Der neue Apple iPod nano hält auf ganzer Linie, was ich mir von ihm versprochen habe. Es ist ein bildhübscher MP3-Player, der sich ausgezeichnet bedienen lässt und dessen Display hervorragend ablesbar ist. Und er klingt sehr ordentlich -- viel besser jedenfalls als meine vorher probierten Einfachst-MP3-Player.
Wenn man die Verpackung endlich geöffnet hat (ich habe die verträumte Klarsichtfolie an der Seite erst nicht bemerkt und war schon fast auf dem Weg in den Keller, um die Flex zu holen...), hält man das leichte, schmale Gerät in Händen. Das mitgelieferte Zubehör ist überschaubar, aber mehr als das USB-Kabel und die Kopfhörer braucht man ja kaum. Außerdem liegt ein Adapter für separat käufliche Dockingstations bei und eine rudimentäre Bedienungsanleitung.
Schnell erschließt sich der Sinn und Vorteil des Klickrades. Das Menü ist übersichtlich, schnell findet man die gespeicherten Musiktitel, wechselt zwischen diesen hin und her und verstellt Lautstärke und Klang. Das lernt man in einer Minute auch ohne Anleitung.
Bevor man mit dem neuen iPod nano jedoch Musik hören kann, muss man jedoch iTunes auf den PC bzw. Mac laden. Das Programm gibt es kostenlos über die Apple-Homepage. Mir gefällt iTunes nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich gerade mit einigem Widerwillen an den Windows Media Player gewöhnt habe und iTunes eben doch etwas anders zu bedienen ist. Aber dass es nicht gefällt, heißt ja nicht, dass es nicht brauchbar wäre. Und so kann man mit einigem guten Willen seine Wiedergabelisten erstellen oder erstellen lassen. Nach einigem Probieren habe ich mir jetzt angewöhnt, für jeden Interpreten eine eigene Wiedergabeliste anzulegen und diese manuell mit dem iPod nano zu synchronisieren. Ach übrigens: ich benutze Windows Vista, auch damit funktioniert das reibungslos.
Die angegebene Kapazität von 2 GB entspricht der bei Festplatten und ähnlichen Medien üblichen Angabe. Tatsächlich sind es 1,78 GB. Bei einer Größe von so etwa 3 bis 4 MB pro Musikstück kommt die angegebene Kapazität von 500 Titeln so etwa hin. Das sind rund 20 bis 30 CDs voller Musik.
Neben der Musikfunktion kann man mit dem iPod nano auch Fotos speichern und betrachten. Das ist mit einem Display von 1,5 Zoll Diagonale jedoch eher eine Notlösung. Außerdem lässt sich der iPod nano mit Adressbüchern etwa aus Outlook synchronisieren. Aber auch diese Verwendung scheint mir von begrenztem Nutzen zu sein. Schließlich kann ich mit dem Teil nicht telefonieren oder Mails schicken.
Alles in allem bin ich mit dem Gerät hoch zufrieden. Schwachpunkte sind allenfalls die enge Kopplung an iTunes und die doch sehr empfindliche Oberfläche des schicken Gehäuses. Man sollte also in eine Schutzhülle oder -tasche investieren, wenn man länger auch optisch Freude am iPod nano haben möchte. Dafür besticht er mit gutem Klang, einfacher Bedienung und langer Laufzeit. eine Akkuladung (die beim Synchronisieren über den USB-Anschluss des PCs erfolgt) reicht locker für 20 Stunden und mehr (das hängt vor allem davon ab, wie häufig die Hintergrundbeleuchtung des Displays eingeschaltet wird).