Nach langem Nachdenken habe ich mich vor kurzem entschieden, meinen erprobten, jedoch mittlerweile recht in die Jahre gekommenen, Creative ZEN Nano Plus zu ersetzen. Da ich sehr anspruchsvoll bin, was Features, Qualität etc. angeht, habe ich lange viele Modelle verglichen. Eines von diesen war auch der iPod Nano. Anfangs war ich jedoch recht skeptisch, mir einen solchen zuzulegen, da ich auch einige Rezensionen gelesen hatte und so schon einige Schreckensnachrichten in Bezug auf Softwareabstürze, korrupte Firmwares und schlechte Akkus kannte. Schlussendlich entschloss ich mich jedoch zögerlich dazu, das Wagnis einzugehen und bestellte mir ein 8GB Modell.
Nur zwei Tage später lag dann auch das gute Stück in meinen Händen; nun also ein kleiner Testbericht meiner bisherigen Erfahrungen.
GERÄT/AUSSTATTUNG/ZUBEHÖR:
Vom Nano selbst war ich sehr überrascht. Zwar kannte ich bereits die Spezifikationen, als ich jedoch dieses beinahe niedliche Ding in den Händen hielt, war ich doch erstaunt, wie kompakt - aber dennoch nicht winzig und unbedienbar - es wirkte. Generell ist das Gehäuse sehr edel gestaltet, wie man es von Apple auch kaum anders gewohnt ist; die Vorderseite scheint wirklich recht kratzfest zu sein, die Rückseite ist jedoch bekanntermaßen anfällig für Kratzer, Fingerabdrücke und Spuren aller Art. Gefreut hat mich jedoch vor allem, dass das Clickwheel wesentlich stabiler wirkte, als ich befürchtet hatte. Auch der Hold-Button, welche viele Rezensenten als umständlich bewerten, ist für mich eine beinahe optimale Lösung.
Wie bereits bekannt, kommt der ipod ja recht spartanisch ausgestattet daher. Neben dem USB-Ladekabel und den Kopfhörern sucht man vergeblich nach Beigelegtem. Zwar wäre es schön gewesen, eine Tasche oder zumindest ein Wechselstrom-Ladekabel zu erhalten, jedoch habe ich bei vorherigen Geräten - welche sich meist in der gleichen Preisklasse befanden - selten mehr bekommen als wirklich nötig.
Natürlich ist Originalzubehör von Apple preislich nicht gerade günstig, aber es gibt etliche NoName Alternativen, welche man sich bedenkenlos zulegen kann. So sind Silikontasche und Kabel bereits am 5 Euro zu erstehen. Daher also definitiv kein Grund, um den möglichen Kauf eines iPod zu streichen.
KOPFHÖRER UND LAUTSTÄRKE:
Wie bei auch den vorherigen Modellen stehen die Kopfhörer des iPod wohl am häufigsten unter Beschuss. Hier liest man Kritiken von "schlechter Sound" bis "zu leise", welche jedoch - meiner Meinung nach - Geschmackssache sind. Vom Sound des Kleinen war ich sehr positiv überrascht: meinen Creative ZEN betrieb ich zuvor mit recht teuren Sennheiser Kopfhörern, und ich hatte fest vor, diese auch weiter am iPod zu verwenden, habe mich nach dem ersten Hören jedoch dagegen entschieden.
Was die Lautstärke angeht finde ich den iPod an Kopfhörern mehr als ausreichend; nach einem ausführlichen Jooggingausflug, welcher mich unter anderem an der A1 vorbeiführte, hatte ich - auf etwa halber Lautstärke - nie das Gefühl, die Musik sei zu leise. Sicherlich gibt es auch hier Leute - sie begegnen mir gern in der Straßenbahn - die ihre Player so weit aufdrehen, dass man selbst in 10 Metern Abstand noch Gehörschäden davon trägt. So laut ist der iPod nicht zu drehen, jedoch kann man sich mit maximaler Lautstärke in normaler Umgebung noch immer einen Tinitus zulegen, sofern man dies wirklich für nötig hält.
An externen Boxen ist der iPod leider nicht ganz so laut wie auf Kopfhörern, dies dürfte jedoch durch vergoldete Stecker zu relativieren sein.
BEDIENUNG:
Die Bedieung ist gewohnt intuitiv. Nachdem ich zuvor nie ein Clickwheel bedient hatte, brauchte es vielleicht eine Minute, bis ich routiniert in meinen Playlisten blätterte. Personen mit größeren Fingern seien jedoch gewarnt: das Clickwheel ist recht klein und mit groben Männerhänden wohl schwer zu bedienen (hier würde ich dann zum Classic raten, welcher ja ein Stückchen größer ist).
SOFTWARE/iTUNES/SYNCHING:
Ja, das arme iTunes, es muss in Rezensionen schon leiden. Ich persönlich habe das Programm auch benutzt, bevor ich mir den iPod zulegte, hier war die benötigte Lernkurve also gleich Null. Einfach den iPod angeschlossen, er wurde direkt erkannt und angezeigt und über den netten Assistenten ließ sich alles problemlos einrichten. Nach nichteinmal einer halben Stunde hatte ich die vollen 8 GB beladen.
Hier zu dem Problem, dass alle Files gelöscht werden, wenn man ihn mit iTunes 'verbindet': höchstwahrscheinlich wird hier automatisch mit der Musikdatenbank synchronisiert. Es lässt sich jedoch komplett einstellen, ob dies automatisch geschieht oder manuell. Also einfach mal etwas Zeit nehmen und in die Einstellungen schauen, schon dürfte das Problem geklärt sein.
Für alle, die sich dennoch nicht mit iTunes anfreunden können, gibt es etliche Plugins für bekannte Player oder auch eigenständige Programme. Auch die Kritik, für Linux sei kein itunes erhältlich, kann ich kaum gelten lassen: Besitzer von Ubuntu oder ähnlichen Systemen sollten durch die Audio-Sektion der opensource Software blättern und dürften dort ein entsprechendes Programm finden, welches für mich einwandfrei funktioniert.
VIDEO:
Die Videofunktion war anfangs für mich nur ein zusätzliche Feature, von dem ich mir nicht versprache, es des Öfteren zu nutzen. Nachdem ich nun aber die tolle Qualität des Displays nicht mehr leugnen konnte, musste ich es einfach ausprobieren. Also schnell ein kostenloser Konverter (Videora) gezogen und ein paar Videos konvertiert. Diese wurden dann schnell auf den iPod übertragen und schon konnte ich Filme im Miniformat genießen. Und das "genießen" hier meine ich wirklich ernst. Die Videoqualität - welche ich bereits aufs Minimum runtergesetzt hatte, um Platz zu spare - ist wirklich gut, und auch Diskrepanzen zwischen Audio und Video habe ich bisher nicht bemerkt (dabei habe ich auch actionlastige Videos wie z.B. 'Supernatural' komplett durchgesehen). Mitlerweile nutze ich diese Funktion sehr gern, vor allem auf langen Bahnfahrten oder beim Warten vor Büros von Dozenten etc.
AKKU:
Laut Beschreibung soll der Akku 24h Musik oder 5h Video liefern; und bisher habe ich es noch nicht geschafft, ihn komplett zu entladen. 24h Musik sollten sicher kein Problem sein - hierzu sollte man natürlich das Timeout für das Display Backlight möglichst niedrig setzen - und auch 5h für Videos halte ich für äußerst realistisch. Das Aufladen über USB 2.0 geht sehr zügig, so dass man selten die drei Stunden braucht, die angegeben sind. Von einer Nutzung an USB 1 würde ich jedoch abraten: 1. sind die Transferraten einfach zu niedrig, 2. erhält der iPod nicht genug Storm, um sich vollständig zu laden.
Ach ja: mir sind Beschwerden zu Ohren gekommen, der iPod ließe sich nicht bedienen, sobald er über USB angeschlossen ist: entweder ist hier der Hold Button aktiviert oder aber es ist ein Problem alter Firmwares. Mit Softwareversion 1.1 lässt sich der iPod auch während des Ladens uneingeschränkt benutzen.
Alles in allem bin ich wirklich positiv beeindruckt von meinem neuen Kleinen. Noch habe ich keinen Grund gefunden, den Kauf zu bereuen.
Jedem, der überlegt, sich einen Nano zuzulegen, kann ich dies nur empfehlen; am besten jedoch einfach im Laden ausprobieren, und sollte einem das Handling liegen und man die beschriebenen Features auch benötigen, so ist man mit diesem Design-Player wirklich gut beraten.
Ich zumindest gehe kaum noch ohne aus dem Haus.