Schon der Auftakt muss stutzig machen. Das Buch beginnt mit ein paar Sätzen über den Autor: "Helge Schneider, geboren 1903, ist in der Literatur ein Außenseiter geblieben. Assessor für Physik an der Hochschule für Mathematik zu Babel von September 1952 bis August 1961, Weiterbildung zum Closett-Tiefseetaucher bei Professor Hans Hass... voraussichtliche Einlieferung ins Bethseda-Krankenhaus in Duisburg wegen Fettabsaugen..." Spätestens hier sollte dem Leser klar sein was ihn erwartet. Aprikose, Banane, Erdbeer ist ein knallharter Knüller-Kriminalroman, in dem alles echt ist, was echt ist. Da kommt Kommissar Schneiders Alten Hippe schon mal extrem die Kotze hoch wegen ihrer billigen Armbanduhr von Woolworth, die ihr der Kommissar zum 40. Hochzeitstag geschenkt hatte. Warum hatte der Mann in seinem Leben nur so wenig Geld verdient, beschwert sich Frau Schneider. In diesem Kontext ist verständlich warum der Kommissar auch gerne mal in den Puff geht - der guten Unterhaltung wegen versteht sich! Sein Privatleben ist nicht mehr das, was es mal war. Der Kommissar legt deshalb alle seine Kraft in die Ermittlungen, um die Satanskralle von Singapur zur Strecke zu bringen. Auf seiner Jagd nach dem Krallenschlitzer gerät die Welt schon mal aus ihren Fugen - die Dimensionen übrlagern sich - wilde Saurier und Ritter in Ritterrüstung stellen sich dem Kommissar in den Weg. Aber auch in der Realität kämpft der Kommissar in seinem braunen, durchgefurzten, einreihigen Anzug mit allerlei Widrigkeiten. Spätestens bei der Fahrt in einer Eisenbahn zur Rush-hour nach Malaysia mit 12.000 Leiharbeitern aus Singapur, "die sich bereits in den Zug schmissen, als er noch im Herannahen war", laufen einem die Tränen in Strömen vor Lachen, einem Sturzbach gleich, aus den Tränensäcken: der Kommissar Schneider als Allzweckwaffe zur Stimulierung der Lachmuskeln. Doch Vorsicht: Kommissar Schneider macht süchtig! 5 Sterne für transkaukasischen Scharfsinn und Humor!