Schon die Länge der Titel zeigt, daß dieses Album nichts mit dem belanglosen Pop, den man von David Sylvian sonst gewohnt ist, zu tun hat. Das knapp 40-minütige Titelstück hat Sylvian (Synthesizer, Samples) zusammen mit dem Eso-Ambient erfahrenen Robert Fripp für eine Multimedia-Installation mit Bildern, Licht, Musik und Texten in einem Zen-Tempel komponiert. Geheimnisvoll verfremdede, ätherisch-'stehende' Klänge, dicht verwoben mit Sprachsamples, durchziehen das gesamte Stück. Subtilste Änderungen in der Textur und im Sound ziehen die Aufmerksamkeit des Hörers auf sich. Aus dem Soundgewebe steigen ab und zu ein anschwellender Gitarrenton von Fripp und befremdende Stimm-Fetzen hervor - das wars. Sehr minimalistisch und nicht oberflächlich nach unseren Ohren heischend, sondern zum verweilen, versinken, sich verlieren im Space einladend.
Noch minimalistischer ist der halbstündige Opener 'The Beekeepers Apprentice' geraten, ebenfalls ein Multimedia-Soundtrack, den Sylvian (hier: Gitarre, Synth, Kurzwelle, Samples) zusammen mit Frank Perry (Glocken, gestrichener Gong) eingespielt hat. Sylvian glänzt hier vor allem durch seine ätherisch-schwebenden Gitarrenglissandi, untermalt von windspielartigen Glockensounds. Extrem langsam fließend - eigentlich stehend - verharrt die Musik in der ewigen Jetztzeit.
Samples sind hier auf ein Minimum reduziert, die gibt es dann geballt in dem kurzen, verstörenden Zwischenspiel 'Epiphany'
Approaching Silence macht Stille durch Annäherung an die Stille erlebbar. Als Tips zum weiterhören wären das Spätwerk von John Cage und die 'Rainbow Dome Musik' von Steve Hillage zu nennen und natürlich 'Flux and Mutability' von Sylvian selbst.