Als ich den iPod Touch in den Händen hielt, war ich erstaunt, wie dünn er ist. Zum Vergleich hatte ich nur das iPhone 3G mal gehabt und das ist wirklich ein Monster bei im Vergleich bei der Dicke ;-)!
Generell kann man sagen, dass der iPod Touch 2G genauso wie das iPhone 3G ist, nur dass er kein GPS-Empfänger hat, keine Kamera besitzt und kein HSDPA oder UMTS kann (sowie logischer Weise keine Handy- und SMS-Funktion).
Leider ist man somit, wenn man gerne z. B. Google Maps, E-Mails abrufen, YouTube gucken, Aktien angucken, Wetter nachschauen AppStore nutzen oder das installierte iTunes verwenden will, total auf WiFi Netzwerke angewiesen. So ziemlich alle Programme, die für unterwegs interessant wären (Bsp.: Google Übersetzung, Google Earth, Google Maps, Hot Spot Finder) sind also nicht zu gebrauchen, wenn man kein WiFi-Netzwerk in der Nähe hat, auf das man zugreifen könnte.
Folglich ist es kein Gerät, mit dem man alle Funktionen überall nutzen kann, da sehr viele Programme abhängig von einer Internetverbindung sind.
Was die Audiowiedergabe angeht, ist der iPod Touch sehr gut. Sind die Alben richtig in iTunes eingepflegt und mit dem Gerät synchronisiert, wird man die hellste Freude daran haben, seine CDs per Coverflow (durch seitliches Kippen aktiviert sich eine Coveransicht) zu durchstöbern.
Auch das nette Feature Genius, welches ähnliche Titel anzeigt, ist gut gelungen. Jedoch muss man es per iTunes aktivieren und Apple den Inhalt seiner Musiksammlung übermitteln, was aber laut Apple anonym behandelt wird. Dennoch ist es ein freiwilliges Feature, das ziemlich gut funktioniert.
Die mitgelieferten In-Ear Kopfhörer sind nicht die Allerbesten, jedoch schon gut von der Soundqualität. Sie mögen manchmal ein bisschen blechern klingen und der Bass kommt nicht ganz rüber, aber dafür gibt es Alternativen von Bose oder Sennheiser. Im Gegensatz zum iPhone liegt dem Touch aber nur das Standardkopfhörerset bei (ohne Minibedienelement und ohne Mikrofon). Die bessere Variante kann man aber auch bei Apple erwerben und somit hätte man dann auch ein nutzbares Mikrofon (erst seit 2. Generation in der Audiobuchse integriert).
Wie aber schon bei allen vorherigen iPods ist eine anfängliche Aktivierung per iTunes Pflicht! Ebenso soll iTunes für die komplette Datenübertragung des Gerätes dienen, wobei aber schon andere Programme (z. B. Winamp) im Stande sind, Musik auf das Gerät zu portieren.
Zu bemängeln ist die geringe Videoformatunterstützung. Der iPod Touch unterstützt lediglich *.mov und *.mpeg4 Videodateien. So ist man leider in vielen Fällen gezwungen, seine Videos und Aufnahmen zu konvertieren. Dies geht aber recht flott mit einem Tool, wie z. B. Free Video to iPod. Dafür unterstützt der iPod diese beiden Formate hervorragend! Es gibt keine Laderuckler, Soundverzögerungen oder sonstige Probleme. Da lohnt sich die Mühe. Das farbenprächtige Display kann wunderbar die Videos wiedergeben und man hat eine große Freude, wenn man ein paar Filme für Unterwegs hat. Die Videos werden immer im Querformat angezeigt. Dreht man den iPod um 180 Grad, dreht sich auch das angezeigte Bild.
Ebenfalls gelungen ist das Betrachten von Bildern: Per iTunes lassen sie sich aufspielen und durch einen Fingerstreich kann man durch sie durchblättern. Vergrößern kann man einzelne Punkte durch einen Pinzettengriff: Bewegt man die Finger zueinander, vergrößert sich der Ausschnitt, bewegt man sie auseinander, verkleinert man das Bild.
Die Rückseite des iPods ist zwar schön anzusehen, weil man sich darin spiegeln kann, aber ist leider sehr anfällig für Kratzer. Über kurz oder lang wird man nicht drum herum kommen, sich eine Schutzhülle zu kaufen, wenn man das schöne Design bewahren will.
Die Front mit dem Display hingegen ist sehr gut beschichtet: Es scheint fast unmöglich dort Kratzer zu erzeugen, was auch viele Tests auf YouTube (z. B. mit Rasierklingen) beweisen.
Im Unterschied zur ersten Generation dieses Players wurde ein kleiner Lautsprecher integriert, der sich in der Nähe des Dockanschlusses befindet, und es wurden zwei Lautstärkenregler an der Seite angebracht.
Der Lautsprecher wird Audiophilen nicht zusagen, aber um jemanden etwas kurz zu zeigen oder ohne In-Ears Spiele zu spielen, ist er doch ganz praktisch. Vergleicht man ihn mit dem vom iPhone, wird man festellen, dass er leiser und sehr blechern klingt.
Die Lautstärkenregler sind eine gute Optimierung, um die Bedienbarkeit abzurunden. Denn früher musste man immer das Gerät mit dem Homebutton durch zweimaliges Drücken zur Lautstärkenregelung aufrufen (oder sogar entsperren), während man jetzt einfach die Knöpfe jeder Zeit drücken kann. Jedoch sind die sehr klein ausgefallen und es kann schon etwas dauern, bis man sie richtig "erwischt".
Nichts desto trotz lässt sich der MP3-Player mit seinem Touchscreen kindereinfach und intuitiv bedienen. Da es sich um einen kapazitiven Touchscreen handelt, muss man auch keine Angst haben, dass der iPod in der Tasche durch Bewegung bedient werden könnte.
Auch das Mailschreiben wird durch die Autokorrektur, die sich oft eingegebene Wörter merkt und Korrekturen vorschlägt, sehr einfach.
Man kann es sich kaum vorstellen, aber das Surfen geht super einfach: Durch die einblendbare Tastatur gibt man einfach eine URL an, scrollt durch Finger nach oben oder unten streifen, vergrößert den Text auf Bildschirmgröße durch zweimaliges Tippen oder zoomt in den Text rein / raus, indem man einen Pinzettengriff auf das Display setzt und die Finger von einander weg oder auf einander zu bewegt. Ein großes Manko, welches das Surfen stark beeinträchtigt, ist das Fehlen von Flash: Es gibt keinen Flashplayer für den iPod Touch / iPhone, so dass Seite wie www.gametrailers.com völlig unbrauchbar werden. Man kann nur hoffen, dass Apple dort noch für eine Lösung sorgt.
Reicht einem das Display im Hochformat nicht zum Surfen aus, kann man es einfach auf die Seite kippen und voilà, man surft im Querformat.
Was den iPod Touch von seinen iPod Kollegen unterscheidet, ist die Möglichkeit Programme zu installieren. Im Appstore von iTunes (auch über den Touch selber mit WiFi zu erreichen) kann man diverse Programme downloaden und installieren. Der Vielfalt sind hier überhaupt keine Grenzen gesetzt: Es gibt super viele Programme für alle Zwecke. Ein Beispiel: Wie wäre es, wenn man gerade bei einem Freund verabredet ist (auch sein WiFi nutzen darf) und man sich fragt, was es für interessante Läden in der Umgebung gibt. Dank dem kostenlosen Programm AroundMe, kann es ungefähr die Position anhand des Wlans lokalisieren und z. B. Bars, Cafés, Hotels, Kaufhäuser usw. in der Umgebung dazu kommen noch Details wie Telefonnummer oder Routenberechnung mit Google Maps.
Es gibt aber auch einfachere Tools, wie ShopShop: Damit kann man eine Einkaufsliste erstellen, wo man die einzelnen Produkte durch einen Fingerstreich durchstreichen kann.
Dies sind nur ein paar kleine Beispiele.
Es gibt natürlich auch viele Spiele. Jeden Tag kommen immer mehr neue Programme hinzu und viele davon sind kostenlos. Die kostenpflichtigen Applikationen sind meist nicht sehr teuer (das teuerste, was ich finden konnte war der Duden für 29,99 Euro).
Zusammenfassung:
Meiner Meinung nach ist der iPod Touch 2G ein sehr schönes Stück Technik, der die Zeit versüßen kann. Allerdings gibt es Abzüge für die etwas blechern klingenden In-Ears und die sehr empfindliche Rückseite.
Die Bedienung ist phänomenal und einfach intuitiv. Dennoch könnte es lästig werden, die ständigen Fingerabdrücke von dem Display zu wischen, die man zum Glück auf dem hellen Bildschirm nicht sieht.