Ich war auf der Suche nach einem moeglichst kleinen, leichten Notebook mit langer Akkulaufzeit, als Ergaenzung zu meinem T60. Dabei war das MacBook zunaechst keineswegs meine erste Wahl. Jedoch habe ich mich schlussendlich gegen ein ThinkPad X61/X300 entschieden, da das MacBook was Ausstattung und Akkulaufzeit angeht bessere Werte hat (preislich tut sich da ja nicht ganz soviel). Als moegliche Alternative hatte ich auch noch ein Q70 von Samsung in Betracht gezogen, da jedoch bedingt durch Beruf und Hobby die meiste Zeit Linux (oder ein Darwin im Fall des MacBooks) laeuft, wo beim Q70 bisher zumindest keine uebermaessig positiven Erkenntnisse zur Verfuegung stehen, habe ich mich ebenfalls gegen das Q70 entschieden.
Auch besitze ich bereits ein iBook (mit leider mittlerweile kaputtem Logikboard), was lange Jahre gut funktioniert hat, so dass dies meine Entscheidung ebenfalls zu gunsten des MacBooks hat ausfallen lassen.
Aber genug zum Hintergrund der Entscheidung. Zum Notebook selber gibt es einiges zu sagen, was zukuenftigen Kaeufern helfen sollte. Zunaechst einmal, es ist nahezu unhoerbar; man muss sich schon stark auf das Lueftergeraeusch konzentrieren, um es im Normalbetrieb wahrzunehmen, das ist kein Vergleich zum T60, wo der Luefter zwar nicht unbedingt stoerend, aber doch konsequent hoerbar vor sich hin lueftet. Das naechste, was sofort auffaeult im Vergleich zum ThinkPad, ist die Akkulaufzeit. Hier kommt man relativ problemlos auf 5 Stunden mit WLAN an, und Display auf normaler Helligkeit. Das ThinkPad kommt bei gleicher Aktivitaet (i.W. Text mit LaTeX setzen, d.h. ab und zu laeuft mal der TeX Interpreter und dann der Acrobat Reader zum kontrollieren, also keine Wahnsinnslast fuer das Notebook) auf ca. 3 Stunden, ueblicherweise weniger.
Direkt damit zusammenhaengend ist natuerlich die Waermeentwicklung zu nennen. Auch hier ist das MacBook positiv hervorzuheben, man kann angenehm mit dem Notebook auf den Oberschenkeln arbeiten. Wintertags wirds aber schwierig, da man sich dann nicht mehr mit dem Notebook die kalten Haende waermen kann.
Was die Performance angeht, so liegt das MacBook etwa gleich auf mit dem T60, was nicht weiter verwunderlich ist, da beide Geraete ueber fast identische Hardware verfuegen. Fuer Leute, die das MB als Testbett fuer grosse DB Applikationen o.ae. verwenden wollen (vermutlich wird das niemand sein) sei jedoch gesagt, dass die HDD im Vergleich langsamer ist. Fuer den taeglichen Gebrauch ist das Geraet allemal tauglich, sprich Texte tippen, ob nun im Emacs oder in Word, ist natuerlich kein Thema.
Aber apropros tippen: Die Tastatur ist der erste negative Punkt beim MB. Wer sich ein MB zum Tippen von Texten (insb. mit LaTeX) zulegen moechte, sollte dringend beim Kauf die US Tastatur bestellen. Die deutsche Belegung ist voellig ungeeignet, und das erste was man nach dem Start von OS X aendern sollte. Die Tastatur selbst uebrigens empfinde ich als angenehm, auch bei laengerm tippen.
Der naechste Punkt ist das Trackpad. Es ist etwas zu gross fuer meinen Geschmack, aber das kann auch noch die Umstellung von T60 sein. Jedenfalls hab ich haeufig versehentlich meinen linken Daumen auf dem Trackpad liegen und wunder mich dann warum ein Rechtsklick statt einem Linksklick passiert oder warum er scrollt statt den Cursor zu bewegen. Ansonsten ist das Trackpad recht pfiffig, mit dem Doppelklick und dem Scrollen mit zwei Fingern. Allerdings reine Gewoehnungssache; ein Scrollbereich auf dem Trackpad, wie das bei den Thinkpads der Fall ist (und bei den meisten anderen Notebooks) wuerde es ebenfalls tun.
Die uebrigen Ausstattung des Notebooks ist gut gelungen. Was man sonst zum schwarzen Case liesst kann ich nicht vollstaendig bestaetigen: Zwar sieht man teilweise schon Fingerabdruecke kurz nach dem Draufpacken, aber die meisten verschwinden nach kurzer Zeit. Liegt aber vllt. auch daran, wie sehr man dazu neigt an den Haenden zu schwitzen beim Arbeiten.
Was die Schnittstellen angeht, haette ich mir noch einen zusaetzlichen USB Port rechts gewuenscht, fuer eine externe Maus, aber das war wohl nicht drin. Ansonsten kommt man mit den zwei USB Ports rechts ganz gut hin. Die interne Kamera ist ein witziges Spielzeug, z.B. fuer Skype o.ae., aber das wars auch, ebenso das Mikro (aber da hab ich noch kein Notebook gesehen, wo das anders waere).
Fazit: Tolles Geraet fuer mobiles Arbeiten, weil leicht, leise und ueberwiegend kalt. Punktabzug wegen deutscher Tastatur und zu grossem Trackpad.