Nachdem ich mir nun die letzten Rezensionen angeschaut habe, find ich doch Einiges, was man zumindest klarstellen sollte, um die Leute nicht zu verwirren (ist schon faszinierend, was Leute so alles ohne ordentlich Nachzuforschen (z.B. in der Anleitung) annehmen und dann in die Welt posaunen):
Wahr:
- Apple liefert immer weniger Zubehör. Wenn ich mich dunkel daran erinnere, dass ich bei meinem alten 3G 40er iPod noch Netzteil, Fernbedienung, Dockingstation, Tasche, Clip, Kabel und Kopfhörer dabei hatte, ist es schon ziemlich traurig, was sich Apple momentan erlaubt. Auf der anderen Seite, kam das Ding damals auch noch 500 Euro, wohingegen man heute den 60er schon für 380 haben kann ... Ich vermute ganz einfach, dass Apple es hier Umsteigern (also sagen wir von 3G iPod zu 5G, etc) günstiger machen möchte, da sie meist das Zubehör schon haben.
- will man den iPod ordentlich nutzen, kommt man nicht darum herum, seine schon vorhandenen MP3s mit Tags (den Titelinfos, d.h. zumindest Interpret und Titel, besser noch Genre und Album) zu versehen - aber mal ehrlich, kostenlose Tools wie Mp3Tag machen das so gut wie automatisch, wenn man schon sinnvolle Dateinamen hat. Und wer nennt seine MP3s Titel1.mp3, Track23443.mp3, … Dennoch muss ich zugeben, dass es damals bei mir auch ein paar Tage gedauert hatte, bis ich endlich durch war – aber es war es so wert, mal unabhängig vom iPod/iTunes.
- das Ding zerkratzt leicht, sehr leicht, denken Sie nur an Kratzer und schon haben Sie welche auf Ihrem iPod …
Unwahr:
- Dateien müssen in das AAC Format umgewandelt werden, um auf den iPod kopiert zu werden. Völliger Blödsinn, iTunes kommt auch mit MP3s klar und kopiert sie ohne vorherige Konvertierung.
- man muss iTunes nehmen, um seinen iPod zu bespielen. Solch Aussagen entstehen ebenfalls nur durch eine nicht ganz unerhebliche Kombination aus Ignoranz und Unwissenheit. Gegenbeispiele wären hier: ephPod2 (frei), Winamp + mlipod (frei), oder xPod ($30, aber dafür vollständig in den Explorer integriert). Sicher kosten einige Alternativen Geld, aber hier ist derjenige, der nicht iTunes nutzen möchte, selbst Schuld. Wie bei allen anderen Dingen, kostet Individualität halt etwas (in diesem Fall eventuell Geld)
- Dateien können nur vom PC auf den iPod gespielt werden nicht umgekehrt. Auch wenn offiziell nicht von Apple zugegeben und unterstützt, es gibt Software, die oben genanntes leisten …
- Titel können nur mit Hilfe des Macs/PCs von Playlists entfernt werden. Es geht, wie, steht in der Anleitung (einzige Ausnahme sind die intelligenten Spiellisten)
- die Batterie ist nicht austauschbar. Entweder man kauft sich ein Kitt ($25-30) und macht es selbst, oder man nutzt den Apple eigenen Service ($70)
- die Kopfhörer taugen etwas. Ganz ehrlich, wenn ich mir ein Musikgerät für 400 Euro kaufe, dann erwarte ich, dass ein Paar ordentliche Kopfhörer mitgeliefert wird. Die mitgelieferten Dinger sind eher auf dem Stand von Ohrhörern, die man früher zu einem 30 Euro Walkman dazu bekam (dafür kodiere ich meine MP3s nicht mit 200-300 kbit/s :) )
iTunes:
- iTunes ist unausgereift hinsichtlich des Hinzufügens von Tracks. Meine persönliche Musiksammlung inkl. Aller Hörbücher würde eine zeitgemäße, größere Festplatte leicht füllen, ist aber verteilt auf ein paar Festplatten (manche sind Linuxpartitionen) nebst Netzwerkverzeichnissen. Ich hatte hier nie Probleme. Sind sicherlich nur persönliche Erfahrungen, aber ich betrachte meine Konfiguration als nicht gerade den einfachen Standardfall.
- Es gibt zwei Sachen, die ich wirklich schrecklich finde:
1. fügt man einen Ordner in die Bibliothek ein, so werden alle enthaltenen Lieder noch mal in die Bibliothek eingefügt, unabhängig davon, ob sie eventuell schon vorhanden sind. Sind sie es, hat man sie dann halt zweimal. Also entweder, geht man hier sehr selektiv vor, oder löscht die gesamte DB und fügt alle Tracks neu hinzu (was für mich keine Option ist, da das eine Ewigkeit dauert …)
2. Schaltet man die automatische Synkronisation der Bibliothek mit dem iPod aus, was notwendig ist, sobald die Sammlung die Kapazität des iPods übersteigt), so werden die Zähler (also wie oft gespielt, etc.) und die Bewertungen (die Sterne) nicht mehr abgeglichen. Sehr sehr, nervig.
Persönliche Dinge:
- der (Software) Equalizer ist Mist. Das Ding ist so dämlich eingestellt, dass es bei jeder Gelegenheit übersteuert. Schrecklich, wenn man ein wenig pingelig hinsichtlich der Qualität ist und dann auch noch gute Kopfhörer hat - da war die Loudness Funktion bei besagtem 30 Euro Walkman noch besser ...
- so schön das Finish auch ausschaut, ich persönlich fand es sehr schade, dass Apple von dem iPod Mini Finish abgekommen ist. Sicher, es sah nicht ganz so toll aus (wobei das ja auch wieder was Subjektives ist, ich mag es), aber es war nicht so einfach kaputt zu bekommen. Mein Mini schaut halt immer noch so aus, wie am ersten Tag und ich brauche ihn nicht in einer Tasche herumtragen, immer in der Angst, das kostbare Ding könnte zerkratzen ;)
Wie gesagt, ich behaupte nicht, dass der iPod Gottes Schöpfung ist, er hat halt seine guten und schlechten Seiten, und einen ordentlichen Preis, das steht außer Zweifel. Man sollte halt nur versuchen bei der Bewertung objektiv zu bleiben. Die Pluspunkte des iPods sind sein Design und die intuitive Bedienung (Titelinformationen in den Liedern natürlich vorausgesetzt). Alles andere bekommt man bei der Konkurrenz i.d.R. genauso bzw. teilweise besser (Stichwort Standard USB Kabel, unrestriktives Kopieren von Titeln in beide Richtungen direkt integriert in den Explorer, bessere Klangqualität, etc.) zu einem geringeren Preis (sind halt alle im Zugzwang).
Ich persönlich bleibe beim iPod, weil ich erstens das ganze Zubehör bereits besitze (teilweise mehrfach), zweitens mit den Jahren gelernt habe mit den kleinen und größeren Marotten des Gerätes klarzukommen, drittens das Zubehör schätze (z.B. diese herrlich kompakten JBL On Stage Lautsprecher, die gerade praktisch sind, wenn man oft unterwegs ist) und viertens, ja ich gebe es ja zu, das Design toll finde (auch wenn es zerkratzt ist )