Seit knapp einer Woche halte ich nun das neue iPad in den Händen. Während das Gerät einige Erwartungen sogar übertrifft, gibt es andererseits einige Dinge, die ein Interessent vor dem Kauf vielleicht wissen sollte.
Das iPad bedient sich der bewährten Benutzerführung des iPhone und iTouch: Nach einem Klick fährt die Software verzögerungsfrei hoch - was kein Windows-Gerät kann. Die Benutzeroberfläche und Bedienung per Touch Screen ist genial einfach und intuitiv gelöst und erschließt sich auch einem Anfänger mühelos. Je nach Positionierung des iPad präsentiert sich der Bildschirminhalt im Hoch- oder Querformat, das funktioniert in allen Richtungen. Apps starten innerhalb weniger Sekunden. Die virtuelle Bildschirmtastatur ist, insbesondere im Quermodus, tatsächlich brauchbar und eignet sich durchaus für das Schreiben von vielleicht nicht allzu umfangreichen Texten. Apple bietet zusätzlich externe Tastaturen an, welche sich über Bluetooth oder Dockingstation anschließen lassen - allerdings ist das nichts für unterwegs.
Konnektivität: WLan und 3G funktionieren einwandfrei und schnell, die Synchronisierung mit dem PC über das Ladekabel funktioniert auf Anhieb. Die 3G-Version verfügt zusätzlich über eine GPS-Funktion. Für Liebhaber von USB und VGA-Ausgängen gibt es etliches Zubehör, welches sich über den Dock-Connector anschließen lässt. Ebenso gibt es externe Akkupacks, Cardreader etc. etc. - einfach hier bei Amazon stöbern.
Die vorinstallierten Apps umfassen u.A. Browser, Mail, iPod, Fotos, Maps und Videos. Bereits erworbene iPhone Apps funktionieren - bei Kompromissen in der Auflösung - einwandfrei, somit stehen nahezu sämtliche Apps (außer die fürs Telefonieren natürlich) auch auf dem iPad zur Verfügung. Gegenwärtig gibt es auch schon eine große Zahl von nativen iPad-Apps, welche die Fähigkeiten des iPad natürlich deutlich besser ausnutzen.
Der große Bildschirm reagiert sensitiv auf alle Eingaben. Die Grafikqualität ist scharf und kontrastreich mit großer Farbtiefe. Die Geschwindigkeit ist subjektiv deutlich schneller als auf iTouch und iPhone und reicht sogar für mittlere 3d-Anwendungen. Lästigerweise spiegelt das Display bei hellem Hintergrund recht stark.
Der Akku hält bei intensiver Nutzung ca. 11 Stunden durch, schlägt damit Laptop & Co um Längen und gibt dem Anwender wirklich das Gefühl, netzunabhängig zu sein. Die Ladedauer bei leerem Akku beträgt ca. 4 Stunden.
Wozu eignet sich das iPad besonders:
- Steckdosenunabhängiges Surfen im Internet
- Effizientes Bearbeiten von Emails
- Lesen der aktuellen News (z.B. am Frühstückstisch, statt Zeitungen :-) )
- Schmökern in Büchern
- Ansehen von Videos und Fotos in hoher Qualität
- Zwischendurch ein kleines Spielchen
- Office "light": Kleine Arbeiten mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationen.
Wozu eignet sich das iPad weniger bzw. gar nicht:
- Schreiben von langen Romanen unterwegs
- Als Computer/Laptopersatz für effizientes professionelles Arbeiten - hier ist das iPad zweifellos eine gute Ergänzung, aber sicher kein Ersatz, da Multitaskingfähigkeit fehlt und die Möglichkeiten der virtuellen Tastatur dann doch zu begrenzt sind
- Videoskype (keine eingebaute Kamera, eventuell zukünftig als Zubehör?)
- Flash-Anwendungen funktionieren nicht (was aber angesichts der bereits großen Verbreitung von HTML5 erstaunlich wenig ins Gewicht fällt)
Empfehlenswerte Apps (Diese Liste ist natürlich subjektiv und sicher nicht vollständig):
iBooks (sehr nett gelöst, mit virtuellem Bücherregal und Nachahmung der Haptik eines Buches beim Blättern), Pages (Textverarbeitung), Numbers (Tabellenkalkulation), GoodReader (Pdf-Reader mit vielen Funktionen zur PDF-Verwaltung), WeatherProHD (genial gelöste Wettervorhersage), Google Earth, Financial Times Mobile Edition ...
Die häufig gestellte Frage, ob das iPad das neue Wundergerät ist, welches die Medienlandschaft grundlegend ändern wird, lässt sich derzeit noch nicht klar beantworten. Funktionale Apps, welche die Fähigkeiten des iPad effizient nutzen und Informationen entsprechend aufbereitet zur Verfügung stellen, sind sicher der Schlüssel hierzu - und genau dazu müssen sich die Verlage noch einiges einfallen lassen. Pdf-Ausgaben der Printmagazine mit kleinen Videoeinblendungen zu schmücken, reicht sicherlich nicht. Aber ich bin zuversichtlich, daß hier die Zukunft noch einiges bringen wird.
Insgesamt gesehen ein guter Kauf. Apple ist mit dem iPad ein wirklich gutes Gerät gelungen, welches insbesondere durch gute Handhabung, lange Ausdauer und eine geniale Benutzerführung glänzt!