages Daniel auftaucht und ihm das Angebot macht, in Deutschland ein Cafè zu übernehmen.
Daniel lebt mittlerweile mit Christine zusammen und wird zwei Etagen über dem Cafè eine Wohnung beziehen. Und Benno ist - natürlich - noch immer in Christine verliebt. Kann das funktionieren oder bricht wieder das Gefühlschaos aus?
Alles weitere wäre an dieser Stelle zuviel des Guten verraten.
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Das Lesen dieses Buches macht einfach Freude. Bayer schreibt anschaulich ohne Ausschweifungen, mit viel Gefühl für das Detail und in diesem Fall mit profunder Kenntnis der musikalischen Rahmenbedingungen, die das Leben von Thanner und Krantz" und insbesondere von Benno, der die eigentliche Hauptperson ist, beeinflussen. Die Schilderung der Dreiecksbeziehung als Mittelpunkt des Romans ist ebenso gelungen und schlüssig, wie die weiteren Erzählstränge, z. B. dem Verlauf der zwölf Jahre, die Benno in den USA verbringt.
Es gibt keine Unterteilung in Kapitel, stattdessen unterschiedlich lange einzelne Abschnitte bzw. Episoden von einer bis zu drei Seiten Länge. Als Leser ist man dabei durchaus gefordert, die Aufmerksamkeit nicht zu verlieren, da Bayer mehrere Zeitebenen miteinander verwebt: die Phase des psychischen Zusammenbruchs Daniels und des Kennenlernens von Christine, die Urlaubsreise der drei nach Frankreich, die Zeit Bennos in den USA und die Gegenwart mit Benno als Wirt des Cafès.
Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Der Schluss des Romanes ist nicht unbedingt absehbar, jedenfalls nicht in der gewählten Form, ich finde ihn aber gelungen.
Keine große, aber durchaus lesenswerte Literatur. Vier Sterne.
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