Nachdem ich schon länger zufriedener Apple-Nutzer bin, ist dies mit diesem iMac nun auch meine Freundin geworden.
Die Beweggründe:
Meine Freundin hatte bisher sehr wenig mit Rechnern zu tun. Ihr vorheriges Vista Notebook lief zwar recht ordentlich, dennoch empfand sie einige Dinge wie z. B. das Installieren von Programmen als Umständlich und/oder kompliziert und war häufig verunsichert. Zudem empfand Sie Ihr Notebook langsamer (Vergleich 2,26 GHz Vista-Notebook vs. 2 GHz MacBook Alu - beide Core2Duo, 2GB RAM). Ich muss immer schmunzeln, wenn ich die aktuelle Windows 7 Werbung sehe, worin ein junge Frau zu Toshiba eingeladen wird. Mein MacBook ist da mit Sicherheit nicht langsamer beim Aufwachen. ;)
Es stand also bald fest, dass es bei ihr auch ein Mac werden sollte. Nach dem Abwägen von Kosten/Nutzen und Anforderungen, entscheiden wir uns für den iMac mit dem 21,5" Full-HD Display und der ATI-Grafikkarte (da bereits ein mobiles Gerät vorhanden und MacMini ausstattungsbereinigt zu teuer).
Das Erlebnis iMac:
Apple-Typisch ist der iMac chic und effizient verpackt. Nach dem Entfernen diverser Schutzfolien, waren Tastatur, Maus, Stromkabel und iMac von ihrer Verpackung befreit.
Erwartungsvoll schaltete meine Freundin ihren iMac ein. Nach dem kurzen Welcome-Film war nur die Sprache zu wählen, das Gerät zu registrieren (Tipp: diesen Schritt kann man auch mit Cmd+Q überspringen) und ein Benutzer anzulegen. Damit war der iMac bereits vollständig eingerichtet und ready-to-use. Auch die eingebauten Lautsprecher können sich durchaus hören lassen.
Ich ließ sie die komplette Einrichtung selbst übernehmen, was ihr problemlos gelang. Um das Erfolgserlebnis noch zu steigern, ließ ich sie einige Programme installieren (Thunderbird, NeoOffice, Skype,...), und das erste Systemupdate durchführen - was ihr ebenfalls zügig und problemlos gelang. Zumindest in ihrem Fall bestätigt sich die Aussage, das Mac OS wohl das benutzerfreundlichste Betriebssystem ist. Fairerweise muss man aber darauf hinweisen, dass sie in der Windows-Welt kein PowerUser war - also auch kein wirklicher Umsteiger und daher nicht großartig vorbelastet.
Systemeinstellungen (Multi-User, gemeinsame iTunes-Bibliothek,...) inkl. Bootcamp habe dann ich übernommen. Hier kann ich gleich sagen, dass die Installation von XP absolut problemlos mit Bluetooth Tastatur und Magic Mouse funktioniert hat. Bisher fiel mir nur ein gelegentliches Zeigerruckeln der Maus bei höherer Last auf, was sich erst nach einigen Sekunden wieder einbekommt. Dies scheint allerdings noch ein Problem der Bootcamp 3.0-Treiber zu sein, die es bisher nur in Verbindung mit Snow Leopard gibt. Ich gehe davon aus, dass dieses Problem mit den nächsten Bootcamp-Treibern (inkl. offizieller Windows 7-Unterstützung) behoben sein wird. Eine normale USB-Maus funktioniert problemlos.
Games:
Mit diesem iMac kann man sehr wohl aktuelle Games spielen. Ich habe mal probeweise Modern Warfare 2 installiert und angespielt. Es lief dabei bei einer 1280er Auflösung absolut ruckelfrei. Was anderes habe ich aber auch nicht erwartet - das Game läuft auf meinem MacBook in einer 800er Widescreen-Auflösung mit mittleren Details flüssig, und da ist nur eine Nvidia Mobile 9400 verbaut, die sich noch bei meinen 2GB RAM bedient.
Die Kühlung arbeitet sehr effizient. Unten wird kalte Luft angesaugt, oben warme Luft heraus geblasen. Die gesamte Alu-Rückseite dient auch als überdimensionaler Kühlkörper. Der iMac wird daher oben im Bereich des Luftauslasses doch sehr warm und die Rückseite ist auch durchaus handwarm - dies sollte man also beim Aufstellen berücksichtigen. Was die Gehäusetemperatur angeht, muss man sich aber keine Sorgen machen - es kommt einem nur wärmer vor, weil Metall nun mal Wärme besser leitet als Kunststoff. Unter OS X läuft der Lüfter im Normalbetrieb mit rund 1000 U/Min (CPU meist unter 40°) und damit praktisch unhörbar. Wenn es sehr leise im Raum ist, kann man die Festplatte gelegentlich hören, was aber absolut harmlos ist. Meiner Freundin fiel schon nach dem ersten Einschalten auf, dass der Fön aus bleibt. ;)
Aufrüstung:
Der Arbeitsspeicher ist gar kein Problem - zumal es von Apple vorgesehen und beschrieben ist. Etwas problematischer ist nur die Festplatte. Das ist nicht unmöglich, man muss aber den ganzen Deckel öffnen und nicht nur einen kleinen Schlitz unten - das ist nicht verboten, aber umständlich und logischerweise gibt Apple keine Garantie wenn man dabei was kaputt macht, aber das tut auch kein anderer Hersteller. Jetzt kann man natürlich darüber Diskutieren ob das gut oder schlecht ist, die Festplatte nur mit gewissem Aufwand austauschen zu können. Zumindest in dieser Konfiguration (1TB Festplatte, 4GB RAM) sind Aufrüstgedanken wohl eher die Ausnahme - das wird wohl eher im Fall einer defekten Platte interessant werden.
Fazit: meine Freundin ist hellauf begeistert und bereut ihre Entscheidung kein bisschen. Windows ist fortan nur noch für 2 Dinge da - Turbo Lister und Spiele. Für alles andere gibt es OS X. :) In allen anderen Punkten - es ist ein Mac und läuft daher wie erwartet. Während ich bei meinem MacBook noch einen fehlenden FireWire-Anschluss bemängelt habe, gibt es bei diesem iMac absolut nichts zu bemängeln. Klingt komisch, ist aber so. :)
Diese Rezension ist bewusst nicht rein technisch. Ich hoffe aber Interessierten ein wenig Entscheidungshife für oder gegen dieses Produkt zu geben - Feedback ist im Kommentar-Bereich willkommen.
Noch eine kleine Geschichte am Rande: in meiner Tageszeitung stand mal vor einigen Monaten ein Bericht über ein älteres Ehepaar, die einen DSL-Anschluss mit Installations-Service beauftragten. Am Anschlusstag kam der Techniker ins Haus und verkabelte die Geräte. Anschließend wollte er den Rechner ins Internet bringen. Dazu legte er eine CD ein. Nach einer Weile stellte der Techniker fest, dass er sein Programm nicht installieren konnte, weil das Ehepaar einen Mac hat und teilte ihnen mit, dass mit diesem Rechner kein DSL möglich sei, weil man sich damit nicht verbinden könne. Völlig entrüstet ging das Ehepaar dann dorthin, wo der Anschluss beauftragt wurde und erkundigte sich, wie das denn sein könne. Dort sagte man ihnen, dass das Ehepaar darauf hätte hinweisen sollen, dass sie einen Apple-PC haben und bestätigte ihnen, dass es stimmt - mit einem Mac kann man kein DSL nutzen. :) Kein 1. April-Artikel! Nun zur Beruhigung aller Leser dieses Artikels (oder ähnlichem): es geht - ansonsten würde diese Rezension hier via Gedankenübertragung bei Amazon erscheinen - wäre aber auch zu praktisch. ;)