Ich habe das iPad 16GB 3G jetzt seit ca. 5 Wochen im Gebrauch und kann daher behaupten, dass ich mir ein umfassendes Bild von dessen Eigenschaften machen konnte.
Zuerst zu mir:
Das iPad ist nicht mein erstes Apple Produkt, ich habe auch noch einen 17" iMac von 2006 als Hauptrechner. Ein iPhone besitze (und besaß) ich nicht. Das sollte als Hinweis genügen, dass hier KEIN Apple Fanboy schreibt. Sonst wäre meine Sammlung wohl deutlich größer ;)
1. Die Entscheidung für das iPad
Bisher war ich, wenn es um "mobile computing" ging, seit 2 Jahren mit einem 15" Samsung Aura (NP 499€) unterwegs, ein sehr schönes und robustes Gerät, auf dem es sich mit WIndows 7 (Vista war dagegen eine Quälerei) angenehm computern ließ.
Zuahuse nutzte ich ihn fast nie; ohne Netzteil war nach ca. 3 Stunden immer Schluß, man musste ihn schon irgendwo abstellen, mal eben so zur Hand nehmen war verdammt unbequem. Das galt auch für unterwegs. Mal eben so zu Hand nehmen war nicht, denn erstens brauchte man Stellfläche und am besten noch eine Steckdose in der Nähe, sowie ein zugängliches WLAN. Nichtsdestotrotz war es ein toller Laptop. Netbooks kamen für mich nie in Frage. Jedesmal, wenn ich im Geschäft probeweise darauf rumtippte, störten mich die zu kleinen Tasten auf der Tastatur, das winzige Trackpad und der kleine Bildschirm. Gemütlich darauf Webseiten oder Texte zu lesen, war für mich ausgeschlossen. Auf Dauer zu anstrengend für die Augen.
Dann stellte Apple das iPad vor und das sollte viele Dinge ganz toll können: Internet, Mails, Bücher, Zeitschriften, Videos, MP3s, Apps usw. Sogar Pages, den Textprocessor, auf dem ich auf dem Mac immer schreibe, gab es schon dafür. Monatlich buchbare UMTS-Tarife? Sehr schön!
Kurz überlegt: Was mache ich mit dem Laptop, was ich mit dem iPad nicht machen kann? Eigentlich nichts, da der Laptop für mich letzten Endes eher eine Medienmaschine darstellte, auf der ich GELEGENTLICH auch was schrieb.
Also besorgt, das Teil!
2. Erster Eindruck
DIe Verpackung: Apple-typisch. Ich erspare mir eine Beschreibung, es gibt genügend Auspack-Videos im Web. Bei liegt nur das nötigste, ein Netzstecker und ein USB Kabel, die obligatorischen weißen Apple-Sticker, eine ultra-kurz-Anleitung und ein kleines Heftchen mit Produktspezifikationen. Das wars.
Die Verarbeitung: hochwertig. Alles sitzt bombenfest, keine Spalten, alles wirkt edel, wirkt wie eine massive Tafel. Das Gewicht überrascht bei der Größe, ist aber nicht unangenehm schwer. Eher wie ein dünnes Buch, das soviel wiegt, wie ein dickes, so kann man sich das vorstellen.
3. Inbetriebnahme
Ipad mit Rechner verbinden, iTunes starten, Anweisungen befolgen. Dann ist das iPad aktiviert und man kann loslegen.
Micro-Sim einlegen, Pin eingeben und das UMTS steht.
Jetzt könnte man noch seine Mail-Konten konfigurieren (die größten Anbieter werden automatisch konfiguriert), den Kalender und das Adressbuch syncen, sowie Musik und Filme usw auf das iPad übetragen. Das geht alles ziemlich flott und intuitiv.
4. erste Nutzung
Kurz ausgedrückt: Krass! Alles geht so schnell und flüssig von der Hand, das Gerät wirkt im Betrieb fast organisch. Das Display ist absolut brilliant und gestochen scharf (1024*768 Bildpunkte sind ja die Standardauflösung für 17"-Monitore und hier hat man die gleiche Anzahl Bildpunkte auf knapp 10" untergebracht). Dank IPS Panel ist es extrem Blickwinkelstabil, keine Falschfarben oder Verdunkelung trüben das Bild von der Seite betrachtet. Das Multitouch reagiert absolut flüssig. Kein Ruckeln, keine Verzögerung, man kann richtig flott darauf tippen. DIe Lautsprecher liefern einen für die Größe überraschend guten Klang, was nicht heißen soll, dass man darüber volles HiFi genießen kann. Aber für Unterwegs scheinen diese mehr als ausreichend.
Der erste Eindruck nach ca. 2 Stunden: Schwer beeindruckt und noch über 80% Akku übrig.
5. Dauernutzung
Allgemein: Das iPad ist mein täglicher Begleiter geworden, der ultimative PDA. DIe allabendliche EMail-Check-Orgie zuhause ist Geschichte. Emails werden jetzt immer dann bearbeitet, wenn man gerade mal ein paar Minuten nix zu tun hat und sich ansonsten langweilt. Dafür habe ich (nicht nur) Abends mehr Zeit für mich.
MIttlerweile habe ich 37 Apps und einige Spiele im App-Store geladen, teils umsonst, teils gekauft. Ich zähle die für mich wichtigsten hier auf inkl. kleiner Beschreibung
- iBooks (umsonst): Man kann Bücher im Store kaufen oder seine eigenen als PDF oder im ePub Format aufs iPad laden. Inkl. Comics und allen Dingen, die sich irgendwie ins PDF-Format und Co. bringen lassen. Dank des excellenten Displays kann man auch lange Lesestrecken ohne Kopfschmerzen ableisten.
- Videos (vorinstalliert): Mit einer Zusatzsoftware für den PC oder Mac (in meinem Fall "Videomonkey") läßt sich jedes Video iPad-tauglich machen und dort abspielen. Dass sich nur gekaufte Videos aus dem iTunes Store auf dem iPad wiedergeben lassen, ist Humbug.
- iPod (vorinstalliert): Alles MP3s, ob gekauft oder nicht, können aufs iPad übertragen werden und dort abgespielt werden. DRM bei MP3s stirbt ja zum Glück gerade aus.
- Karten (vorinstalliert): hätte nicht gedacht, dass ich diese so oft benutzen würde. Mal eben was in der Nähe suchen: kein Problem, Suchbegriff eingeben, fertig. Solange Google Maps dazu was findet, wird es auf der Karte angezeigt, auf Wunsch mit Routenführung.
- Pages (7,99€): Der kleine Bruder von Pages aus der iWork Suite für den Mac. Erstaunlich vielseitig, nur ein .doc oder .odf Export, sowie eine Druckfunktion fehlen spürbar. Ohne einen Mac ist Pages nur bedingt von Nutzen.
- AccuWeather (umsonst): Wetterbericht deLuxe, da guck ich täglich einmal rein. Absolut empfehlenswert
- Dropbox (umsonst): Dokumente und Dataien ohne iTunes über die Cloud aufs iPad bringen und weltweit darauf zugreifen. Ein Must-Have.
- Goodreader (0,79€): Dokumente (vorzugsweise PDFs, aber auch andere) ohne iTunes übers WLAN oder eMail auf iPAd laden und direkt betrachten. Wunderbar geeignet zum lesen von Comics! Geniale App und ein Must-Have.
- ToDo (3,99): Eine Getting-Things-Done App. Die und der Kalender zusammen genutzt und man verschlunzt nichts, aber auch gar nichts mehr. Absolut empfehlenswert.
- MeinProspekt HD (umsonst): Nie mehr Schnäppchen verpassen, selbst der Ikea Katalog ist da drin. MediaMarkt, Saturn, Aldi Nord&Süd, real, Kaisers uswusf. Alle Discounter sind da drin und man findet dank "Karten" Integration sofort den nächsten Laden.
- Sky Sport (umsonst): Als Sky-Kunde kann man das komplette Sport-Angebot auf dem iPad betrachten, allerdings nur, wen man über WLAN mit dem Internet verbunden ist (ich denke mal, wegen der Bandbreite).
-TVULite (umsonst): Wer TVU vom PC kennt: damit kann man weltweite TV-Internet-Streams empfangen. Sehr empfehlenswert, z.B. wenn eine Sportübertragung hierzulande nicht gezeigt wird, aber z.B. in China.
-TeamViewer (umsonst): Umsonst für private Zwecke. Damit kann man seinen Rechner (PC/Mac) zuhause vom iPad aus fern steuern. Sollte jeder haben.
- Flipboard (umsonst): Flipboard bereitet u.a. Facebook und Twitter Nachrichten auf und serviert sie im Format eines Hochglanz-Magazines. Eine excellente Darstellung der Möglichkeiten, die das iPad so bietet. Absolut empfehlenswert!
- Medikamente HD (9,99€): Für Mediziner und Pflegeberufe ein Muss: die obligatorische "Rote Liste" auf dem iPad, sinnvoll aufbereitet und leicht zugänglich.
- Das Örtliche (umsonst): Deutschlandweites Telefonbuch immer dabei zu haben: einfach praktisch.
- immoviGPS (umsonst): GPS-Tracker und Staumelder. Einfach und gut.
Mal ein kleines Beispiel, wie die versch. Anwendungen ineinander greifen können: Man ist unterwegs und stellt fest, dass man eine wichtige Datei vergessen hat, aufs iPad zu kopieren. Mit Teamviewer greife ich auf meinen Rechner zuhause zu, dabei spielt es keine Rolle, WO ich mich selbst gerade befinde, hauptsache, man ist Online. Ich suche die Datei raus und kopiere sie in das Dropbox Verzeichnis auf dem Rechner, damit befindet sich die Datei auch auf dem Dropbox-Server. Dann starte ich DropBox auf dem iPad und lasse mir die Dateien auflisten. Ich wähle die gewünschte Datei aus und öffne sie in GoodReader oder sonstwo. Somit habe ich ohne iTunes,obwohl ich vielleicht tausende Kilometer weit weg von zuhause in einem Zug sitze, eine Datei von meinem heimischen Rechner aufs iPad übertragen und kann damit weiterarbeiten oder sie auch an jemanden weiter mailen (das wäre auch mittels Teamviewer direkt über den heimischen Rechner gegangen).
Ich bin gerade auf Wohnungssuche und letztens war ich in einer fremden Gegend und sah eine zu vermietende Wohnung. Aber kein Straßenschild in der Nähe. Ich hatte also nur die Hausnummer. Also iPad raus geholt, Google Maps gestartet und in weniger als 5 Sekunden hatte ich den Straßennamen und konnte direkt eine EMail an der Makler schicken mit der Bitte um einen Besichtigungstermin. Dank des Kalenders konnte ich auch direkt mitteilen, wann es am ehesten ginge. Sowas war vorher fast undenkbar oder zumindest deutlich umständlicher zu bewerkstelligen.
Fußball-WM im Verein: Satellitenfernsehen fiel aus: Dank Sky-App konnten wir das Spiel übers WLAN doch noch verfolgen.
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